Nordkap-Lofoten-Vesteralen Rundreise 22.06. – 04.07.2026Von Stockholm über Umea, Muonia, Skipsfjord (Nordkap), Melbu (Vesteralen), Sorkjosen, Fauske, Umea, mit Verlängerung in Stockholm

Einfach aufklappen und schon erfährt man kurz und bündig alles über die fünf Highlights unserer Rundreise.


In den folgenden Kapiteln ist unsere Rundreise im Stil eines Tagebuchs ausführlich beschrieben.

Anreise und erste Eindrücke von Stockholm

Endlich war der Tag gekommen: Unsere zwölf Tage dauernde Rundreise zum Nordkap mit anschließender Fahrt durch die Lofoten und Vesterålen konnte beginnen. Am Vormittag starteten wir mit Lufthansa von Stuttgart nach Stockholm. Bereits beim Landeanflug beeindruckten die unzähligen Inseln und Wasserflächen der schwedischen Hauptstadt – nicht umsonst wird Stockholm als das „Venedig des Nordens“ bezeichnet.

Pünktlich um 12:10 Uhr landeten wir auf dem Flughafen Arlanda. Dort wurden wir herzlich vom Hauser-Reiseteam mit Trensch, Werner und Wansa empfangen. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 22 Grad herrschten ideale Bedingungen für unsere erste Besichtigung.

Noch bevor wir unser Hotel bezogen, begann um 13 Uhr eine Stadtrundfahrt durch Stockholm. Unterstützt wurde unser Reiseleiter von einer örtlichen Stadtführerin.

Unser erster Halt führte uns zum imposanten Stadshuset, dem berühmten Rathaus Stockholms. Das markante Backsteingebäude mit seinem rund 106 Meter hohen Turm zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Schwedens. Weltberühmt ist das Rathaus vor allem durch das festliche Nobelpreisbankett, das hier jedes Jahr nach der Verleihung der Nobelpreise stattfindet.

Weiter ging es auf die Anhöhen von Södermalm. Von der Stadsgårdsleden bot sich einer der schönsten Ausblicke auf die schwedische Hauptstadt. Vor uns lagen das Fotografiska-Museum, das Kreuzfahrtterminal, der Vergnügungspark Gröna Lund sowie zahlreiche Kirchen und historische Gebäude. Das Zusammenspiel aus Wasser, Inseln und Architektur machte diesen Aussichtspunkt zu einem echten Höhepunkt der Stadtrundfahrt.

Anschließend erreichten wir das Kungliga Slottet, das Königliche Schloss. Von dort spazierten wir durch die engen Gassen der Altstadt Gamla Stan bis zum Stortorget, dem ältesten Platz Stockholms. Die farbenfrohen Häuserfassaden gehören zu den bekanntesten Fotomotiven der Stadt. Direkt am Platz befindet sich auch das Nobelpreismuseum, das an Alfred Nobel und die Geschichte der Nobelpreise erinnert.

Zum Abschluss besuchten wir die Insel Skeppsholmen. Von hier boten sich noch einmal wunderschöne Ausblicke über die Altstadt und die Schärenlandschaft Stockholms.

Etwas schade war allerdings, dass die Erläuterungen unserer örtlichen Reiseleiterin recht knapp ausfielen. Gerade Stockholm mit seiner über 750-jährigen Geschichte hätte viele spannende Geschichten und Hintergrundinformationen geboten.

Am frühen Abend erreichten wir schließlich unser Hotel, das Quality Hotel XPO Arlanda. Nach dem Einchecken war erst einmal Entspannung angesagt. Die Vorfreude auf die kommenden Tage war groß – schließlich lagen noch mehr als 5.000 Kilometer Busreise bis zum Nordkap vor uns.


610 Kilometer nordwärts bis Umeå

Der zweite Reisetag begann mit einer Nachricht, die wohl niemand erwartet hatte.

In der Nacht waren aus unserem Reisebus rund 300 Liter Dieselkraftstoff gestohlen worden. Selbst das erfahrene Hauser-Team zeigte sich überrascht. Dass so etwas ausgerechnet im als besonders sicheren Schweden passiert, hätte wohl niemand gedacht.

Zum Glück konnte das Problem schnell gelöst werden, sodass wir gegen 8:30 Uhr unsere Reise nach Umeå antreten konnten.

Vor uns lagen rund 610 Kilometer auf der Europastraße E4, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Schwedens. Schon bald ließen wir Stockholm hinter uns und passierten die traditionsreiche Universitätsstadt Uppsala. Je weiter wir nach Norden kamen, desto ruhiger wurde der Verkehr und desto dichter wurden die endlosen Wälder.

Unser erster Halt führte uns nach Hamränge. Dort fielen sofort die zahlreichen Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge auf. Schweden scheint auf die Elektromobilität bestens vorbereitet zu sein, Ladeparks dieser Größe sieht man in Deutschland noch eher selten.

Die nächste Pause legten wir im Myre Diner in Njurundabommen ein. Dort kam es zu einer überraschenden Begegnung. Zufällig trafen wir einen Urlauber aus Besigheim, der früher die Realschule in Bietigheim besucht hatte, sogar mit demselben Klassenlehrer, allerdings zwei Jahrgänge vor uns. Wieder einmal zeigte sich, wie klein die Welt manchmal sein kann.

Am Nachmittag erreichten wir die Höga Kusten, die „Hohe Küste“. Von der Touristeninformation bot sich ein herrlicher Blick auf die Högakustenbron, eine der längsten Hängebrücken Skandinaviens. Die elegante Brücke überspannt den mächtigen Ångermanälven und zählt zu den bekanntesten Bauwerken Nordschwedens.

Nach einem ausgiebigen Fotostopp folgte die letzte rund 200 Kilometer lange Etappe ohne weitere Unterbrechung bis nach Umeå.

Unser Hotel, das Elite Hotel Mimer, besitzt eine außergewöhnliche Geschichte. Das Gebäude war früher eine Schule und wurde mit viel Liebe zum Detail zu einem stilvollen Hotel umgebaut. Viele architektonische Elemente erinnern noch heute an seine ursprüngliche Nutzung.

Nach dem Einchecken nutzten wir die Zeit für einen Spaziergang durch Umeå. Obwohl die Stadt über 130.000 Einwohner zählt und als bedeutende Universitätsstadt gilt, wirkte sie erstaunlich ruhig. Vermutlich hatten sich die meisten Studierenden bereits in die Sommerferien verabschiedet.

Wir besichtigten das Rathaus, die moderne Stadtbibliothek, die Umeå Stadskyrka sowie die Uferpromenade am Fluss Umeälven. Die entspannte Atmosphäre machte den Abendspaziergang besonders angenehm.

Nach dem gemeinsamen Abendessen ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Die langen nordischen Sommerabende mit ihrem weichen Licht vermittelten bereits einen ersten Eindruck davon, was uns in Lappland noch erwarten sollte.


Über den Polarkreis nach Finnisch-Lappland

Um 7:30 Uhr hieß es erneut: Koffer verladen und Abfahrt. Mit über 600 Kilometern stand die nächste lange Etappe auf dem Programm.

Die Landschaft veränderte sich zunehmend. Dichte Wälder, glasklare Seen und endlose Straßen bestimmten nun das Bild. Die Besiedlung wurde immer dünner und die Natur gewann zunehmend die Oberhand.

Nach einer kurzen Pause bei Ljusvattnet erreichten wir später Gammelstad Kyrkstad bei Luleå. Die historische Kirchenstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den besterhaltenen ihrer Art weltweit. Rund um die mittelalterliche Kirche gruppieren sich mehr als 400 kleine rote Holzhäuser, die früher den Gläubigen als Übernachtungsmöglichkeit dienten, wenn sie von weit her zum Gottesdienst anreisten.

Ein ganz besonderer Moment wartete wenig später auf uns.

66°33´55″ nördlicher Breite: Auf der Provinzstraße 392 erreichten wir den Polarkreis. Natürlich durfte das obligatorische Gruppenfoto nicht fehlen. Mit einem Glas Sekt wurde die Überquerung des nördlichen Polarkreises gebührend gefeiert.

Ganz ehrlich: Der eigentliche Ort entsprach allerdings nicht ganz unseren Erwartungen. Das berühmte Schild stand auf einem schlichten Parkplatz, umgeben von großen Rohren, Baumaschinen und Baucontainern. Romantik sieht anders aus. Dennoch überwog die Freude – schließlich überschreitet man den Polarkreis nicht alle Tage.

Kurz darauf passierten wir die Grenze nach Finnland. Landschaftlich änderte sich zunächst wenig. Wälder, Seen und Moore wechselten sich in beeindruckender Regelmäßigkeit ab. Die Weite Lapplands vermittelte sofort das Gefühl von Freiheit und Ursprünglichkeit.

Am frühen Abend erreichten wir schließlich Muonio. Direkt am Fluss gelegen empfing uns das gemütliche Harriniva Hotel.

Ein Teil unserer Reisegruppe entschied sich anschließend für den Besuch einer Huskyfarm. Während einer interessanten Führung erfuhren wir viel über das Leben der Schlittenhunde, ihre Ausbildung und ihren Einsatz während der langen Winter in Lappland.

Ein besonderes Erlebnis war die Mitternachtssonne. Selbst am späten Abend wurde es kaum dunkel. Die Sonne stand noch immer tief am Horizont und tauchte die Landschaft in ein warmes, goldenes Licht. Ein faszinierendes Naturschauspiel, das man in Mitteleuropa nur schwer beschreiben kann – man muss es einfach selbst erlebt haben.

Nach dem Abendessen endete ein weiterer eindrucksvoller Reisetag. Mit jedem Kilometer rückte unser großes Ziel näher: das Nordkap – der nördlichste Punkt unserer Reise.


Von Muonio nach Skipsfjord (Honningsvag, Nordkapp) (490 km)

Tag 4: Endlich am Ziel: Das Nordkap! (25.06.2026)

Heute war der Tag, auf den sich wohl alle Teilnehmer unserer Reise seit Monaten gefreut hatten. Das große Ziel rückte endlich in greifbare Nähe: das Nordkap, einer der nördlichsten mit dem Auto erreichbaren Punkte Europas.

Schon früh am Morgen verließen wir unser Hotel in Muonio. Rund 490 Kilometer lagen vor uns – eine Strecke, die landschaftlich abwechslungsreicher kaum hätte sein können.

Nach einem kurzen ersten Halt in Finnland führte uns die Route weiter nach Guovdageaidnu (Kautokeino) in Norwegen. Die kleine Gemeinde gilt als eines der bedeutendsten Zentren der samischen Kultur. Hier leben viele Angehörige der indigenen Bevölkerung Nordskandinaviens, deren Traditionen bis heute lebendig geblieben sind.

Und wieder bewahrheitete sich der Satz: Die Welt ist ein Dorf.

Während unseres Tankstopps kamen wir mit einem Mann ins Gespräch, der tatsächlich dieselbe Schule in Bietigheim besucht hatte. Zufälle gibt es, die kann man kaum glauben – und genau diese Begegnungen machen Reisen oft so besonders.

Je weiter wir nach Norden fuhren, desto rauer und ursprünglicher wurde die Landschaft. Baumgrenzen verschwanden, stattdessen bestimmten Tundra, Felsen, Seen und unzählige Rentiere das Bild. Immer wieder kreuzten die Tiere völlig gelassen die Straße und zwangen unseren Bus zu kurzen Bremsmanövern.

Gegen Mittag erreichten wir Alta, die größte Stadt der Provinz Finnmark.

Hier legten wir einen längeren Aufenthalt ein. Besonders beeindruckte uns die moderne Nordlichtkathedrale (Alta Kirke). Das außergewöhnliche Gebäude mit seiner spiralförmigen Architektur gehört zu den markantesten Kirchen Norwegens und wurde erst 2013 eröffnet. Im Inneren beeindruckte sie durch ihre schlichte Eleganz und die außergewöhnliche Lichtführung.

Nach einem kleinen Stadtbummel und einer Mittagspause setzten wir unsere Reise fort.

Der nächste Halt führte uns nach Levdnjá, einem kleinen, abgelegenen Weiler mitten in der weiten Landschaft Finnmarks. Hier zeigte sich Norwegen von seiner stillen Seite: endlose Fjorde, schroffe Berge und eine nahezu unberührte Natur begleiteten uns.

Über Russenes gelangten wir schließlich an den Porsangerfjord. Entlang der Europastraße E69 eröffneten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf das tiefblaue Wasser, eingerahmt von kahlen Bergen und einer Landschaft, die fast unwirklich erschien. Dazu strahlte die Sonne ununterbrochen vom Himmel – besser hätten die Bedingungen kaum sein können.

Nun begann der letzte Abschnitt zum Nordkap.

Vorbei an Honningsvåg, dem nördlichsten Hafen Norwegens, durchquerten wir den fast sieben Kilometer langen Nordkaptunnel, der das Festland mit der Insel Magerøya verbindet. Bis Ende der 1990er-Jahre war das Nordkap ausschließlich per Fähre erreichbar. Erst der Bau dieses beeindruckenden Unterseetunnels machte eine durchgehende Straßenverbindung möglich.

Am frühen Abend erreichten wir unser Hotel, das Scandic Nordkapp in Skipsfjorden.

Eine interessante Besonderheit: Die Hotelgebäude dienten ursprünglich als Athletenunterkünfte während der Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer. Nach den Spielen wurden sie abgebaut, in den hohen Norden transportiert und dort wieder aufgebaut – eine außergewöhnliche Geschichte.

Nach dem Abendessen blieb nur wenig Zeit zum Ausruhen.
Gegen 21 Uhr begann schließlich der eigentliche Höhepunkt unserer gesamten Reise.

Da für die letzten 26 Kilometer zum Nordkap besondere Vorschriften gelten, übernahm ein norwegischer Busfahrer die Fahrt. Andere Länder, andere Regeln.

Bereits unterwegs wartete die erste Überraschung.

Am Aussichtspunkt Turfjordhøyda bot sich ein fantastischer Blick über den Fjord. In der Ferne konnten wir bereits das Nordkap erkennen. Obwohl es inzwischen später Abend war, stand die Sonne noch immer hoch am Himmel. Sonnenuntergang? Fehlanzeige. Hier oberhalb des Polarkreises herrscht im Sommer schließlich die berühmte Mitternachtssonne.

Und dann war es endlich soweit.

21:35 Uhr – Ankunft am Nordkap.

Die berühmten Koordinaten 71°10’21“ nördlicher Breite waren erreicht.

Was für ein Moment!

Unser Reiseleiter erzählte uns, dass der Himmel am Nordkap häufig wolkenverhangen sei und Besucher oftmals Nebel oder Regen erleben. Wir dagegen hatten unglaubliches Glück. Strahlender Sonnenschein, wolkenloser Himmel und nahezu windstille Bedingungen begleiteten unseren gesamten Aufenthalt.

Besser hätte das Wetter kaum sein können.

Natürlich führte unser erster Weg sofort zum weltberühmten Globus, dem Wahrzeichen des Nordkaps. Erstaunlicherweise war dieser sogar zeitweise nahezu menschenleer, eine seltene Gelegenheit für Erinnerungsfotos ohne große Besuchergruppen.

Anschließend blieb genügend Zeit, die Nordkaphalle ausführlich zu erkunden.

Der beeindruckende Panoramafilm im Cave of Lights zeigte die vier Jahreszeiten am Nordkap und machte deutlich, welchen extremen Bedingungen Mensch und Natur hier ausgesetzt sind.

Wir besuchten außerdem das Monument „Children of the World“, das als Symbol für Frieden und internationale Verständigung errichtet wurde.

Auch das Midnattsolmonumentet sowie der offizielle Startpunkt des europäischen Fernwanderwegs E1, der bis nach Sizilien führt, gehörten selbstverständlich zu unserem Rundgang.

Immer wieder zog es uns jedoch hinaus auf die Klippen.

Dort standen wir einfach nur da, blickten auf das Eismeer und genossen diesen einzigartigen Ort. Die Sonne stand selbst um Mitternacht noch über dem Horizont und tauchte Meer und Felsen in ein warmes, goldenes Licht.

Ein Naturschauspiel, das sich kaum in Worte fassen lässt.

Erst gegen 0:15 Uhr machten wir uns langsam auf den Rückweg zum Bus. Nach unzähligen Fotos, vielen stillen Momenten und einem überwältigenden Naturerlebnis traten wir gegen 1:15 Uhr die Rückfahrt zum Hotel an.

Unglaublich.

Es gibt Reisetage, die vergisst man nie.
Der 25. Juni 2026 wird für uns ganz sicher einer davon bleiben…..



Entlang der Fjorde nach Sørkjosen (380km)

Nach dem unvergesslichen Abend am Nordkap fiel der Abschied am nächsten Morgen nicht ganz leicht. Doch schon bald wartete das nächste Kapitel unserer Reise auf uns. Unser Ziel war heute Sørkjosen, ein kleiner Ort am Reisafjord – das Tor zu den Vesterålen und den Lofoten.

Mit rund 380 Kilometern war die Tagesetappe zwar deutlich kürzer als an den Vortagen, dennoch sollte sie wegen der kurvenreichen Straßen und der zahlreichen Fotostopps genügend Zeit in Anspruch nehmen.

Schon kurz nach der Abfahrt zeigte sich Nordnorwegen wieder von seiner beeindruckenden Seite. Die Straße führte vorbei an Fjorden, schroffen Bergen und endlosen Tundralandschaften. Hinter jeder Kurve eröffnete sich ein neues Panorama.

Unser erster Halt erfolgte am Repparfjorddalen. Vom Parkplatz bot sich ein herrlicher Blick über den gleichnamigen Fluss, der sich durch die weite Landschaft schlängelte. Die klare Luft, das ruhige Wasser und die nahezu unberührte Natur vermittelten genau das Bild, das viele mit Nordnorwegen verbinden.

Ein weiterer kurzer Fotostopp folgte bei Levdnjá, bevor wir die Stadt Alta auf unserer Weiterfahrt nur streiften.

Kurz darauf wartete eine Überraschung auf uns.

Auf einem Rastplatz mitten in der norwegischen Natur hatte das Hauser-Team eine ganz besondere Pause vorbereitet. Wansa hatte bereits im Vorfeld zahlreiche Zutaten eingekauft und verwandelte den Parkplatz kurzerhand in einen gemütlichen Picknickplatz.

Frisches Brot, verschiedene Wurst- und Käsesorten, Obst, Gemüse sowie viele weitere Leckereien wurden liebevoll angerichtet. Inmitten der beeindruckenden Landschaft schmeckte dieses spontane „Picknick auf norwegische Art“ gleich doppelt so gut.
Eine tolle Idee des Hauser-Teams, die von allen Teilnehmern begeistert aufgenommen wurde und sicherlich vielen in Erinnerung bleiben wird.

Frisch gestärkt setzten wir unsere Reise fort.

Eigentlich hätte unsere Route nun durch den Kvænangsfjelltunnel geführt. Doch stattdessen entschieden wir uns für die deutlich schönere Passstraße über das Fjell.
Diese Entscheidung erwies sich als Volltreffer.

Oben am Gildetun legten wir eine längere Pause ein. Das gemütliche Berghotel mit seinem begrünten Dach und den traditionellen samischen Kunstwerken fügt sich harmonisch in die Landschaft ein.
Von hier oben bot sich einer der schönsten Ausblicke des Tages.

Weit unter uns erstreckte sich der Kvænangenfjord, dessen tiefblaues Wasser bis hinaus zum offenen Nordmeer reichte. Dazwischen lagen zahlreiche Lachsfarmen, deren runde Netzgehege wie kleine Inseln auf dem Fjord wirkten. Die Kombination aus Meer, Bergen und wolkenlosem Himmel bot ein beeindruckendes Panorama.

Immer wieder blieb Zeit, einfach stehen zu bleiben und die Stille dieser großartigen Landschaft zu genießen. Am Nachmittag führte uns die Route weiter entlang der Fjorde bis nach Sørkjosen.

Unser Tagesziel war das gemütliche Reisafjord Hotel, direkt am Fjord gelegen. Nach dem Einchecken blieb noch genügend Zeit für einen kleinen Spaziergang durch den beschaulichen Ort.

Sørkjosen besitzt einen kleinen Regionalflughafen und wirkt insgesamt angenehm ruhig und überschaubar. Vom Hotel aus spazierten wir zum Jachthafen, wo zahlreiche Segel- und Motorboote vor Anker lagen.

Anschließend führte unser Weg weiter zur Storslett Skole. Zu unserer Überraschung fand dort gerade ein Treffen von Oldtimerfreunden statt. Zahlreiche liebevoll restaurierte Fahrzeuge säumten den Parkplatz und boten einen interessanten Kontrast zur ansonsten modernen skandinavischen Umgebung. Langsam neigte sich ein entspannter Reisetag dem Ende entgegen.

Nach den langen Fahrstrecken und den vielen Höhepunkten der vergangenen Tage tat dieser etwas ruhigere Tag richtig gut. Die fantastische Landschaft Nordnorwegens begleitete uns dennoch auf Schritt und Tritt und machte auch diese Etappe zu einem besonderen Erlebnis.

Mit einem guten Abendessen und dem Blick auf den stillen Reisafjord ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Morgen wartete bereits der nächste Höhepunkt unserer Reise: die spektakulären Inselwelten der Vesterålen und wenig später die legendären Lofoten.


Traumstraßen, Fjorde und Brückenwelten der Vesterålen

Der sechste Reisetag begann erneut früh. Unser heutiges Ziel war Melbu auf den Vesterålen – einer Inselgruppe, die oft im Schatten der berühmten Lofoten steht, landschaftlich jedoch mindestens genauso beeindruckend ist.

Mit rund 500 Kilometern lag wieder eine längere Etappe vor uns. Doch wie so oft in Norwegen galt auch heute: Nicht das Ziel war das eigentliche Highlight, sondern der Weg dorthin.

Schon nach kurzer Fahrzeit legten wir bei Skibotn einen ersten kurzen Halt ein. Die morgendliche Sonne spiegelte sich in den Fjorden, während die umliegenden Berge noch teilweise von Schneefeldern bedeckt waren. Die klare Luft und die nahezu unberührte Natur begleiteten uns den ganzen Tag.

Ein besonderes Erlebnis erwartete uns wenig später beim Sami Shop Heia, 69° nördliche Breite.

Bereits der Eingang war außergewöhnlich gestaltet. Mehrere große traditionelle Sami-Zelte, sogenannte Lavvus, bildeten das Zentrum der Anlage. Vor einem offenen Lagerfeuer wurden wir herzlich empfangen. Der Duft von brennendem Holz und geräucherten Spezialitäten sorgte sofort für eine gemütliche Atmosphäre.

Im Inneren fanden sich unzählige typisch norwegische Produkte, von Rentierfellen über kunstvoll gearbeitete Messer bis hin zu Pullovern, Schmuck und Souvenirs aus Lappland.

Natürlich durfte auch eine kleine kulinarische Kostprobe nicht fehlen. Wir probierten Rentierwurst, Elchwurst und sogar Wurst vom Wal, Spezialitäten, die man nicht alle Tage auf den Teller bekommt. Geschmacklich durchaus interessant und sicherlich eine Erfahrung wert.

Anschließend führte uns die Reise weiter Richtung Süden.

In Bjerkvik, wunderschön am Ofotfjord gelegen, legten wir eine längere Pause ein. Das sonnige Wetter lud förmlich dazu ein, sich ein großes Eis zu gönnen und den Blick über den Fjord schweifen zu lassen.

Je weiter wir fuhren, desto spektakulärer wurde die Landschaft.

Die Straßen schlängelten sich immer wieder entlang tief eingeschnittener Fjorde, während sich schneebedeckte Berggipfel im Wasser spiegelten. Hinter nahezu jeder Kurve eröffnete sich ein neues Postkartenmotiv.

Ein weiterer Höhepunkt war die Überquerung der Tjeldsundbrua. Die elegante Brücke verbindet das norwegische Festland mit den vorgelagerten Inseln und gilt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt auf dem Weg zu den Vesterålen und Lofoten.

Von der Brücke bot sich ein herrlicher Blick auf den Tjeldsund und die umliegende Bergwelt.

Immer wieder wurde deutlich, welch enorme Ingenieurleistung Norwegen beim Ausbau seiner Verkehrswege erbracht hat. Ohne die zahlreichen Brücken und Tunnel wären viele dieser Regionen bis heute nur schwer erreichbar.

Unsere Route führte anschließend entlang des malerischen Gullesfjords bis nach Gullesfjordbotn, einem kleinen Ort mitten in einer beeindruckenden Fjordlandschaft. Das umliegende Naturschutzgebiet zeigte sich von seiner schönsten Seite. Tiefblaues Wasser, grüne Berghänge und schneebedeckte Gipfel bildeten eine Kulisse wie aus einem Reisekatalog.

Wenig später erreichten wir die markante Sortlandbrua.
Die imposante Brücke verbindet die Inseln Langøya und Hinnøya und zählt zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen der Region. Von ihrer Höhe bot sich erneut ein fantastischer Blick über Fjorde, Inseln und das offene Meer.

Doch damit war der Tag noch lange nicht zu Ende. Schon kurze Zeit später folgte mit der Hadselbrua das nächste beeindruckende Bauwerk. Die elegante Schrägseilbrücke überspannt den Hadselfjord und gehört zu den bekanntesten Brücken Nordnorwegens.

Kaum hatten wir diese überquert, folgte bereits die Børøybrua, die uns schließlich nach Stokmarknes führte. Der kleine Ort besitzt eine ganz besondere Bedeutung für Norwegen.

Hier wurden im Jahr 1893 die legendären Hurtigruten gegründet. Was einst als Postschiffverbindung begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer der bekanntesten Seereisen der Welt. Das moderne Hurtigrutenmuseum erinnert eindrucksvoll an diese Geschichte und macht Stokmarknes zu einem bedeutenden Ort für die norwegische Seefahrt. Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Melbu.

Unser Hotel lag direkt am Fähranleger und bot einen herrlichen Blick auf den Fjord sowie die vorbeiziehenden Schiffe. Die ruhige Lage machte den perfekten Abschluss dieses abwechslungsreichen Reisetages. Rückblickend war heute tatsächlich der Weg das eigentliche Ziel.

Unzählige Fjorde, schneebedeckte Berge, spektakuläre Brücken und immer wieder neue Panoramablicke machten diese Etappe zu einer der landschaftlich schönsten unserer gesamten Rundreise. Nach dem Abendessen ließen wir den Tag entspannt ausklingen und genossen die besondere Atmosphäre der Vesterålen.

Die Vorfreude auf den nächsten Tag war bereits groß, schließlich warteten nun die weltberühmten Lofoten, eine der spektakulärsten Inselgruppen Europas.


Die Lofoten: Ein Tag voller Postkartenmotive (126km)

Heute stand für viele Reiseteilnehmer der Höhepunkt der gesamten Rundreise auf dem Programm: die Lofoten. Kaum eine Region Europas wird so oft fotografiert wie diese spektakuläre Inselwelt weit oberhalb des Polarkreises. Schroffe Berge, tiefblaue Fjorde, weiße Sandstrände und malerische Fischerdörfer machen die Lofoten zu einem der schönsten Reiseziele Norwegens.

Bereits früh am Morgen herrschte gespannte Vorfreude. Um 7:30 Uhr legte unsere Fähre in Melbu ab. Die nur gut neun Kilometer lange Überfahrt nach Fiskebøl dauerte kaum eine halbe Stunde. Über die Straße wären dafür rund 126 Kilometer zurückzulegen gewesen, eine enorme Zeitersparnis und gleichzeitig ein wunderschöner Auftakt in den Tag.

Schon kurz nach dem Verlassen der Fähre zeigte sich, warum die Lofoten weltweit so bekannt sind.

Die Straße führte vorbei an schroffen Granitbergen, glasklaren Fjorden und kleinen Fischersiedlungen. Hinter nahezu jeder Kurve eröffnete sich ein neues Panorama. Der Fotoapparat kam kaum noch zur Ruhe.

Unser erstes großes Ziel war Henningsvær, oft liebevoll das „Venedig der Lofoten“ genannt.

Bereits die Anfahrt über zwei elegante Brücken war spektakulär. Das kleine Fischerdorf verteilt sich auf mehrere Inseln und ist vollständig vom Meer umgeben. Unser Bus brachte uns zunächst bis zur Bushaltestelle Henningsvær Stadion kryss.

Von dort spazierten wir zum wohl berühmtesten Fußballplatz Norwegens.
Das Henningsvær Stadion liegt auf einem kleinen Felsplateau direkt am Meer. Umgeben von schroffen Bergen, Wasser und den typischen roten Fischerhäusern gehört es zu den meistfotografierten Sportplätzen der Welt. Besonders Luftaufnahmen dieses außergewöhnlichen Stadions haben längst Kultstatus erreicht. Von dort aus schlenderten wir gemütlich durch den Ort.

Vorbei am Gjestehavn, dem kleinen Yachthafen, führte unser Weg über die Dreyers gate mitten durch Henningsvær. Überall säumten liebevoll restaurierte Holzhäuser die Straßen. Kleine Galerien, Cafés, Fischrestaurants und traditionelle Fischerhütten verliehen dem Ort seinen ganz besonderen Charme.

An der Hafenpromenade legten wir einen längeren Fotostopp ein. Das ruhige Wasser spiegelte die umliegenden Berge wider und bot immer wieder neue traumhafte Motive. Es fiel schwer, diesen besonderen Ort wieder zu verlassen.

Doch die Lofoten hatten noch weit mehr zu bieten. Über die Europastraße E10 führte uns die Reise weiter durch eine Landschaft, die schöner kaum sein konnte.

Am Gimsøystraumen legten wir den nächsten Halt ein. Von hier bot sich ein herrlicher Blick auf die Gimsøystraumen-Brücke, die sich elegant über den schmalen Meeresarm spannt. Das türkisfarbene Wasser, die weißen Sandbuchten und die steilen Berge bildeten eine nahezu perfekte Kulisse.

Wenig später erreichten wir einen weiteren Aussichtspunkt an der Valbergsveien bei Leknes. Erneut eröffnete sich ein beeindruckender Blick über Fjorde, Wiesen, kleine Dörfer und die mächtigen Gipfel der Lofoten. Jeder Fotostopp schien den vorherigen noch zu übertreffen.

Kurz darauf erreichten wir den Aussichtspunkt am Buksnesfjord. Hier verschmolzen Berge, Meer und Himmel zu einem grandiosen Landschaftsbild. Man wusste kaum noch, in welche Richtung man zuerst fotografieren sollte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Leknes, dem größten Ort der mittleren Lofoten, führte uns die Reise weiter über die E10.

Über mehrere Brücken und schließlich durch den Nappstraumtunnel erreichten wir den Aussichtspunkt Nappskaret. Was sich hier bot, lässt sich kaum in Worte fassen.

Vor uns lagen schroffe Berggipfel, tief eingeschnittene Fjorde, weiße Sandstrände und das intensiv blaue Wasser des Nordatlantiks. Es war einer dieser Momente, in denen man einfach innehält und die Landschaft auf sich wirken lässt.

Ein weiterer Höhepunkt wartete bereits wenig später. Der Strand von Skagsanden zählt zu den bekanntesten Stränden der Lofoten – und das völlig zu Recht. Feiner, weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und die imposanten Berge im Hintergrund erinnerten tatsächlich eher an die Karibik als an Nordnorwegen.

Hier hatte das Hauser-Team erneut eine wunderbare Überraschung vorbereitet. Wansa und das Team bauten Tische auf und verwandelten den Parkplatz kurzerhand in ein norwegisches Picknickrestaurant unter freiem Himmel. Frisches Brot, Käse, Wurst, Obst und viele weitere Köstlichkeiten warteten bereits auf uns. In dieser traumhaften Kulisse schmeckte das Essen gleich doppelt so gut.

Anschließend blieb genügend Zeit für einen Spaziergang am Strand. Einige wagten sogar, die Füße ins eiskalte Wasser des Nordatlantiks zu halten.

Eigentlich sollte unsere Reise nun in Stamsund enden. Von dort war ursprünglich die Fährüberfahrt nach Bodø geplant. Doch manchmal schreibt das Reisen seine schönsten Geschichten selbst. Die Fähre wurde kurzfristig gestrichen. Zunächst sorgte diese Nachricht für etwas Verwunderung. Im Nachhinein stellte sich die Entscheidung jedoch als echter Glücksfall heraus.
Unser Reiseleiter organisierte kurzerhand eine neue Route.

Dadurch konnten wir den südlichsten und wohl schönsten Teil der Lofoten ebenfalls noch erleben. Über die E10 führte uns die Fahrt nun weiter Richtung Reine. Unterwegs passierten wir zahllose Brücken, Fjorde und kleine Buchten.

In Finnbyen legten wir einen kurzen Halt ein. Gegenüber der Insel Geitøya hingen unzählige Stockfische auf den traditionellen Holzgestellen zum Trocknen, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Lofoten. Seit Jahrhunderten wird hier Kabeljau auf natürliche Weise durch Wind und salzige Meeresluft konserviert.

Ein weiterer kurzer Stopp erfolgte im kleinen Ort Sund. Leider hatte das gemütliche Café bereits geschlossen, sodass wir unseren Aufenthalt auf einen kleinen Spaziergang entlang der Küste beschränkten.

Kurz darauf erreichten wir Sakrisøy. Über schmale Brücken gelangten wir auf die kleine Insel mit ihren gelben Fischerhäusern und den typischen Rorbuer. Die Lage mitten zwischen steilen Bergen und glasklarem Wasser machte auch diesen Ort zu einem echten Juwel.

Und dann kam schließlich der Höhepunkt des Tages.

Reine. Schon die Anfahrt zählt zu den schönsten Panoramastraßen Europas.

Die roten Fischerhäuser schmiegen sich direkt an den Fjord, dahinter ragen fast senkrecht die markanten Berge empor. Dieses Motiv kennt vermutlich jeder, der schon einmal Bilder der Lofoten gesehen hat. Vor Ort wirkte alles noch beeindruckender. Reine gehört zweifellos zu den schönsten Dörfern Norwegens. Kein Wunder, dass Besucher aus aller Welt hierher pilgern.

Wir nutzten die Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang, genossen die Atmosphäre und machten unzählige Erinnerungsfotos.
Viel zu schnell hieß es Abschied nehmen.

In Moskenes bestiegen wir schließlich die Fähre nach Bodø. Pünktlich legte das Schiff ab und brachte uns in rund zweieinhalb Stunden zurück aufs norwegische Festland.
Während der Überfahrt ließen viele noch einmal die spektakulären Bergsilhouetten der Lofoten an sich vorbeiziehen.

Von Bodø aus war es nur noch eine kurze Busfahrt bis nach Fauske, wo wir spät am Abend unser Scandic Fauske Hotel erreichten. Dank des hervorragenden Services des Hotels wartete trotz der späten Ankunft noch ein warmes Abendessen auf unsere Reisegruppe. Erschöpft, aber voller Eindrücke ließen wir diesen außergewöhnlichen Tag ausklingen.

Die Lofoten hatten alle Erwartungen übertroffen. Sie sind weit mehr als nur ein schönes Reiseziel – sie sind ein Naturkunstwerk, das man mindestens einmal im Leben gesehen haben sollte.

Ein Tag voller unvergesslicher Momente. Incredible!


Abschied vom hohen Norden und zurück nach Schweden

Nach den überwältigenden Eindrücken der vergangenen Tage hieß es heute Abschied nehmen von Nordnorwegen. Unser Tagesziel war Umeå in Schweden. Mit rund 620 Kilometern stand erneut eine lange Busetappe bevor. Unser Fahrer entschied sich jedoch bewusst für einen etwa 100 Kilometer längeren Umweg – nicht wegen der schnelleren Verbindung, sondern weil diese Strecke landschaftlich deutlich reizvoller ist. Eine Entscheidung, die sich im Laufe des Tages als goldrichtig herausstellen sollte.

Schon kurz nach der Abfahrt folgten wir wieder der Europastraße E6, Norwegens wichtigster Nord-Süd-Verbindung. Die Straße schlängelte sich durch eine eindrucksvolle Berglandschaft mit tief eingeschnittenen Tälern, klaren Flüssen und dichten Birkenwäldern.

Unser erster Halt erfolgte am Saltdal Viewpoint.

Von der Aussichtsplattform bot sich ein fantastischer Blick auf den Lønselva, der sich kurz zuvor um eine kleine Insel teilt und wenige Meter später wieder zu einem kraftvollen Fluss vereint. Das glasklare Wasser rauschte mit beeindruckender Geschwindigkeit talwärts – ein wunderbares Fotomotiv und ein gelungener Start in den Reisetag. Wenig später erreichten wir einen Ort, den wir bereits einige Tage zuvor in entgegengesetzter Richtung passiert hatten.

Bei 66°33′ nördlicher Breite überquerten wir erneut den Polarkreis. Im Arctic Circle Center bei Storforshei legten wir einen längeren Aufenthalt ein. Das moderne Besucherzentrum ist wesentlich größer und eindrucksvoller gestaltet als der kleine Parkplatz auf der schwedischen Seite, an dem wir den Polarkreis auf der Hinfahrt überschritten hatten.

Große Monumente, Skulpturen und die markante Bodenmarkierung mit der Aufschrift Arctic Circle machten deutlich, dass wir uns an einem ganz besonderen geografischen Ort befanden. Natürlich durfte auch hier das obligatorische Erinnerungsfoto nicht fehlen.

Gegen 10 Uhr verabschiedeten wir uns endgültig vom Gebiet der Mitternachtssonne. Von nun an führte unsere Reise wieder langsam zurück in südlichere Breiten.

Die nächste größere Stadt war Mo i Rana. Seit über 100 Jahren prägen Stahlwerke, Walzwerke und andere Industriebetriebe das Stadtbild. Mo i Rana gilt bis heute als eines der wichtigsten Industriezentren Nordnorwegens. Im Gegensatz zu den kleinen Fischerdörfern der vergangenen Tage zeigte sich hier eine völlig andere Seite des Landes.

Hinter Mo i Rana wechselten wir auf die Europastraße E12, die uns Richtung schwedischer Grenze führte. Die Straße zählt zu den schönsten Ost-West-Verbindungen Skandinaviens. Sie führt durch einsame Berglandschaften, vorbei an unzähligen Seen und immer wieder entlang glasklarer Flüsse.

Am Umbukta-See überschritten wir schließlich die Grenze nach Schweden. Kaum hatten wir norwegischen Boden verlassen, zeigte sich das Wetter von einer ganz anderen Seite. Zum ersten Mal auf unserer gesamten Reise setzte kräftiger Regen ein. Nach einer Woche nahezu ununterbrochenen Sonnenscheins konnten wir darüber fast schon schmunzeln. Irgendwann musste das Wetterglück ja einmal enden.

Entlang des Umbuktasees reihten sich zahlreiche Wintersportorte aneinander.

In Tärnaby legten wir während eines kräftigen Regenschauers eine Pause ein. Der kleine Ort genießt in Schweden einen hervorragenden Ruf als Wintersportzentrum. Gleich zwei der erfolgreichsten alpinen Skirennläufer Schwedens stammen von hier: Ingemar Stenmark, einer der erfolgreichsten Skifahrer aller Zeiten, sowie die mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin Anja Pärson.

Darüber hinaus befindet sich in Tärnaby auch ein interessantes Samenmuseum, das an die Geschichte und Kultur der indigenen Bevölkerung Lapplands erinnert.

Nach der Regenpause setzte sich unsere Fahrt fort. Über die landschaftlich wunderschöne Blå Vägen – die „Blaue Straße“ – ging es weiter durch die endlosen Wälder Nordschwedens. Die Straße trägt ihren Namen nicht ohne Grund: Sie verbindet die norwegische Atlantikküste mit dem Bottnischen Meerbusen und zählt zu den schönsten Ferienstraßen Skandinaviens.

Hinter Lycksele wurden die Wälder langsam dichter, die Straßen wieder breiter und der Verkehr etwas lebhafter. Am frühen Abend erreichten wir schließlich erneut Umeå.

Diesmal übernachteten wir im zentral gelegenen Home Hotel Uman. Unser Zimmer im zweiten Stock bot einen schönen Blick über die Dächer der Stadt bis hinunter zum Fluss Umeälven, der Umeå seinen besonderen Charakter verleiht.

Nach dem gemeinsamen Abendessen nutzten wir die Gelegenheit zu einem ausgedehnten Spaziergang durch die Innenstadt. Die Straßen wirkten deutlich belebter als bei unserem ersten Aufenthalt. Trotzdem strahlte Umeå jene angenehme Gelassenheit aus, die viele nordische Städte so sympathisch macht. Langsam machte sich die lange Busfahrt bemerkbar.

Nach fast 620 Kilometern, vielen neuen Eindrücken und einem kurzen Wiedersehen mit dem Polarkreis freuten sich schließlich alle auf einen ruhigen Abend.

Ein entspannter Ausklang eines weiteren abwechslungsreichen Reisetages, der uns Schritt für Schritt wieder Richtung Süden führte.


Entlang der Ostseeküste zurück nach Stockholm

Langsam näherte sich unsere große Skandinavien-Rundreise ihrem Ende. Heute stand noch einmal eine lange Etappe auf dem Programm. Rund 630 Kilometer lagen zwischen Umeå und Stockholm. Noch einmal führte uns die Reise auf der Europastraße E4 entlang der schwedischen Ostseeküste, vorbei an Wäldern, Seen und kleinen Küstenorten.

Nach dem Frühstück verließen wir Umeå und machten uns auf den Weg Richtung Süden. Inzwischen gehörten die langen Busfahrten fast schon zum Reisealltag. Dank der hervorragenden Organisation durch das Hauser-Team, regelmäßiger Pausen und der abwechslungsreichen Landschaft vergingen die Stunden meist schneller als erwartet.

Unser erster Halt führte uns nach Örnsköldsvik. Die Stadt ist weit über die Grenzen Schwedens hinaus als Wintersportzentrum bekannt. Besonders beeindruckend ist die spektakuläre Skisprungschanze Paradiskullen. Sie besitzt eine außergewöhnliche Besonderheit: Der Auslauf der Schanze endet unmittelbar an der Bahnlinie, die quer durch den Ort verläuft – ein Anblick, den man so nur selten zu Gesicht bekommt. Nach einer kurzen Pause setzten wir unsere Fahrt fort.

Schon bald erreichten wir erneut die Region der Hohen Küste (Höga Kusten), die wir bereits auf der Hinfahrt kennengelernt hatten. Am Hornöbergets Rastplats & Utsiktsplats legten wir einen längeren Fotostopp ein.

Von der hoch gelegenen Aussichtsplattform bot sich noch einmal ein fantastischer Blick auf die elegante Högakustenbron, die sich majestätisch über den mächtigen Ångermanälven spannt. Auch wenn wir diesen Aussichtspunkt bereits einige Tage zuvor besucht hatten, beeindruckte das Panorama erneut. Bei Sonnenschein präsentierte sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite.

Anschließend führte uns die E4 weiter immer entlang der schwedischen Ostseeküste. Dichte Wälder wechselten sich mit kleinen Seen, roten Holzhäusern und immer wieder kurzen Blicken auf die Ostsee ab. Die Kilometer vergingen wie im Flug. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Sundsvall folgte später eine weitere Pause in Gävle. Beide Städte passierten wir überwiegend auf der Durchreise. Dennoch boten die Stopps eine willkommene Gelegenheit, sich die Beine zu vertreten und noch einmal die typisch schwedische Gelassenheit zu genießen. Je näher wir Stockholm kamen, desto dichter wurde der Verkehr.

Nach vielen Tagen in den dünn besiedelten Regionen Lapplands und Nordnorwegens wirkte der Großraum Stockholm fast schon hektisch. Gleichzeitig wurde uns bewusst, dass sich unsere beeindruckende Rundreise langsam dem Ende näherte. Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich unser Hotel, das Best Western Plus Bromma, das für die kommenden drei Nächte unser Zuhause sein sollte.

Nach dem Einchecken blieb noch etwas Zeit zum Entspannen, bevor wir uns zum gemeinsamen Abendessen trafen.

Dabei ließen wir die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren. Fast automatisch drehten sich die Gespräche um die vielen Höhepunkte unserer Reise: das Nordkap bei strahlendem Sonnenschein, die Mitternachtssonne, die überwältigende Landschaft der Lofoten, die Vesterålen, unzählige Fjorde und Brücken sowie die herzliche Atmosphäre innerhalb unserer Reisegruppe.

Je länger wir uns austauschten, desto deutlicher wurde, wie viele außergewöhnliche Eindrücke wir innerhalb nur einer Woche erlebt hatten. Mit diesen Gedanken klang ein weiterer Reisetag gemütlich aus.

Am nächsten Tag wartete mit Stockholm noch einmal eine der schönsten Hauptstädte Europas auf uns – diesmal allerdings mit deutlich mehr Zeit für eigene Entdeckungen.


Stockholm auf eigene Faust entdecken

Nach neun abwechslungsreichen Reisetagen begann heute der individuelle Teil unserer Reise. Kein Bus, keine festen Abfahrtszeiten, stattdessen erkundeten wir Stockholm ganz entspannt auf eigene Faust.

Nach einem gemütlichen Frühstück kauften wir zunächst online ein 3-Tages-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Für rund 20 Euro pro Person konnten wir Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen und Fähren unbegrenzt nutzen – eine hervorragende Investition, denn Stockholm verfügt über eines der besten Nahverkehrssysteme Europas.

Vom Hotel aus brachte uns zunächst die Straßenbahnlinie 31 nach Alvik. Dort stiegen wir in die grüne U-Bahn-Linie (T17, T18 oder T19) um und erreichten wenig später den T-Centralen, das Herz des Stockholmer Nahverkehrs. Von hier aus begann unser Stadtbummel.

Unser erster Weg führte uns erneut zum imposanten Stadshuset, dem berühmten Rathaus Stockholms. Im Morgenlicht wirkte das markante Backsteingebäude noch beeindruckender als bei unserer ersten Stadtrundfahrt. Anschließend spazierten wir über die Insel Riddarholmen mit ihren historischen Adelspalästen und der bekannten Riddarholmskirche. Von hier boten sich wunderschöne Ausblicke auf die Altstadt und das Wasser.

Natürlich durfte auch ein weiterer Rundgang durch Gamla Stan nicht fehlen. Obwohl wir die Altstadt bereits am ersten Reisetag kennengelernt hatten, entdeckten wir diesmal viele kleine Gassen, Plätze und liebevoll restaurierte Häuser, die uns zuvor verborgen geblieben waren.

Dann folgte völlig unerwartet das absolute Highlight des Tages. Als wir den äußeren Schlosshof des Kungliga Slottet – den Yttre Borggården – erreichten, herrschte dort außergewöhnlich reger Betrieb. Was zunächst wie die übliche Wachablösung aussah, entwickelte sich zu einer beeindruckenden Großveranstaltung.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der schwedischen Marine sowie der 500-Jahr-Feier des Königreichs Schweden fand eine festliche Militärzeremonie statt. Musikkorps marschierten auf, Ehrengarden präsentierten sich in historischen Uniformen, militärische Formationen zogen über den Schlosshof und immer wieder erklangen Märsche und Fanfaren. Das alles wurde schließlich von mehreren Flugformationen über Stockholm begleitet. Wir hatten das große Glück, einen ausgezeichneten Platz direkt am Geschehen zu ergattern.
Fast zwei Stunden verfolgten wir die Feierlichkeiten – ein Erlebnis, das in keinem Reiseführer angekündigt war und das unsere Stockholm-Tage völlig unerwartet bereicherte.

Unglaublich – besser hätte man diesen Tag nicht planen können.

Nach diesem besonderen Erlebnis schlenderten wir weiter durch die Altstadt. Vorbei am Königlichen Schloss führte unser Weg über die Strömbron zum Nationalmuseum. Direkt davor fiel uns die monumentale Skulptur „Arch“ des chinesischen Künstlers Ai Weiwei ins Auge. Von dort spazierten wir weiter über die elegante Skeppsholmsbron, deren goldene Kronen zu den bekanntesten Fotomotiven Stockholms gehören. Auf der Museumsinsel angekommen, erreichten wir den historischen Leuchtturm M/S Fladen und überquerten anschließend die Kastellholmsbron.

Mit der Buslinie 65 fuhren wir anschließend bis Karl XII torg, um den nächsten Teil unserer Stadterkundung in Angriff zu nehmen. Von dort schlenderten wir gemütlich entlang der Skeppsbrokajen direkt am Wasser bis zum Fährterminal. Unterwegs legten wir in der kleinen Skeppsbro Bageri eine kurze Pause ein – ein perfekter Ort für einen Kaffee und eine kleine Erfrischung.

Anschließend setzten wir mit der Fähre 82 nach Allmänna Gränd über. Hier befindet sich eines der beliebtesten Freizeit- und Museumsviertel Stockholms. Direkt nebeneinander liegen der traditionsreiche Vergnügungspark Gröna Lund, das weltbekannte ABBA-Museum, das Viking Museum sowie zahlreiche weitere Museen und Attraktionen.

Allein die lebendige Atmosphäre machte diesen Stadtteil zu einem lohnenden Ziel. Mit der Straßenbahnlinie 7 fuhren wir weiter bis Waldemarsudde. Von dort spazierten wir gemütlich entlang der Uferpromenade über den Singelbaken, vorbei am historischen Hällestadsstapeln, bis zum Cirkus, einer der bekanntesten Veranstaltungsstätten Stockholms.

Der Weg führte ständig am Wasser entlang und bot immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die Schärenlandschaft. Zurück an der Haltestelle Liljevalchs/Gröna Lund nahmen wir erneut die Fähre 82, diesmal zurück nach Slussen.

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns bei Bröd & Salt noch eine kleine Stärkung. Die dort angebotenen, frisch gebackenen Pizzabrote schmeckten hervorragend und waren genau das Richtige nach vielen Kilometern zu Fuß. Anschließend brachte uns die U-Bahn wieder nach Alvik, wo wir in die bekannte Straßenbahnlinie 31 umstiegen und schließlich unser Hotel Best Western Plus Bromma erreichten.

Vor dem Hotel stand noch immer unser vertrauter Hauser-Reisebus. Das Hauser-Team gönnte sich nach den anstrengenden Reisetagen einige wohlverdiente Ruhetage in Stockholm, bevor es gemeinsam mit der nächsten Reisegruppe weitergehen sollte.

Für uns ging ein außergewöhnlich erlebnisreicher Tag zu Ende.

Stockholm hatte uns heute noch einmal von einer ganz besonderen Seite überrascht. Die zufällig erlebten Jubiläumsfeierlichkeiten am Königlichen Schloss machten diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis – manchmal sind es eben gerade die ungeplanten Momente, die eine Reise besonders machen.

Ein perfekter Tag in einer der schönsten Hauptstädte Europas.


Stockholm entdecken – zwischen Geschichte, Aussicht und Schären

Auch der zweite individuelle Tag in Stockholm begann ganz entspannt. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns erneut auf den Weg in die Innenstadt.

Inzwischen kannten wir den Weg schon fast auswendig. Mit der Straßenbahnlinie 31 ging es zunächst nach Alvik, von dort mit den U-Bahn-Linien 17, 18 oder 19 weiter bis zum T-Centralen, dem zentralen Verkehrsknotenpunkt Stockholms.

Heute wollten wir den Stadtteil Norrmalm und die südliche Innenstadt näher erkunden. Unser Rundgang begann auf der Drottninggatan, Stockholms bekanntester Einkaufsstraße. Schon am Vormittag herrschte hier reges Treiben. Zahlreiche Geschäfte, Straßencafés und kleine Boutiquen luden zum Bummeln ein.

Nur wenige Minuten später erreichten wir den Hötorget, einen der bekanntesten Plätze der Stadt. Besonders beeindruckend ist hier das Konserthuset Stockholm, das Konzerthaus, in dem jedes Jahr die Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin und Literatur verliehen werden.

Vor dem Gebäude zieht die monumentale Skulpturengruppe Orpheusgruppen alle Blicke auf sich. Die eindrucksvollen Bronzeplastiken gehören zu den bedeutendsten Kunstwerken Stockholms. Weiter führte unser Weg zu den Sergelbrunnen und dem unmittelbar angrenzenden Sergels Torg, dem modernen Zentrum Stockholms. Die markante Glasstele in der Platzmitte ist längst zu einem Wahrzeichen der modernen Stadt geworden.

Von hier spazierten wir weiter zum Riksdagshuset, dem Sitz des schwedischen Reichstags. Schon die eindrucksvolle Fassade mit ihren zahlreichen Skulpturen und Säulen vermittelt den hohen Stellenwert der schwedischen Demokratie. Direkt daneben befinden sich die prachtvolle Königliche Oper sowie der wunderschöne Kungsträdgården, einer der beliebtesten Stadtparks Stockholms.

Nach einer kurzen Pause wechselten wir die Perspektive. Mit der Buslinie 76 fuhren wir hinüber nach Södermalm bis zur Haltestelle Medborgarplatsen. Der Platz bildet das lebendige Zentrum des Stadtteils und wird von zahlreichen Cafés, Restaurants und kleinen Geschäften umgeben.

Von dort spazierten wir weiter zur Katarina kyrka, deren markanter Turm schon von weitem sichtbar ist. Die Kirche zählt zu den schönsten Barockkirchen Stockholms und ist von einem historischen Friedhof umgeben, auf dem zahlreiche bekannte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Nicht weit entfernt erreichten wir den Cornelisparken. Von hier bot sich ein herrlicher Blick auf die Altstadt, den Mälarsee und die vielen Inseln Stockholms. Wieder einmal zeigte sich eindrucksvoll, warum Stockholm als eine der schönsten Hauptstädte Europas gilt.

Ein weiteres Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Natürlich durfte eine Fahrt mit dem Katarinahissen nicht fehlen. Der historische Aufzug verbindet die tiefer gelegene Uferpromenade mit den höher gelegenen Straßen von Södermalm. Oben angekommen wurden wir mit einem fantastischen Panoramablick über Gamla Stan, den Hafen und die Schärenlandschaft belohnt.

Ein absolutes Muss für jeden Stockholm-Besucher.

Anschließend spazierten wir zurück Richtung Hafen. In der Nähe der Gustav-III.-Statue kauften wir spontan zwei Tickets für eine Rundfahrt mit einem Schiff der Reederei Strömma.
Für rund 45 Euro starteten wir an der Strömkajen 2 zu einer etwa 70-minütigen Schärenrundfahrt.

Gemächlich glitt das Schiff durch die Wasserstraßen Stockholms, vorbei an historischen Gebäuden, prachtvollen Villen, kleinen Inseln und zahlreichen Bootshäfen. Besonders die Passage durch den Djurgårdsbrunnskanalen vermittelte einen ganz neuen Blick auf die schwedische Hauptstadt.

Nach der Rückkehr stellten wir schmunzelnd fest, dass viele dieser Strecken auch mit den öffentlichen Fähren befahren werden – und diese waren bereits in unserem 3-Tages-Ticket enthalten. Man lernt eben nie aus.

Nach so vielen Eindrücken meldete sich langsam der Hunger. Im Einkaufszentrum an der Sergelgängen gönnten wir uns schließlich das wohl bekannteste Gericht Schwedens: Köttbullar, die traditionellen schwedischen Fleischbällchen. Mit Kartoffelpüree, Preiselbeeren und Rahmsoße schmeckten sie hervorragend und gehören bei einem Stockholm-Besuch einfach dazu.

Am späten Nachmittag machten wir uns schließlich auf den Heimweg.Diesmal wählten wir eine andere Route. Mit der U-Bahn-Linie 10 fuhren wir zunächst nach Sundbybergs Centrum. Von dort brachte uns die Buslinie 113 bis zur Haltestelle Mariehällskyrkan. Den letzten Abschnitt zum Hotel legten wir gemütlich zu Fuß zurück.

Vor dem Best Western Plus Bromma stand noch immer unser vertrauter Hauser-Reisebus. Fast wirkte es so, als würde er bereits auf seine nächste große Rundreise warten.

Nach einem weiteren abwechslungsreichen Tag ließen wir den Abend entspannt ausklingen. Stockholm zeigte sich erneut von seiner schönsten Seite. Die Mischung aus prachtvollen historischen Bauwerken, modernem Stadtleben, den vielen Wasserwegen und den herrlichen Aussichtspunkten macht die schwedische Hauptstadt zu einem Reiseziel, das man immer wieder gerne besucht.

Ein weiterer wunderschöner Tag ging zu Ende – und langsam rückte leider schon der Abschied näher.


Abschied von Stockholm mit einem echten Höhepunkt

Der letzte volle Tag unserer Skandinavienreise war angebrochen. Nach fast zwei Wochen voller unvergesslicher Eindrücke wollten wir die schwedische Hauptstadt noch einmal ganz in Ruhe genießen.

Unser erster Weg führte uns erneut in die Gamla Stan, die historische Altstadt Stockholms. Obwohl wir bereits mehrfach durch ihre verwinkelten Gassen spaziert waren, entdeckten wir immer wieder neue kleine Plätze, liebevoll restaurierte Häuser und versteckte Innenhöfe. Gerade das macht den besonderen Reiz dieses Stadtteils aus.

Heute stand ein Besuch auf dem Programm, den wir bisher bewusst aufgeschoben hatten – das Nobelpreismuseum.

Direkt am malerischen Stortorget gelegen, erzählt das Museum die Geschichte Alfred Nobels sowie der bedeutendsten Wissenschaftler, Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger der vergangenen über 120 Jahre.

Besonders beeindruckend waren die zahlreichen Originalexponate, Filme und interaktiven Ausstellungen. Die Geschichten hinter den Nobelpreisen und ihren Preisträgern machen den Museumsbesuch zu einem spannenden Erlebnis – selbst für Besucher, die sich sonst weniger für Wissenschaft interessieren.

Unser Fazit: Wer Stockholm besucht, sollte sich dieses Museum nicht entgehen lassen.

Nach dem Museumsbesuch wollten wir noch einmal die Schärenwelt Stockholms erleben. Vom Karl XII torg brachte uns die Buslinie 76 in rund 45 Minuten bis zur Endhaltestelle Ropsten. Direkt am Fähranleger bestiegen wir die Fähre 80. Was anschließend folgte, war eine der schönsten Bootsfahrten unserer gesamten Stockholm-Tage. Rund 90 Minuten führte uns die Fähre durch die weit verzweigte Inselwelt der schwedischen Hauptstadt. Vorbei an modernen Wohngebieten, kleinen Bootshäfen, grünen Inseln und herrschaftlichen Villen zeigte sich Stockholm noch einmal aus einer völlig anderen Perspektive.

Das Beste daran:
Die gesamte Fahrt war bereits in unserem 3-Tages-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr enthalten.

Unser persönlicher Tipp lautet daher ganz klar:
Wer Stockholm besucht, sollte unbedingt die öffentlichen Fähren nutzen. Sie bieten oftmals längere und landschaftlich schönere Fahrten als viele der kostenpflichtigen Ausflugsschiffe – und sind dabei deutlich günstiger.

Nach der Ankunft am Nybroplan zeigte sich Stockholm plötzlich von seiner typisch nordischen Seite. Innerhalb weniger Minuten zog der Himmel zu, und kräftiger Regen setzte ein.

Unsere erste Anlaufstelle war deshalb das Stockholmer Rathaus (Stadshuset) – nicht nur wegen der trockenen Toiletten, sondern vor allem in der Hoffnung auf eine spontane Führung.

Und tatsächlich hatten wir Glück. Für die nächste englischsprachige Führung waren noch Plätze frei.
Ein echter Glücksfall.

Die Besichtigung begann in der berühmten Blauen Halle (Blå Hallen).

Obwohl der Name anderes vermuten lässt, bestehen die Wände aus roten Backsteinen. Hier findet jedes Jahr nach der Nobelpreisverleihung das festliche Nobelbankett mit rund 1.300 Gästen statt. Allein dieser Saal strahlt eine ganz besondere Atmosphäre aus.

Der eigentliche Höhepunkt der Führung wartete jedoch im Obergeschoss.

Der Goldene Saal (Gyllene Salen) verschlug uns regelrecht den Atem.
Über 18 Millionen goldene Mosaiksteine schmücken Wände und Decke dieses prachtvollen Festsaals. Das Licht spiegelte sich in den goldenen Flächen und ließ den gesamten Raum in einem warmen Glanz erstrahlen. Kaum ein Besucher konnte sich diesem Anblick entziehen.

Die rund einstündige Führung kostete etwa 10 Euro pro Person und war jeden einzelnen Cent wert.

Eine klare Empfehlung für jeden Stockholm-Besucher.

Als wir das Rathaus wieder verließen, hatte sich das Wetter leider nicht gebessert. Ganz im Gegenteil. Es regnete inzwischen in Strömen. Trotzdem beschlossen wir, den Weg bis zur Slussen-Station zu Fuß zurückzulegen. Keine besonders gute Idee. Unterwegs gerieten wir in einen regelrechten Wolkenbruch. Innerhalb weniger Minuten waren wir klatschnass. Aber genau solche Erlebnisse gehören zu einer Reise eben auch dazu. Mit einem Lächeln nahmen wir den unfreiwilligen Regenschauer hin, schließlich hatten wir während unserer Rundreise fast ausschließlich Sonnenschein genießen dürfen.

Zum Abschluss des Tages kehrten wir noch im historischen Mäster Dyks Hus in ein gemütliches Bistro ein. Bei einem guten Abendessen ließen wir die vergangenen zwölf Tage noch einmal Revue passieren.

Nordkap. Mitternachtssonne. Vesterålen. Lofoten. Endlose Fjorde. Gewaltige Brücken. Die schwedischen Wälder. Und schließlich drei herrliche Tage in Stockholm.

Was für eine Reise!

Am Abend ging es ein letzztes Mal zurück in unser Best Western Plus Bromma Hotel. Langsam hieß es Koffer packen. Am nächsten Morgen stand bereits der Heimflug nach Deutschland an. Mit vielen neuen Eindrücken, tausenden Fotos und unvergesslichen Erinnerungen ging der letzte Urlaubstag zu Ende.

Stockholm bildete einen wunderbaren Abschluss einer außergewöhnlichen Rundreise durch den hohen Norden Europas.


Heimreise von Stockholm nach Deutschland

Leider war er nun gekommen – der letzte Tag unserer großen Nordlandreise. Nach fast zwei Wochen voller unvergesslicher Eindrücke hieß es Abschied nehmen von Schweden und Skandinavien. Ganz entspannt packten wir nach dem Frühstück unsere Koffer und machten uns auf den Weg zum Flughafen.

Mit einem Taxi zum Festpreis von 720 schwedischen Kronen fuhren wir zum Stockholm Arlanda Airport, Terminal 5. Die Fahrt verlief zügig und angenehm, sodass wir den Flughafen rechtzeitig erreichten.

Dank der modernen Self-Check-in-Automaten waren die Bordkarten schnell ausgedruckt und das Gepäck aufgegeben. Auch die Sicherheitskontrolle verlief überraschend unkompliziert, sodass noch genügend Zeit blieb, den Flughafen in Ruhe zu erkunden und einen kleinen Imbiss zu genießen.

Pünktlich hob unsere Lufthansa-Maschine am Abend um 19:50 Uhr Richtung Frankfurt ab. Das Wetter meinte es auch zum Abschluss noch einmal gut mit uns. Bei wolkenlosem Himmel boten sich kurz nach dem Start wunderschöne Ausblicke auf die Schären vor Stockholm, bevor die Landschaft langsam unter den Tragflächen verschwand. Der Flug verlief ausgesprochen ruhig und angenehm. So blieb genügend Zeit, die vergangenen Reisetage noch einmal Revue passieren zu lassen.

Nordkap. Mitternachtssonne. Die beeindruckenden Landschaften Nordnorwegens. Die Vesterålen. Die traumhaften Lofoten. Unzählige Fjorde, Brücken und Wasserfälle. Und schließlich drei wunderschöne Tage in Stockholm.

Eine Reise voller Höhepunkte, die uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nach der planmäßigen Landung in Frankfurt ging es ohne große Verzögerung weiter zur Deutschen Bahn. Mit nur geringer Verspätung brachte uns der Zug zuverlässig zurück Richtung Stuttgart. Beim Umstieg blieb sogar noch Zeit für einen kurzen Blick auf die gewaltige Baustelle des Projekts Stuttgart 21, das inzwischen immer deutlichere Formen annimmt. Schließlich erreichten wir wieder unsere Heimat.

Damit endete eine außergewöhnliche Rundreise durch Schweden, Finnland und Norwegen.


Unser Fazit

Die 13-tägige Nordkap-, Vesterålen-, Lofoten- und Stockholm-Rundreise war zweifellos eine der beeindruckendsten Reisen, die wir bisher unternehmen durften.

Das Wetter hätte kaum besser sein können. Bis auf den letzten Stockholm-Tag begleitete uns fast ausschließlich Sonnenschein – selbst am Nordkap durften wir die Mitternachtssonne unter nahezu perfekten Bedingungen erleben. Ein Erlebnis, das selbst Einheimische nicht allzu oft genießen können.

Beeindruckende Natur, unzählige Fjorde, spektakuläre Brücken, endlose Wälder, charmante Städte und viele kleine Begegnungen machten diese Reise zu etwas ganz Besonderem.

Ein großes Lob gilt auch dem Hauser-Reiseteam mit Werner Trensch und Wansa, das die gesamte Tour hervorragend organisierte und immer wieder mit kleinen Überraschungen – wie den norwegischen Picknicks – für besondere Momente sorgte.

Mit mehreren tausend Fotos, vielen neuen Eindrücken und unvergesslichen Erinnerungen kehrten wir nach Hause zurück.

Unser Fazit in einem Satz:

Der hohe Norden Europas ist eine der faszinierendsten Reiseregionen überhaupt – und diese Rundreise war jeden einzelnen Kilometer wert.

Vielen Dank Skandinavien – wir kommen bestimmt wieder!


Kurzer Reiseüberblick

Flug mit Eurowings Stuttgart nach Stockolm Arlando, Zurück mit Lufthansa von Stockholm nach Frankfurt. Mit dem Hauser-Bus und dem Hauser-Team Werner und Wansa Trensch ging es von Frankfurt bis ans Nordkapp und über die Vanderalen un den Lofoten zurück nach Stockholm. In Stockholm verlängerten wir drei Tage individuell.


Drei Highlights:
Nordkap: Mitternachtssonne
Lofoten: Henningsvaer, Leknes, Reine
Stockholm: Schloss,Nobelpreismuseum, Oper, und vieles mehr

Resümee

Die Reise buchten wir direkt bei Hauser-Reisen, die Verlängerung in Stockholm bei Lufthansa und Booking.Com! Beratung bei Hauser-Reisen war in Ordnung! Durchgeführt wurde die Reise von Hauser. Das Hauser-Trensch war exzellent.

Nach 13 Tagen und über ca. 2.600 km Flug mit Eurowings/Lufthansa, ca. 4.600 km mit dem Hauser-Bus, ca. 450 km mit Tram, U-Bahn, S-Bahn, Fähre und ICE und viele km zu Fuß sind wir wieder zu Hause angekommen!
Insgesamt war es ein schöner und sehr erlebnisreicher Urlaub.
Wir lernten die Gastfreundschaft in fremden Ländern wieder einmal schätzen.
Die Reisegestaltung durch Hauser-Reisen war gut gelöst. Die Hotels war ordentlich.

Eurowings: Die Airline kann man bedenkenlos weiterempfehlen.
Lufthansa: Die Airline kann man bedenkenlos weiterempfehlen.
Öffentlicher Nahverkehr in Stockholm: Günstig und eigentlich keine Verspätungen.
Zugfahrt mit Deutscher Bahn: Wer Herausforderungen liebt fährt Deutsche Bahn! Ein Erlebnis allemal.
Hauser-Bus: Premiumbus mit gutem Komfort, Bordservice und perfekt für tägliche lange Strecken.

Orte und bedeutende Sehenswürdigkeiten:

Hier alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Muss jeder für sich erfahren.

Unterkunfte:

Die ausgewählten Hotels waren von Ausstattung, Lage und Komfort in Ordnung. Drei/Vier Sterne.

Auf Wiedersehen – Goodbye
Hej då (Schwedisch)
Näkemiin (Finnisch)
Farvel (Norwegisch)

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