Marokko Rundreise vom 18.04. – 28.04.2026 – Von Casablanca über Rabat und Tanger bis nach Fès. Weiter nach Erfoud, Ouarzazate und Abschluss in Marrakesch
Inhaltsverzeichnis
Ankunft in Casablanca und Fahrt bis Tanger
Am Abend des 18. April begann unser Marokko-Abenteuer mit dem Flug von Frankfurt nach Casablanca. Mit Lufthansa hoben wir um 21:50 Uhr ab und landeten planmäßig um 01:30 Uhr in der pulsierenden Metropole am Atlantik.
Marokko – Geographie, Königsstädte und Wirtschaft
Marokko – offiziell das Königreich Marokko – ist ein faszinierendes Land im Nordwesten Afrikas. Es verbindet afrikanische, arabische, berberische und europäische Einflüsse wie kaum ein zweiter Ort.
Hier ist eine detaillierte Übersicht über Geografie, Kultur, Wirtschaft und die wichtigsten Highlights des Landes:
1. Geografie und Naturräume
Marokko ist landschaftlich extrem vielfältig und lässt sich in vier Hauptregionen unterteilen:
Die Küsten: Das Land grenzt im Norden an das Mittelmeer und im Westen an den Atlantischen Ozean. Die Küstenlinie erstreckt sich über Tausende von Kilometern.
Das Atlasgebirge: Es durchzieht das Land als gewaltiger Riegel und teilt sich in den Mittleren, Hohen und Anti-Atlas. Der höchste Berg Nordafrikas, der Jbel Toubkal ($4167\text{ m}$), liegt im Hohen Atlas und zieht Wanderer sowie Skifahrer an.
Das Rif-Gebirge: Eine wildromantische Bergkette im Norden, die parallel zur Mittelmeerküste verläuft.
Die Sahara: Im Süden und Südosten geht das Land in die größte Trockenwüste der Erde über. Spektakuläre Dünengebiete wie Erg Chebbi (bei Merzouga) sind weltbekannt.
2. Die vier historischen Königsstädte
Diese Städte waren zu verschiedenen Zeiten in der Geschichte die Hauptstädte der herrschenden Dynastien und sind die kulturellen Juwelen des Landes:
Marrakesch (Die „Perle des Südens“): Bekannt für den pulsierenden Platz Djemaa el Fna mit Gauklern und Musikern, die riesigen Souks (Märkte) und den Jardin Majorelle.
Fès (Das geistige Zentrum): Die älteste der Königsstädte besitzt die größte mittelalterliche Altstadt (Medina) der Welt, die komplett autofrei ist. Berühmt ist das traditionelle Gerberviertel.
Rabat (Die aktuelle Hauptstadt): Eine moderne Metropole direkt am Atlantik, die gleichzeitig historische Monumente wie den Hassan-Turm und den Königspalast beherbergt.
Meknès (Das „marokkanische Versailles“): Etwas kleiner, aber beeindruckend durch monumentale Tore wie das Bab Mansour und die Nähe zur römischen Ruinenstadt Volubilis.
3. Wirtschaftszentren und wichtige Orte
Casablanca: Die größte Stadt und das wirtschaftliche Herz des Landes. Hier steht die imposante Hassan-II.-Moschee, deren Minarett mit $210\text{ m}$ zu den höchsten der Welt gehört.
Tanger: Das Tor nach Europa, direkt an der Straße von Gibraltar. Ein boomender Industriestandort mit einem der größten Häfen im Mittelmeerraum (Tanger-Med).
Agadir & Essaouira: Beliebte Küstenorte. Agadir ist modern und ideal für Strandurlaub; Essaouira hingegen ist eine charmante, windige Künstler- und Surferstadt mit portugiesischen Festungsmauern.
Chefchaouen: Die berühmte „blaue Stadt“ im Rif-Gebirge, deren Häuser komplett in verschiedenen Blautönen gestrichen sind.
4. Kultur und Bevölkerung
Identität: Die marokkanische Bevölkerung besteht primär aus Berbern (Imazighen, den Ureinwohnern) und Arabern. Die Kultur ist ein stolzer Mix aus beiden Welten.
Sprache: Offizielle Amtssprachen sind Arabisch (im Alltag wird der Dialekt Darija gesprochen) und Amazigh (Berberisch). Französisch ist im Wirtschaftsleben, in Behörden und im Bildungssystem als Kofunktionalsprache allgegenwärtig.
Religion: Der Islam ist Staatsreligion; die überwiegende Mehrheit der Marokkaner sind sunnitische Muslime.
5. Kulinarik: Ein Fest für die Sinne
Die marokkanische Küche gilt als eine der besten der Welt, geprägt von Gewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander, Safran und Zimt.
Tajine: Das Nationalgericht. Ein Schmorgericht aus Fleisch, Fisch oder Gemüse, das langsam in einem traditionellen Lehmgefäß mit spitzem Deckel gegart wird.
Couscous: Wird traditionell freitags (dem heiligen Wochentag) mit sieben verschiedenen Gemüsesorten serviert.
Marokkanischer Minztee: Auch bekannt als „Berber-Whisky“. Stark gesüßter Grüntee mit frischer Minze, der zu jeder Tageszeit als Zeichen der Gastfreundschaft gereicht wird.
6. Politik und Wirtschaft
Staatsform: Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie. König Mohammed VI. (seit 1999 im Amt) besitzt weitreichende Exekutiv- und Richtlinienkompetenzen.
Währung: Marokkanischer Dirham (MAD).
Wirtschaftszweige: Neben dem Tourismus lebt das Land stark von der Landwirtschaft (Zitrusfrüchte, Oliven, Gemüse), dem Export von Phosphaten (Marokko besitzt die weltweit größten Reserven) sowie einer stark wachsenden Automobil- und Luftfahrtindustrie. Auch der Ausbau erneuerbarer Energien (wie der riesige Solarpark Noor in Ouarzazate) ist ein wichtiges Zukunftsprojekt.
Casablanca – Geographie und Wirtschaft
Casablanca ist das wirtschaftliche und industrielle Kraftzentrum Marokkos. Während die Hauptstadt Rabat das politische Zentrum bildet, ist Casablanca das unbestrittene Herz der Wirtschaft, des Handels und der modernen Entwicklung des Landes.
Hier ist ein kompakter Überblick über die wichtigsten Aspekte der Metropole:
1. Geografie und Klima
Lage: Die Stadt liegt im Nordwesten Marokkos, direkt an der Küste des Atlantischen Ozeans.
Topografie: Das Stadtgebiet ist weitgehend flach und liegt in der historischen Region der Chaouia-Ebene.
Klima: Es herrscht ein mildes maritimes Mittelmeerklima. Der kühle Kanarenstrom des Atlantiks sorgt für gemäßigte Sommer (oft um die 26 °C) und milde, feuchtere Winter.
2. Wirtschaftliche Bedeutung
Casablanca erwirtschaftet den größten Teil des marokkanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und gilt als das finanzielle Tor zu Afrika.
Infrastruktur & Hafen: Die Stadt besitzt einen der größten künstlichen Häfen Nordafrikas. Zudem ist sie über den Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq (Afrikas erster TGV) mit Tanger verbunden.
Finanzzentrum: Mit der Casablanca Finance City (CFC) verfügt die Stadt über ein eigens geschaffenes, hochmodernes Finanz- und Businessviertel, das internationale Großunternehmen anzieht.
3. Stadtbild und Architektur
Im Vergleich zu den traditionellen Königsstädten Marokkos (wie Marrakesch oder Fès) ist Casablanca stark durch die Moderne und die französische Kolonialzeit des frühen 20. Jahrhunderts geprägt.
Hassan-II.-Moschee: Das unübersehbare Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde direkt am Ozean erbaut und besitzt ein $210\text{ m}$ hohes Minarett. Sie gehört zu den größten Moscheen weltweit.
Art-déco-Zentrum: Die Innenstadt rund um den Boulevard Mohammed V zeichnet sich durch den sogenannten Mauresque-Stil aus – eine faszinierende Mischung aus französischer Art-déco-Architektur und traditionellen marokkanischen Dekorelementen.
Die Medina: Die Altstadt von Casablanca ist kleiner und jünger als die anderer marokkanischer Städte, bietet aber dennoch ein lebendiges, traditionelles Marktviertel.
La Corniche: Die moderne Strandpromenade im Stadtteil Ain Diab ist das Zentrum für Freizeit, Gastronomie und das urbane Leben direkt am Meer.
4. Kultur und Gesellschaft
Mit über 3,4 Millionen Einwohnern ist Casablanca ein riesiger Schmelztiegel. Menschen aus allen Regionen Marokkos kommen hierher, was die Stadt zur dynamischsten, aber auch kontrastreichsten Metropole des Landes macht. Traditionelle Lebensweisen und westlich-moderne Einflüsse existieren hier unmittelbar nebeneinander. Zudem gilt die Stadt als Zentrum der modernen marokkanischen Kunst-, Musik- und Street-Art-Szene.
Nach der nächtlichen Ankunft wurden wir herzlich von unserem Reiseleiter Armin empfangen. Gemeinsam mit unserer 21-köpfigen Reisegruppe ging es direkt zum Best Western Plus Casablanca, wo wir für ein paar Stunden Schlaf einkehrten – schließlich wartete am Morgen bereits ein intensiver erster Reisetag auf uns.
Um 9:00 Uhr starteten wir mit unserem Busfahrer Haman sowie den Begleitern Mohamed und Armin zur Erkundung. Unser erster Halt war die beeindruckende Hassan-II.-Moschee – eines der größten religiösen Bauwerke der Welt. Direkt am Atlantik gelegen, beeindruckte sie uns mit ihrer monumentalen Architektur und der einzigartigen Lage über dem Meer.
Weiter ging es entlang des lebhaften Boulevards von Casablanca, bevor wir Kurs auf Rabat nahmen. Dort besichtigten wir das prachtvolle Mausoleum Mohammed V., eine bedeutende Gedenkstätte und architektonisches Highlight der Hauptstadt.
Rabat – Geographie und Wirtschaft
Rabat ist die elegante und grüne Hauptstadt Marokkos. Im Gegensatz zur quirligen Wirtschaftsmetropole Casablanca oder dem touristischen Hotspot Marrakesch strahlt Rabat eine ruhige, fast diplomatische Atmosphäre aus. Seit 2012 gehört die Stadt unter dem Titel „Rabat, moderne Hauptstadt und historische Stadt: ein gemeinsames Erbe“ zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Hier ist ein kompakter Überblick über die wichtigsten Facetten der Stadt:
1. Geografie und Lage
Lage: Rabat liegt im Nordwesten des Landes, direkt an der Mündung des Flusses Bou-Regreg in den Atlantischen Ozean.
Die Zwillingsstadt: Direkt auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses liegt die Schwesterstadt Salé. Beide Städte sind heute über moderne Brücken und ein gemeinsames Straßenbahnnetz eng miteinander verbunden, unterscheiden sich charakterlich jedoch deutlich.
Klima: Es herrscht ein angenehmes maritimes Atlantikklima mit milden Wintern und warmen, aber durch den Ozeanwind selten extrem heißen Sommern.
2. Politische und Kulturelle Bedeutung
Rabat ist das unbestrittene politische und administrative Herz des Königreichs.
Regierungssitz: Hier befinden sich der Hauptwohnsitz des Königs (der Königspalast Dâr-al-Mahkzen), das marokkanische Parlament sowie sämtliche Ministerien und ausländischen Botschaften.
Bildung und Kultur: Die Stadt gilt mit der Mohammed-V.-Universität und zahlreichen Museen, Nationalbibliotheken und Theatern als das intellektuelle Zentrum des Landes. Das markante, futuristische Grand Théâtre de Rabat (entworfen von Zaha Hadid) am Ufer des Bou-Regreg ist ein modernes Wahrzeichen dieser Kulturoffensive.
3. Stadtbild und wichtigste Sehenswürdigkeiten
Das Besondere an Rabat ist die gelungene Synthese aus jahrhundertealter Geschichte und französischer Kolonialarchitektur des 20. Jahrhunderts (Ville Nouvelle), geprägt von breiten, von Palmen gesäumten Alleen.
Der Hassan-Turm & Das Mausoleum: Der Hassan-Turm ist das unvollendete Minarett einer einst gigantisch geplanten Moschee aus dem 12. Jahrhundert. Direkt daneben befindet sich das prachtvolle, aus weißem Marmor erbauten Mausoleum von Mohammed V. (dem Großvater des jetzigen Königs).
Die Kasbah des Oudaïas: Eine historische Festungsanlage aus der Almohaden-Zeit, die auf einem Felsen über der Flussmündung thront. Das Viertel im Inneren besticht durch seine blau-weiß gestrichenen Gassen, andalusischen Gärten und einen spektakulären Blick auf das Meer.
Die Chellah: Eine stimmungsvolle, von Stadtmauern umgebene Ruinenstätte am Stadtrand, die sowohl antike römische Überreste (Sala Colonia) als auch eine mittelalterliche merinidische Totenstadt beherbergt.
Die Medina: Die Altstadt von Rabat ist im Vergleich zu Fès oder Marrakesch sehr geradlinig, sauber und entspannt. Sie lädt zum Bummeln ein, ohne dass man von aufdringlichen Händlern bedrängt wird.
4. Wirtschaft und Moderne Infrastruktur
Obwohl Rabat primär eine Verwaltungsstadt ist, gewinnt sie wirtschaftlich (insbesondere im Bereich der Dienstleistungen und High-Tech) zunehmend an Bedeutung.
Infrastruktur: Rabat verfügt über ein exzellentes, modernes Nahverkehrssystem inklusive einer sauberen Straßenbahn. Der Hauptbahnhof Rabat-Agdal ist ein moderner Knotenpunkt für den afrikanischen Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq, der Rabat in nur rund 80 Minuten mit Tanger verbindet.
Lebensqualität: Aufgrund der vielen Parks, der sauberen Straßen und der Lage am Meer gilt Rabat als eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität in ganz Marokko.
Am Nachmittag führte uns die Route weiter Richtung Norden. Ein besonderer Zwischenstopp war der Aussichtspunkt Signpost of Atlantic & Mediterranean – ein symbolischer Ort, an dem sich Atlantik und Mittelmeer begegnen. Der Blick über die Küstenlandschaft war schlicht atemberaubend.
Die Weiterfahrt nach Tanger gestaltete sich jedoch deutlich zäher als erwartet: dichter Wochenend-Rückreiseverkehr sorgte für einen langen Stau. Dennoch erreichten wir am Abend unser Ziel, das Marina Bay Hotel.
Tanger – Geographie und Wirtschaft
Tanger (auch Tangier) ist eine faszinierende Hafenstadt im äußersten Norden Marokkos, direkt an der Straße von Gibraltar. Als Schnittstelle zwischen Afrika und Europa, dem Atlantik und dem Mittelmeer besitzt die Stadt eine einzigartige, kosmopolitische Atmosphäre und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.
Hier ist ein kompakter Überblick über die Metropole:
1. Geografie und Strategische Lage
Das Tor zu Afrika: Tanger liegt an der schmalsten Stelle der Meerenge von Gibraltar. An klaren Tagen ist die spanische Küste, die nur rund $14\text{ km}$ entfernt ist, mit bloßem Auge zu sehen.
Zwei Meere: Westlich der Stadt beginnt der offene Atlantische Ozean, während sich östlich das Mittelmeer erstreckt.
Klima: Es herrscht ein angenehmes maritimes Klima mit milden, feuchten Wintern und warmen, windigen Sommern, die durch die Meeresbrise selten drückend heiß werden.
2. Geschichte und der Mythos der „Internationalen Zone“
Tanger war aufgrund seiner Lage schon immer heiß begehrt – ob bei Phöniziern, Römern, Portugiesen oder Engländern.
Die Internationale Zone (1923–1956): Ihr heutiges Image verdankt die Stadt vor allem dieser Ära. Damals wurde Tanger von einer internationalen Kommission (unter anderem aus Frankreich, Spanien, Großbritannien und den USA) verwaltet.
Magnet für Exzentriker: In dieser Zeit war Tanger ein steuerfreies Paradies und zog Spione, Schmuggler, betuchte Aussteiger sowie berühmte Schriftsteller der Beat-Generation (wie William S. Burroughs, Jack Kerouac und Truman Capote) an.
3. Wirtschaftlicher Boom und Moderne
Lange Zeit nach der Unabhängigkeit Marokkos vernachlässigt, hat sich Tanger im 21. Jahrhundert zu einem der modernsten Wirtschaftszentren des Landes entwickelt.
Tanger-Med: Der gigantische Tiefseehafen liegt etwa $40\text{ km}$ östlich der Stadt. Er ist der größte Frachthafen Afrikas und des Mittelmeerraums und hat Tanger zu einem wichtigen Knotenpunkt für die globale Automobil- und Logistikindustrie gemacht.
Infrastruktur: Tanger ist der nördliche Startpunkt des Al Boraq, des marokkanischen Hochgeschwindigkeitszugs (TGV), der die Stadt in Rekordzeit mit Rabat und Casablanca verbindet. Die Strandpromenade und der städtische Hafen (Tanger Ville) wurden komplett modernisiert.
4. Stadtbild und Sehenswürdigkeiten
Tanger bietet einen reizvollen Kontrast zwischen historischem Erbe und moderner Erneuerung:
Die Medina und die Kasbah: Die Altstadt liegt auf einem Hügel über dem Hafen. Ganz oben thront die Kasbah (Festung) mit dem ehemaligen Sultanspalast (Dar el-Makhzen), der heute ein Museum für marokkanische Kunst und Archäologie beherbergt. Von hier aus hat man einen grandiosen Blick auf die Straße von Gibraltar.
Place de France & Ville Nouvelle: Das Zentrum der Neustadt verströmt mit seinen Cafés im französischen Stil (wie dem berühmten Café de Paris) noch immer den nostalgischen Charme des 20. Jahrhunderts.
Grand Socco & Petit Socco: Die beiden zentralen Plätze. Der Grand Socco bildet das lebendige Scharnier zwischen Alt- und Neustadt, während der Petit Socco im Herzen der Medina einst der Treffpunkt von Künstlern und Literaten war.
Die Herkulesgrotte (Grottes d’Hercule): Etwas außerhalb der Stadt (ca. $14\text{ km}$ westlich) liegt diese berühmte Höhle direkt am Atlantik. Ihre Öffnung zum Meer hin erinnert verblüffend an die Umrisse des afrikanischen Kontinents. Laut der Mythologie soll Herkules hier vor seinen Heldentaten geruht haben.
Nach dem Check-in unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Dar Al-Baroud Tower, von wo aus wir einen ersten Eindruck dieser faszinierenden Hafenstadt gewinnen konnten.
Ein langer, aber eindrucksvoller erster Tag ging zu Ende – voller neuer Eindrücke, Landschaften und kultureller Highlights.
Frankfurt
Von Tanger über Chefchaouen nach Fès
Der zweite Tag begann früh – unser Ziel war die Königsstadt Fès. Doch bevor wir die lange Strecke in Angriff nahmen, erkundeten wir noch einige Highlights rund um Tanger.
Unser erster Halt führte uns zu den Nécropoles Punicoromaines. Von dort bot sich ein spektakulärer Blick über die Straße von Gibraltar bis hin nach Tarifa und Gibraltar – Afrika und Europa zum Greifen nah.
Ein echtes Highlight war der anschließende Besuch im legendären Café Hafa. Auf der Terrasse, hoch über dem Meer, genossen wir bei einem Getränk die fantastische Aussicht – ein Moment, der lange in Erinnerung bleibt.
Zurück in der Stadt ging es zum lebendigen Grand Socco, vorbei an der Mosquée Sidi Bouabid und durch das Tor Bab Al Fahs hinein in die Altstadt. Hier spürten wir das authentische Flair Tangers – ein Mix aus Geschichte, Kultur und Alltag.
Nach dieser intensiven Stadterkundung führte uns die Reise weiter ins Landesinnere. Zur Mittagspause kehrten wir im Restaurant Sed Nakhla ein – idyllisch gelegen am Stausee Barrage Nakhla.
Am Nachmittag erreichten wir eines der absoluten Highlights der Reise: Chefchaouen – die berühmte „blaue Stadt“. Auf über 700 Metern Höhe gelegen, verzauberte sie uns sofort mit ihren blau getünchten Häusern und engen Gassen.
Chefchaouen – Geographie und Stadtbild
Chefchaouen (oft auch einfach Chaouen genannt) ist eine weltweit bekannte Kleinstadt im Norden Marokkos. Ihr Markenzeichen ist so einzigartig wie fotogen: Die gesamte Altstadt (Medina) ist in leuchtenden, verschiedenen Blautönen gestrichen. Die Stadt liegt malerisch eingebettet in den Bergen und strahlt eine deutlich entspanntere Atmosphäre aus als die marokkanischen Großstädte.
Hier ist ein kompakter Überblick über die „blaue Perle“ Marokkos:
1. Geografie und Lage
Das Rif-Gebirge: Chefchaouen liegt im Nordwesten Marokkos, tief im Rif-Gebirge. Die Stadt wurde an den Hängen der beiden markanten Berge Tisouka und Megou erbaut. Der Name „Chaouen“ bedeutet auf Berberisch übersetzt „Hörner“ – eine Anspielung auf die Form der Bergspitzen, die über der Stadt thronen.
Erreichbarkeit: Die Stadt liegt etwa $110\text{ km}$ südöstlich von Tanger und rund $200\text{ km}$ nordwestlich von Fès. Aufgrund der bergigen Straßen ist sie am besten mit dem Bus, Taxi oder Mietwagen zu erreichen.
Klima: Durch die Höhenlage (ca. $560\text{ m}$ über dem Meeresspiegel) ist das Klima hier spürbar kühler und frischer als an den Küsten oder im flachen Binnenland. Die Winter können recht kalt und regnerisch sein, während die Sommer angenehm warm, aber selten extrem heiß sind.
2. Warum ist die Stadt blau?
Es gibt verschiedene Theorien und Legenden darüber, wie Chefchaouen zu seinem berühmten blauen Anstrich kam:
Religiöse Bedeutung: Die am weitesten verbreitete Erklärung besagt, dass jüdische Flüchtlinge, die sich in den 1930er Jahren hier niederließen, die Häuser blau strichen. Im Judentum symbolisiert Blau den Himmel und erinnert an Gottes Gegenwart.
Praktischer Nutzen: Eine weltliche Theorie besagt, dass die blaue Farbe Mücken und andere Insekten abwehrt oder dass sie die Häuser in den Sommermonaten kühl hält.
Traditionspflege: Heute ist das Blau vor allem ein geschätztes Markenzeichen. Die Einwohner streichen ihre Häuser zweimal im Jahr frisch, um den einzigartigen Charme der Stadt zu bewahren.
3. Stadtbild und wichtigste Sehenswürdigkeiten
Chefchaouen ist kompakt und lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Das größte Highlight ist das Flanieren durch die blauen Gassen selbst.
Die blaue Medina: Ein Labyrinth aus engen Wegen, Treppen und Torbögen. Hinter jeder Ecke eröffnen sich neue Fotomotive mit verzierten Holztüren, Blumentöpfen und Kunsthandwerk.
Plaza Uta el-Hammam: Der belebte Hauptplatz im Herzen der Altstadt. Er ist gesäumt von Cafés und Restaurants und eignet sich perfekt, um das Treiben zu beobachten.
Die Kasbah: Eine Festung aus dem 15. Jahrhundert, die direkt am Hauptplatz liegt. Im Inneren befinden sich ein schöner andalusischer Garten, ein kleines ethnografisches Museum und ein Turm, der einen tollen Ausblick über die Stadt bietet.
Die Spanische Moschee (Bouzafar): Diese verlassene Moschee liegt auf einem Hügel außerhalb der Stadtmauern. Ein kurzer, etwa 15- bis 20-minütiger Fußweg führt hinauf. Sie ist der absolut beste Ort, um den Sonnenuntergang über der komplett blauen Stadt zu erleben.
Ras el-Maa: Eine natürliche Quelle direkt am östlichen Rand der Medina. Hier fließt frisches Bergwasser ins Tal. Einheimische nutzen den Ort traditionell zum Wäschewaschen, und für Besucher ist es ein angenehm kühler Treffpunkt.
4. Kultur und Handwerk
Die Kultur in Chefchaouen ist stark durch die Berber des Rif-Gebirges sowie durch andalusische Einflüsse (von mauretanischen und jüdischen Flüchtlingen aus Spanien) geprägt.
Handwerk: Die Stadt ist bekannt für ihre traditionellen Handwerkserzeugnisse, die man in den kleinen Läden der Medina kaufen kann. Besonders berühmt sind Decken und Gewänder aus Wolle, handgewebte Teppiche, Lederwaren und der traditionelle Ziegenkäse (Jben) der Region.
Naturtourismus: Neben Kulturliebhabern zieht die Stadt auch viele Wanderer an. Der nahegelegene Talasemtane-Nationalpark bietet spektakuläre Routen durch Pinienwälder, vorbei an Schluchten und Wasserfällen (wie den Cascades d’Akchour).
Unser Spaziergang führte uns vom Bab el Mahrouk durch die verwinkelten Straßen, vorbei am Bab El Onsar bis hin zum Ras El Maa – einer kleinen Quelle am Rande der Stadt. Unser Hotel, das Hotel Jibal Chefchaouen, bot den perfekten Ausgangspunkt für diesen unvergesslichen Aufenthalt.
Nach diesem eindrucksvollen Stopp setzten wir unsere Reise fort. Unterwegs passierten wir den Pont du Loukkos, eine historisch bedeutende Brücke, die einst die Grenze zwischen französischem und spanischem Protektorat markierte.
Ein kurzer Halt beim Motel Rif sorgte für eine kleine Stärkung, bevor wir am Barrage Sidi Chahed frischen Orangensaft genossen – für nur 20 Dirham ein herrlich erfrischender Genuss.
Am Abend erreichten wir schließlich Fès und unser Hotel, das Hotel Les Mérinides. Nach dem Abendessen ließen wir den Tag mit einem Spaziergang zum nahegelegenen Aussichtspunkt Vue panoramique El Meriniyine ausklingen. Der Blick über die Lichter der Stadt war der perfekte Abschluss eines ereignisreichen Tages.
Die Königsstadt Fès entdecken
Der Morgen begann mit einem herrlichen Ausblick über die Dächer von Fès. Von unserem Hotel hoch über der Stadt konnten wir bereits erahnen, welche Dimensionen die älteste der marokkanischen Königsstädte besitzt.
Fès – Geographie und Sehenswürdigkeiten
Fès (auch Fez) ist das spirituelle, kulturelle und intellektuelle Herz Marokkos. Sie ist die älteste der vier Königsstädte des Landes und beherbergt die größte mittelalterliche Altstadt der Welt. Wer tief in die Geschichte und die traditionelle Seele Marokkos eintauchen möchte, kommt an Fès nicht vorbei.
Seit 1981 gehört die gesamte Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier ist ein kompakter Überblick über diese faszinierende Metropole:
1. Geografie und Gliederung
Fès liegt im Norden des marokkanischen Binnenlands, eingebettet in ein fruchtbares Tal zwischen dem Rif-Gebirge im Norden und dem Mittleren Atlas im Süden. Die Stadt teilt sich im Wesentlichen in drei Bereiche:
Fès el-Bali (Alt-Fès): Das historische Herz der Stadt, gegründet im 8. Jahrhundert. Es ist ein riesiges, autofreies Labyrinth aus über 9.000 engen Gassen.
Fès el-Jedid (Neu-Fès): Gegründet im 13. Jahrhundert von der Meriniden-Dynastie. Hier befinden sich der Königspalast und das historische jüdische Viertel (Mellah).
Ville Nouvelle (Die Neustadt): Von den Franzosen während der Kolonialzeit im 20. Jahrhundert angelegt. Hier dominieren breite Boulevards, moderne Geschäfte, Cafés und Hotels.
2. Historische und Geistige Bedeutung
Fès gilt als das Zentrum der Gelehrsamkeit in der islamischen Welt.
Die älteste Universität der Welt: Die Al-Qarawīyīn-Moschee und -Universität wurde bereits im Jahr 859 von einer Frau, Fatima al-Fihri, gegründet. Sie gilt laut UNESCO und Guinness-Buch der Rekorde als die älteste kontinuierlich betriebene Bildungseinrichtung der Welt.
Wiege der Kultur: Jahrhundertelang zog Fès Gelehrte, Philosophen, Astronomen und Theologen aus dem gesamten Mittelmeerraum an, was der Stadt den Ruf eines „Athen Afrikas“ einbrachte.
3. Stadtbild und wichtigste Sehenswürdigkeiten
Das Gerberviertel (Chouara-Gerberei): Das wohl berühmteste und am meisten fotografierte Motiv der Stadt. Seit dem Mittelalter wird hier Leder in riesigen, mit bunten Farben gefüllten Steinbecken auf exakt dieselbe Weise wie vor Jahrhunderten von Hand gegerbt und gefärbt. Der Geruch ist intensiv (Besucher bekommen oft frische Minzzweige gereicht).
Bab Boujeloud (Das Blaue Tor): Das monumentale, prächtige Haupttor zur Altstadt Fès el-Bali. Die Außenseite ist mit blauen Kacheln (der traditionellen Farbe von Fès) verziert, während die Innenseite in Grün (der Farbe des Islam) erstrahlt.
Die Medersas (Koranschulen): Meisterwerke der islamischen Architektur. Besonders die Medersa Bou Inania und die Medersa Al-Attarine beeindrucken durch ihre detailverliebten Holzschnitzereien, kunstvollen Stuckarbeiten und Mosaike (Zellij).
Der Königspalast (Dar al-Makhzen): Der Palast selbst kann zwar nicht von innen besichtigt werden, aber die riesigen, goldenen Messingtore an der Außenseite, umrahmt von feinsten Fliesenarbeiten, sind ein absoluter Anziehungspunkt.
Die Meriniden-Gräber: Die Ruinen dieser monumentalen Grabstätten liegen auf einem Hügel außerhalb der Stadtmauern. Von hier aus hat man – besonders zum Sonnenuntergang – den spektakulärsten Panoramablick über das schier endlose Häusermeer der Altstadt.
4. Handwerk und Tradition
Fès ist die unbestrittene Hauptstadt des marokkanischen Kunsthandwerks. Die Handwerker (Handwerk heißt hier Maâlem) sind extrem hoch angesehen.
Die Souks: Die Märkte in der Altstadt sind streng nach Branchen aufgeteilt (Gewürze, Henna, Textilien, Kupferschmiede).
Berühmte Produkte: Fès ist weltbekannt für seine Keramik (insbesondere die kobaltblauen Muster auf weißem Grund), feine Lederwaren (Babouches/Slipper, Taschen), handgewebte Teppiche und kunstvoll ziselierte Kupfer- und Messingwaren. Auch die bekannte rote Kopfbedeckung, der Fez, hat hier ihren Ursprung.
Mit dem Bus fuhren wir zunächst zum Boulevard Boukhsissat. Am historischen Stadttor Bab Al Amer begann unsere Erkundung der berühmten Medina von Fès. Gemeinsam mit unserem Guide tauchten wir in eine andere Welt ein. Hinter den mächtigen Mauern erwartete uns ein Labyrinth aus engen Gassen, kleinen Werkstätten, Märkten und Wohnhäusern.
Schon nach wenigen Minuten wurde klar, warum die Altstadt von Fès als eine der faszinierendsten historischen Städte der islamischen Welt gilt. Zwischen Händlern, Handwerkern, Eselskarren und Einheimischen herrschte ein ständiges Kommen und Gehen.
Ein erster Halt erfolgte am Bab Al Qsar. Anschließend besuchten wir die wunderschönen Jnan-Sbil-Gärten. Nach dem Trubel der Medina wirkte die grüne Oase mit ihren Palmen, Brunnen und schattigen Wegen beinahe wie eine andere Welt.
Weiter ging es zum Borj Sud. Von der historischen Festungsanlage bot sich ein fantastischer Panoramablick auf die riesige Medina von Fès. Von hier oben wurden die Ausmaße der Stadt erst richtig sichtbar.
Ein weiteres Highlight war der Besuch von Art Naji. Die traditionelle Keramikwerkstatt zeigte eindrucksvoll, mit welcher Präzision und Geduld die berühmten marokkanischen Mosaike und Keramiken hergestellt werden. Handwerkskunst auf höchstem Niveau.
Anschließend tauchten wir erneut in die endlosen Gassen der Altstadt ein. Überall wurde gehandelt, gearbeitet, gekocht und verkauft. Die Medina wirkte wie ein lebendiges Freilichtmuseum.
Zum Mittagessen kehrten wir im Restaurant Nejjarine ein. In angenehmer Atmosphäre konnten wir uns stärken und die bisherigen Eindrücke Revue passieren lassen.
Am Nachmittag besuchten wir eine traditionelle Stoffweberei und erhielten Einblicke in die jahrhundertealten Techniken der Textilherstellung.
Danach standen zwei bedeutende Sehenswürdigkeiten auf dem Programm: die Medersa Attarine mit ihren prachtvollen Verzierungen sowie die berühmte Moschee al-Qarawiyin, die als eine der ältesten kontinuierlich betriebenen Bildungseinrichtungen der Welt gilt.
Über den Seffarine-Platz mit seinen Kupferschmieden führte unser Weg schließlich zu den berühmten Chouara-Gerbereien. Das riesige Areal mit seinen zahlreichen Farbbecken zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen von Fès. Der Anblick der traditionellen Lederverarbeitung beeindruckte ebenso wie die jahrhundertealten Arbeitsmethoden.
Am späten Nachmittag kehrten wir voller Eindrücke ins Hotel zurück. Fès zeigte sich als faszinierende Stadt voller Geschichte, Kultur und Handwerkskunst.
Von Fès durch den Mittleren Atlas nach Erfoud
Heute lag eine lange, aber landschaftlich abwechslungsreiche Strecke vor uns. Früh am Morgen verließen wir Fès in Richtung Süden.
Die Route führte zunächst über den Place de la Résistance hinaus aus der Stadt. Nach einigen Stunden erreichten wir die Station Ziz, wo wir eine erste Pause einlegten.
Anschließend ging es weiter nach Ifrane. Die Stadt wird aufgrund ihrer gepflegten Straßen, ihrer sauberen Parkanlagen und ihrer europäischen Architektur oft als „Schweiz Marokkos“ bezeichnet. Im De La Paix Botanical Garden genossen wir die ruhige Atmosphäre. Natürlich durfte auch ein Foto mit der berühmten Löwenstatue von Ifrane nicht fehlen.
Über Zaida führte die Reise weiter zum Restaurant 7. Während des Mittagessens bot sich ein überraschender Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas. Ein beeindruckender Kontrast zur Wüstenlandschaft, die uns in den kommenden Tagen erwarten sollte.
Die moderne Nationalstraße RN17 überraschte mit großzügig ausgebauten Fahrbahnen und sogar Radwegen entlang weiter Strecken.
Ein Höhepunkt des Tages war der Aussichtspunkt über das Ziz-Tal. Von hier aus bot sich ein grandioser Blick auf den Ziz-Fluss und die ausgedehnten Palmenoasen von Zoula und den umliegenden Dörfern. Das satte Grün der Oasen bildete einen faszinierenden Kontrast zu den rotbraunen Bergen der Umgebung.
Nach einem langen Reisetag erreichten wir schließlich Erfoud am Rand der Sahara. Unser Quartier, das Kasbah Hotel Chergui, überzeugte sofort mit seinem traditionellen Stil, großzügigen Zimmern und angenehmer Atmosphäre.
Erfoud – Geographie und Sehenswürdigkeiten
Erfoud (auch Arfoud) ist eine charmante Oasenstadt im Südosten Marokkos, direkt am Rande der imposanten Sahara. Sie wird oft als das „Tor zur Wüste“ bezeichnet, da sie für die meisten Reisenden der letzte größere Ausgangspunkt vor den weltberühmten Sanddünen des Erg Chebbi bei Merzouga ist.
Neben ihrer strategischen Lage für den Tourismus ist die Stadt vor allem für ein geologisches Phänomen weltbekannt: Fossilien.
Hier ist ein kompakter Überblick über Erfoud:
1. Geografie und Lage
Die Region: Erfoud liegt im Tafilalet-Oasenkomplex in der Region Drâa-Tafilalet, unweit der algerischen Grenze. Die Stadt wird vom Fluss Oued Ziz gespeist, was die umliegende Region trotz der Wüstennähe sehr grün und fruchtbar macht.
Das Landschaftsbild: Die Umgebung ist geprägt von rötlichen Lehmhäusern, kargen Wüstenplateaus und riesigen Dattelpalmenhainen.
Klima: Es herrscht ein extremes Wüstenklima. Die Sommer sind sehr heiß und trocken (oft weit über $40^\circ\text{C}$), während die Wintertage angenehm mild sind, die Nächte in der Wüste jedoch empfindlich kalt (nahe dem Gefrierpunkt) werden können.
2. Die Welthauptstadt der Fossilien
Vor Hunderten von Millionen Jahren (im Paläozoikum) war die Region rund um Erfoud der Boden eines prähistorischen Meeres. Heute ist die Gegend eine der reichsten Fundstätten für Fossilien weltweit.
Die Funde: Besonders häufig findet man hier versteinere Seelilien, Goniatiten und Orthoceren (tintenfischähnliche Urzeittiere) sowie Seelilien, die oft über 350 Millionen Jahre alt sind.
Die Industrie: In Erfoud hat sich ein riesiges Kunsthandwerk rund um diese Jahrmillionen alten Schätze entwickelt. Der hier abgebaute, fossilienreiche Marmor wird in lokalen Werkstätten verarbeitet – von kleinen Souvenirs und Schmuckstücken über Waschbecken und Tischplatten bis hin zu monumentalen Skulpturen. Ein Besuch in einer dieser Marmorwerkstätten (Marmar) ist ein absolutes Highlight.
3. Wirtschaft und Kultur
Dattelanbau: Das Tafilalet-Tal ist eines der größten Dattelanbaugebiete Marokkos. Erfoud ist das Handelszentrum für diese Früchte. Jedes Jahr im Oktober findet hier die berühmte „Guetna“ (das Dattelfest) statt, bei dem die Ernte mit traditioneller Musik, Tänzen und großen Märkten gefeiert wird.
Filmkulisse: Aufgrund der spektakulären, unendlichen Wüstenlandschaft und der markanten Festungsarchitektur (Ksour) in der Umgebung war Erfoud schon oft Kulisse für Hollywood-Produktionen. Teile von Filmen wie Die Mumie, Prince of Persia oder der James-Bond-Film Spectre wurden hier oder in der unmittelbaren Umgebung gedreht.
4. Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Der Aussichtspunkt Borj Est: Eine alte Militärfestung auf einem Hügel direkt östlich der Stadt. Von hier oben hat man einen grandiosen Rundumblick auf die Stadt, die schier endlos wirkenden Palmenoasen des Ziz-Tals und die Ausläufer der Wüste. Besonders zum Sonnenuntergang lohnt sich der Aufstieg.
Die Ksour (Festungsdörfer): In der Umgebung von Erfoud gibt es zahlreiche traditionelle, befestigte Dörfer aus Stampflehm, die einen Einblick in das ursprüngliche Leben der Berber und Wüstenvölker bieten.
Ausgangspunkt für den Erg Chebbi: Die meisten Besucher nutzen Erfoud als Zwischenstopp, um von hier aus mit Allradfahrzeugen (4×4) oder Kamelen in die ca. $50\text{ km}$ südlich gelegenen, bis zu $150\text{ m}$ hohen Sanddünen von Merzouga aufzubrechen.
Märkte, Fossilien und Wüstenstimmung rund um Erfoud
Der heutige Tag begann etwas entspannter.
Erster Programmpunkt war der Besuch der Macro Fossiles Kasbah. Die Region rund um Erfoud ist weltweit für ihre Fossilien bekannt. In den Werkstätten konnten wir beobachten, wie Millionen Jahre alte Fossilien freigelegt, geschliffen und zu beeindruckenden Kunstwerken verarbeitet werden.
Natürlich fehlte auch ein großer Verkaufsbereich nicht, in dem zahlreiche Fossilien, Tische, Schalen und Dekorationsgegenstände angeboten wurden.
Danach ging es nach Rissani. Der dortige Souk gilt als einer der ursprünglichsten Märkte Marokkos. Hier erlebten wir authentisches Marktgeschehen mit Gewürzen, Kleidung, Werkzeugen, Tieren und unzähligen weiteren Waren. Das geschäftige Treiben vermittelte einen eindrucksvollen Eindruck vom traditionellen Handel in Nordafrika.
Ein weiterer Halt führte uns zum Mausoleum von Moulay Ali Cherif, dem Begründer der heutigen marokkanischen Herrscherdynastie.
Am Abend stand für viele Teilnehmer ein besonderes Erlebnis auf dem Programm: ein Sundowner-Ausflug in die Wüste. Während zahlreiche Mitreisende die Dünenlandschaft bei Sonnenuntergang genossen, entschieden wir uns für einen ruhigen Abend im Hotel.
Die Rückkehrer berichteten später begeistert von einem unvergesslichen Erlebnis mit spektakulären Farben über den Dünen der Sahara.
Durch die Todra-Schlucht nach Ouarzazate
Früh am Morgen verließen wir Erfoud und machten uns auf den Weg nach Ouarzazate.
Die erste Pause erfolgte im Café Restaurant Itran, bevor die Fahrt durch die beeindruckenden Landschaften Südmarokkos weiterging.
Über Tinghir und Toudgha El Oulia erreichten wir schließlich die berühmte Todra-Schlucht. Die bis zu mehrere hundert Meter hohen Felswände ragen links und rechts nahezu senkrecht empor und bilden eine der spektakulärsten Naturlandschaften des Landes.
Bei einer ausgedehnten Wanderung durch die Schlucht konnten wir die gewaltigen Dimensionen dieses Naturwunders hautnah erleben. Die engen Passagen, die steilen Felsen und das klare Wasser machten den Aufenthalt zu einem Höhepunkt der Reise.
Zum Mittagessen kehrten wir im Restaurant Inass in Imziln ein. In entspannter Atmosphäre stärkten wir uns für die Weiterfahrt.
Auf der Nationalstraße RN10 begleiteten uns anschließend immer wieder beeindruckende Ausblicke auf schneebedeckte Gipfel des Hohen Atlas. Gleichzeitig war in der Ferne der markante Turm des Noor-3-Solarkraftwerks sichtbar, der selbst aus großer Entfernung das Landschaftsbild prägt.
Kurz vor Ouarzazate legten wir noch einen Halt an der Kasbah Taourirt ein. Die historische Lehmfestung vermittelt einen Eindruck von der früheren Bedeutung der Stadt als Karawanenstation.
Ouarzazate – Geographie und Sehenswürdigkeiten
Ouarzazate (gesprochen: War-sa-sat) wird oft als das „Tor zur Straße der Tausend Kasbahs“ oder das „Hollywood Marokkos“ bezeichnet. Die Stadt liegt strategisch günstig auf einem Hochplateau südlich des Hohen Atlas und bildet den perfekten Übergang zwischen dem Gebirge und den tiefen Flusstälern, die in die Sahara führen.
Sie ist weltberühmt für ihre monumentale Lehmarchitektur und als eine der wichtigsten Filmkulissen der internationalen Kino- und Serienindustrie.
Hier ist ein kompakter Überblick über Ouarzazate:
1. Geografie und Lage
Das Hochplateau: Ouarzazate liegt auf rund $1160\text{ m}$ Höhe an der Schnittstelle zwischen dem Hohen Atlas im Norden und dem Anti-Atlas im Süden. Hier fließen die Flüsse Dades und Imini zusammen und bilden den Drâa, den längsten Fluss Marokkos.
Klima: Es herrscht ein halbwüstenartiges Kontinentalklima. Die Sommer sind sehr heiß und trocken, während die Wintertage sonnig, die Nächte aufgrund der Höhenlage jedoch empfindlich kalt sein können.
Verkehrsknotenpunkt: Die Stadt ist der zentrale Ausgangspunkt für Touren in das Drâa-Tal, das Dades-Tal, die Todra-Schlucht und weiter zu den Sanddünen von M’Hamid oder Merzouga.
2. Das „Hollywood Marokkos“
Das intensive, klare Licht, die abwechslungsreiche Landschaft (Wüste, Oasen, Berge) und die günstigen Produktionsbedingungen haben Ouarzazate zu einem globalen Zentrum des Filmschaffens gemacht.
Die Atlas Corporation Studios: Die 1983 gegründeten Studios gehören flächenmäßig zu den größten Filmstudios der Welt. Besucher können die gigantischen Kulissen im Rahmen von Führungen besichtigen.
Berühmte Produktionen: In Ouarzazate und Umgebung wurden unzählige Filmklassiker und Serien gedreht, darunter Lawrence von Arabien, Gladiator, Die Mumie, Königreich der Himmel, Prince of Persia sowie wesentliche Teile der Erfolgsserie Game of Thrones.
3. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Aït Ben Haddou: Dieses weltberühmte, befestigte Dorf (Ksar) aus Stampflehm liegt etwa $30\text{ km}$ nordwestlich von Ouarzazate. Es gilt als das prachtvollste Beispiel südmarokkanischer Lehmarchitektur, steht seit 1987 unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes und diente als Kulisse für fast alle oben genannten Monumentalfilme.
Kasbah Taourirt: Diese monumentale Festungsanlage liegt direkt im Stadtgebiet von Ouarzazate. Sie war im 19. Jahrhundert der Stammsitz des mächtigen Glaoui-Clans, der damals den Handel über die Atlaspässe kontrollierte. Das Innere beeindruckt durch ein Labyrinth aus verzierten Räumen, engen Gängen und Innenhöfen.
Das Filmmuseum (Musée du Cinéma): Direkt gegenüber der Kasbah Taourirt gelegen, bietet es einen schönen Einblick in alte Requisiten, Kameras und Kulissenteile vergangener Produktionen.
4. Wirtschaft und Zukunft: Das Noor-Solarkraftwerk
Neben dem Tourismus und der Filmindustrie steht Ouarzazate heute für modernste Zukunftstechnologie:
Noor Ouarzazate: Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich einer der größten Solarkraftwerkskomplexe der Erde. Die Anlage nutzt modernste CSP-Technologie (Concentrated Solar Power) mit riesigen Spiegeln, die das Sonnenlicht bündeln, um sauberen Strom zu erzeugen. Es ist das Flaggschiffprojekt Marokkos auf dem Weg zur Energiewende.
Anschließend besuchten wir den Teppich- und Schmuckladen Labyrinth Du Sud in Tabounte.
Am Abend erreichten wir schließlich unser Hotel Karam Palace. Nach einem langen und abwechslungsreichen Tag waren alle froh, das Tagesziel erreicht zu haben.
Von Ouarzazate über den Hohen Atlas nach Marrakesch
Heute führte unsere Route von Ouarzazate nach Marrakesch.
Die Region gilt als Zentrum der marokkanischen Filmindustrie. Schon kurz nach der Abfahrt passierten wir die Atlas Studios und die CLA Studios. Zahlreiche internationale Produktionen wurden hier gedreht, weshalb Ouarzazate oft als das „Hollywood Marokkos“ bezeichnet wird.
Anschließend erreichten wir Aït Ben Haddou, eine der bekanntesten Kasbahs Nordafrikas und UNESCO-Weltkulturerbe.
Über den Fluss Asif Ounila stiegen wir hinauf zum alten Speicher Vieux Grenier. Von dort bot sich ein grandioser Blick auf die Kasbah und die umliegende Landschaft. In dieser einzigartigen Kulisse entstanden zahlreiche bekannte Filmproduktionen, darunter „Lawrence von Arabien“, „Gladiator II“, „Die Bibel“ und Szenen der Serie „Game of Thrones“.
Nach einer Rast in Rafik begann der spektakuläre Anstieg zum Tizi n’Tichka-Pass. Mit 2.260 Metern Höhe ist er einer der bekanntesten Gebirgspässe Marokkos.
Die Straße schlängelte sich in unzähligen Kurven durch die Bergwelt des Hohen Atlas. Immer wieder eröffneten sich fantastische Ausblicke auf Täler, Berghänge und kleine Berbersiedlungen.
Zum Mittag machten wir Halt im Restaurant Tagudalt. Von dort bot sich ein weiter Blick in Richtung Marrakesch-Ebene.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des von André Heller gestalteten Parks Anima. Die Kombination aus exotischen Pflanzen, Kunstobjekten und fantasievollen Installationen machte den Park zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.
Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Marrakesch. Unser Quartier für die kommenden Tage war das Hotel Grand Plaza.
Marrakesch – Geographie und Sehenswürdigkeiten
Marrakesch (auch Marrakech), bekannt als die „Rote Stadt“ oder die „Perle des Südens“, ist das unbestrittene touristische Zentrum Marokkos. Die ehemalige Königsstadt am Fuße des Hohen Atlas verbindet den Zauber aus Tausendundeiner Nacht mit der Dynamik einer modernen, afrikanischen Metropole.
Hier ist ein kompakter Überblick über Marrakesch:
1. Geografie und Stadtstruktur
Lage: Marrakesch liegt im Südwesten Marokkos in der fruchtbaren Haouz-Ebene, südlich des Flusses Tensift. Das spektakuläre Panorama der schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas bildet im Winter und Frühjahr die Kulisse der Stadt.
Die zwei Gesichter der Stadt:
Die Medina (Altstadt): Umgeben von einer über $19\text{ km}$ langen Stadtmauer aus rötlichem Stampflehm. Sie ist ein Labyrinth aus engen Gassen, farbenfrohen Souks und historischen Palästen.
Gueliz & Hivernage (Neustadt): Von den Franzosen im 20. Jahrhundert angelegt. Hier dominieren breite Alleen, westliche Modegeschäfte, Luxushotels, moderne Cafés und ein lebendiges Nachtleben.
2. Das Herz der Stadt: Der Djemaa el Fna
Der zentrale Marktplatz Djemaa el Fna ist das pulsierende Zentrum von Marrakesch und gehört zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.
Tagsüber bestimmen Saftverkäufer, Gewürzhändler und Akrobaten das Bild.
Nach Sonnenuntergang verwandelt sich der Platz in ein riesiges Open-Air-Restaurant mit Hunderten von Garküchen, umgeben von Geschichtenerzählern, Musikern und Schaustellern.
3. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Die Koutoubia-Moschee: Das unübersehbare Wahrzeichen der Stadt. Ihr $77\text{ m}$ hohes Minarett aus dem 12. Jahrhundert diente als Vorbild für den Hassan-Turm in Rabat und die Giralda in Sevilla.
Der Jardin Majorelle: Ein botanischer Garten, der in den 1920er Jahren vom französischen Maler Jacques Majorelle angelegt und später vom Modeschöpfer Yves Saint Laurent gerettet und restauriert wurde. Charakteristisch ist das leuchtende Kobaltblau (Majorelle-Blau) der Gebäude. Direkt daneben befindet sich das Musée Yves Saint Laurent.
Der Bahia-Palast: Ein Meisterwerk der marokkanischen Architektur aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Palast erstreckt sich über acht Hektar und besticht durch prachtvolle Innenhöfe, Schnitzereien aus Zedernholz und kunstvolle Mosaike.
Die Saadier-Gräber: Eine prunkvolle Nekropole aus dem 16. Jahrhundert, die erst 1917 wiederentdeckt wurde. Besonders der „Saal der zwölf Säulen“ aus italienischem Carrara-Marmor ist architektonisch beeindruckend.
Die Medersa Ben Youssef: Einst die größte islamische Hochschule (Koranschule) Nordafrikas. Der zentrale Innenhof ist ein absolutes Juwel der Stuck- und Kachelkunst.
4. Wirtschaft und Tourismus
Tourismus als Motor: Marrakesch lebt primär vom Tourismus. Die Stadt verfügt über eine extrem hohe Dichte an Riads – traditionellen marokkanischen Häusern mit einem Innenhof, die zu charmanten Boutique-Hotels umgewandelt wurden.
Kunsthandwerk: Die Souks von Marrakesch gehören zu den größten des Landes. Tausende Handwerker fertigen und verkaufen hier Lederwaren, Laternen, Teppiche, Keramik und Gewürze.
Kongressstadt: Marrakesch hat sich auch als wichtiger internationaler Tagungsort für globale Konferenzen, Kultur- und Filmfestivals etabliert.
Nach dem Abendessen unternahmen wir noch einen kurzen Spaziergang zum nahegelegenen Théâtre Royal sowie zum modernen Bahnhof Gare ONCF Marrakesch. Leider war das Theater bereits geschlossen, dennoch vermittelte die Umgebung einen ersten Eindruck von der modernen Seite Marrakeschs.
Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende. Hinter uns lagen die Wüstenregionen und die Bergwelt des Atlas. Vor uns wartete nun die vielleicht berühmteste Stadt Marokkos: Marrakesch.
Marrakesch intensiv erleben
Nach den eindrucksvollen Tagen in Wüste, Gebirge und Königsstädten stand heute die Besichtigung von Marrakesch auf dem Programm. Die „Perle des Südens“ zeigte sich von ihrer lebhaften und farbenfrohen Seite.
Am Vormittag führte uns die Stadtrundfahrt zunächst in Richtung Flughafen zu den berühmten Menara-Gärten. Die weitläufige Anlage mit ihren Olivenhainen bildet eine grüne Oase vor den Toren der Stadt. Besonders beeindruckend war der Blick auf den historischen Menara-Pavillon, dessen Spiegelung sich im Wasserbecken vor der Kulisse des Hohen Atlas zeigte.
Weiter ging es zum Park Lalla Hasna und anschließend zur Koutoubia-Moschee. Mit ihrem 77 Meter hohen Minarett ist sie das Wahrzeichen Marrakeschs und die größte Moschee der Stadt. Das elegante Bauwerk dient seit Jahrhunderten als Orientierungspunkt für Besucher und Einheimische gleichermaßen.
Nur wenige Minuten später erreichten wir den berühmtesten Platz Marokkos: den Jemaa el-Fnaa. Schon am Vormittag herrschte hier reges Treiben. Händler, Gaukler, Musiker und Marktstände sorgten für eine einzigartige Atmosphäre.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Le Jardin Secret. Hinter unscheinbaren Mauern verbirgt sich ein prachtvoll restaurierter Palastkomplex mit wunderschönen Innenhöfen, Brunnen und Gartenanlagen. Die kunstvolle Architektur vermittelte einen Eindruck vom Reichtum vergangener Jahrhunderte.
Anschließend tauchten wir tief in die Souks von Marrakesch ein. Die engen Gassen wirkten wie ein Labyrinth. Überall wurde gehandelt, gefeilscht und gearbeitet. Gewürze, Lederwaren, Lampen, Teppiche und Schmuck wurden in unzähligen kleinen Geschäften angeboten. Das geschäftige Treiben war faszinierend und überwältigend zugleich.
Mit der Medersa Ben Youssef besuchten wir danach eines der bedeutendsten historischen Bauwerke Marrakeschs. Die ehemalige Koranschule aus dem 16. Jahrhundert beeindruckte mit ihren aufwendigen Holzschnitzereien, kunstvollen Mosaiken und der harmonischen Architektur.
Zum Mittagessen kehrten wir im Restaurant Le Douar in der Medina ein. Die marokkanische Küche bot erneut zahlreiche kulinarische Genüsse.
Anschließend führte uns der Weg durch den Jardin Sidi Hmed El Kamel, vorbei an zahlreichen Garküchen und Straßenhändlern. Über die Rue Tougma gelangten wir schließlich zur Moulay al-Yazid Moschee.
Für viel Unterhaltung sorgte der Besuch der Herboristerie Bab Agnaou in der Rue Oqba Ben Nafaa. Die Präsentation der verschiedensten Kräuter, Gewürze, Öle und Naturprodukte entwickelte sich schnell zu einer kurzweiligen Verkaufsshow. Es wurde viel gelacht, und natürlich fanden auch einige Produkte den Weg in die Einkaufstaschen unserer Reisegruppe.
Am Nachmittag legten wir eine Pause im Café-Restaurant L’Adresse ein. Von der Dachterrasse bot sich ein herrlicher Blick über den Place Jemaa el-Fnaa und das geschäftige Treiben auf dem Platz.
Nach dem Abendessen im Hotel Grand Plaza war der Tag noch lange nicht beendet. Gemeinsam mit fünf weiteren Reiseteilnehmern fuhren wir per Taxi erneut in die Altstadt. Ziel war das Café Glacier am Jemaa el-Fnaa.
Von der Dachterrasse des Le Grand Balcon du Café Glacier bot sich ein fantastischer Blick auf das nächtliche Spektakel. Der Eintritt bestand praktisch aus dem Kauf eines Getränks – eine Cola in der Dose genügte bereits.
Von oben beobachteten wir das bunte Treiben auf dem Platz. Feuerschlucker, Musiker, Akrobaten und zahlreiche andere Künstler sorgten für eine einzigartige Atmosphäre. Die Lichter, Geräusche und Gerüche machten diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Erst spät kehrten wir per Taxi ins Hotel zurück. Ein großartiger Tag in einer faszinierenden Stadt.
Ein letzter Tag in den Souks von Marrakesch
Der letzte volle Urlaubstag begann entspannt.
Zu Fuß machten wir uns vom Hotel aus auf den Weg in Richtung Medina. Vorbei am Royal Theatre führte unser Spaziergang zunächst durch den gepflegten Parc El Harti, eine grüne Oase mitten in der Großstadt.
Unser erstes Ziel war das Ensemble Artisanal. Der Handwerkskomplex bietet lokalen Kunsthandwerkern die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren und zu verkaufen. Hier fanden sich zahlreiche hochwertige Produkte aus Holz, Leder, Keramik und Metall. Natürlich wurde auch die Gelegenheit zu einigen letzten Einkäufen genutzt.
Danach ging es erneut in die Souks von Marrakesch. Obwohl wir die Altstadt bereits am Vortag besucht hatten, entdeckten wir ständig neue Gassen, Geschäfte und kleine Plätze. Das geschäftige Treiben faszinierte immer wieder aufs Neue.
Eine Pause legten wir im Chibani nahe Bab Ftouh ein. Über eine steile Treppe gelangten wir auf die Dachterrasse. Die Mühe wurde mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Bei Cappuccino und kleinen Snacks genossen wir die entspannte Atmosphäre und beobachteten das Leben unter uns.
Anschließend zog es uns erneut zum Jemaa el-Fnaa. Diesmal konnten wir sogar Schlangenbeschwörer bei ihrer Vorführung beobachten – ein Anblick, den man sonst nur aus Filmen oder Dokumentationen kennt.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir damit, durch die Souks zu schlendern, Souvenirs zu kaufen und die besondere Atmosphäre Marrakeschs ein letztes Mal aufzusaugen.
Zu Fuß machten wir uns schließlich auf den Rückweg. Durch den Jardin des Arts und den Parc El Harti erreichten wir wieder unser Hotel.
Bei einem gemeinsamen Getränk ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren. Nach dem Abendessen machte sich bei vielen bereits etwas Wehmut breit. Elf Tage voller Eindrücke, Begegnungen und Erlebnisse neigten sich langsam dem Ende entgegen.
Abschied von Marokko und Heimreise
Nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen.
Der Transfer zum nahegelegenen Flughafen verlief problemlos. Schon bald begann der Rückflug nach Frankfurt. Der Flug verlief ruhig und angenehm, sodass wir ausreichend Zeit hatten, die vielen Eindrücke der vergangenen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen.
Nach der Landung in Frankfurt stärkten wir uns zunächst mit einem kleinen Snack am Flughafen, mit Michael Steinbrecher am Nebentisch. Anschließend ging es weiter mit der Bahn in Richtung Heimat.
Erfreulicherweise verlief auch die Zugfahrt vollkommen planmäßig. Pünktlich erreichten wir Tamm. Der Hinweis „Thank you for travelling with Deutsche Bahn“ sorgte dabei sogar für ein kleines Schmunzeln – es geht also doch!
Mit der Ankunft zu Hause endete eine beeindruckende Rundreise durch Marokko. Von den modernen Städten Casablanca und Rabat über die historische Medina von Fès, die Wüstenregion rund um Erfoud, die spektakulären Landschaften des Atlasgebirges bis hin zum lebhaften Marrakesch bot die Reise eine außergewöhnliche Vielfalt an Eindrücken.
Besonders in Erinnerung bleiben werden die herzlichen Begegnungen, die faszinierenden Landschaften, die orientalischen Märkte, die historischen Königsstädte und die vielen kulturellen Höhepunkte.
Nicht jeder Programmpunkt verlief immer ganz entspannt. Unser Reiseleiter führte die Gruppe zwar kompetent und zuverlässig durch das umfangreiche Programm, sein Auftreten wurde jedoch von einigen Teilnehmern gelegentlich als recht direkt und streng empfunden.
Den positiven Gesamteindruck der Reise konnte dies jedoch nicht schmälern. Marokko präsentierte sich als abwechslungsreiches, gastfreundliches und faszinierendes Reiseland, das uns mit vielen unvergesslichen Erinnerungen beschenkte.
Fini – eine wunderschöne Reise durch das Königreich Marokko.
Rainy dayMarrakesch AirportKurz vor der LandungLandebahn in SichtFrankfurt AirportStuttgart 31