Unsere Tour US – The West führte uns vom 14. Mai bis 06.Juni 2015 von Frankfurt mit Stoppover London nach San Francisco, Monterey, Los Angeles, San Diego, Las Vegas, Brice NP, Grand Canyon, Moab, Lake Dillon über Denver zurück nach Frankfurt.
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US The West – Bildergalerie – Impressionen von der Reise US The West
Inhaltsverzeichnis
San Francisco! Wir sind angekommen!
Hinflug nach San Francisco mit Stopover in London
Der Hinflug nach San Francisco von Stuttgart mit Stopover in London.Beim Landeanflug auf Heathrow hatten wir das Glück einige Schleifen über die City von London drehen zu dürfen mit grandiosem Blick auf die Stadt.
Beim Landeanflug auf San Francisco konnten wir die Weite von Silicon Vallay genießen.
Nach erfolgreicher Landung ging es mit der BART vom Airport bis zu Civic Center BART Station.
Für das Lösen eines Tickets für eine einmalige Fahrt muss man vor dem Bezahlen mindestens den genauen Betrag bis zur gewünschten Haltestelle bezahlen. Man erhält, dann eine sog. Debit Card, die an der Zielhaltestelle eingezogen wird. Sollte dabei der Betrag auf der Debit Card zu gering sein kommt man nicht raus! Fährt man öfters mit der BART, dann empfhielt es sich gleich einen höheren Betrg aufzuladen.
Von der Civic Center BART Station gingen wir die 1000ft. in unser Hotel in der 7th Street – BW Plus Panamericania. Anschließend machten wir noch eine kleine Stadtbesichtigung von derCity Hall bis zur Powell Street. Auffällig waren die vielen Homeless in der Nähe der City Hall.
Am zweiten Tag stand eine Cable Car Exklusive Fahrt auf dem Programm. Mit dem Bus 30/28 ging es weiter zur Golden Gate Bridge. Nach einem Spaziergang über die Goldengate Bridge fuhren wir mit dem Bus 28 bis zur Daly City und mit der BART weiter nach Lost und dann zur berühmten Lombart Street.
Am dritten Tag fuhren wir mit der Cable Car bis zur Lombard Street. Von dort ging es zu Fuß auf den Telegraph Hill und weiter zum Pier 39 die Seelöwen bestaunen. Mit der Tram fuhren bis zu den Twin Peaks. Wieder zurück nach Fisherman´s Wharf und Essen im Apple Bee´s.
Der vierte Tag führte uns zur Transamerica Pyramide und zum Columbus Tower. Weiter nach Little Italy und China Town. und zum Fähr Hafen. Anschließend statteten wir den Painted Ladies einen Besuch ab. Mit der Cable Car ging´s zum Essen nach Fisherman´s Wharf.
Fahrt von San Francisco nach Monterey
Der Tag begann für uns schon früh. Pünktlich um 6:30 Uhr morgens wurden wir vor unserem Hotel von einem Fahrer abgeholt. Zu unserer großen Freude wartete dort tatsächlich eine elegante Lincoln-Limousine auf uns – ein durchaus standesgemäßer Start in den neuen Reisetag! Bequem und stilvoll wurden wir zum Flughafen chauffiert, wo wir unseren Mietwagen übernehmen wollten.
Die Vorfreude auf das amerikanische Straßenabenteuer war groß. Allerdings gab es bei der Fahrzeugübergabe dann eine kleine Ernüchterung: Aus dem erhofften Lincoln wurde leider nichts. Statt einer luxuriösen Limousine stand schließlich ein Nissan für uns bereit. Nicht ganz so glamourös, aber immerhin zuverlässig und bestens geeignet, um die kalifornischen Straßen zu erkunden.
Bevor wir San Francisco endgültig den Rücken kehrten, wollten wir noch eine letzte Runde durch die Stadt drehen und ein wenig die besondere Atmosphäre der Metropole genießen. Doch unsere Pläne wurden schon bald ausgebremst – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auf der Oakland Bay Bridge gerieten wir wegen eines Streetfestivals in einen gewaltigen Stau. Statt freie Fahrt über die Brücke zu haben, ging es nur im Schneckentempo voran. Geduld war gefragt, während sich die Autoschlange scheinbar endlos vor uns dahinzog.
Mit einiger Verspätung konnten wir schließlich den Stau hinter uns lassen und unsere Fahrt Richtung Süden fortsetzen. Unser nächstes großes Ziel hieß Monterey. Die Route führte uns durch das berühmte Silicon Valley, das Zentrum der amerikanischen Hightech- und Computerindustrie. Namen wie Apple, Google und zahlreiche andere bekannte Unternehmen sind eng mit dieser Region verbunden – und nun fuhren wir tatsächlich mitten hindurch.
Langsam veränderte sich die Landschaft, und mit jedem Kilometer entfernten wir uns weiter vom hektischen San Francisco. Vor uns lag nun die kalifornische Küste und damit ein völlig neuer Abschnitt unserer Reise. Nach dem etwas holprigen Start waren wir endlich unterwegs und gespannt darauf, was uns auf dem Weg nach Monterey noch erwarten würde.
Monterey, Carmel – 17-Mile-Drive
Nach unserer Fahrt von San Francisco erreichten wir schließlich Monterey – und damit einen Ort, der sofort einen ganz eigenen Reiz auf uns ausübte. Die Stadt liegt direkt an der Pazifikküste und verbindet kalifornisches Küstenflair mit einer interessanten Geschichte. Nach der langen Fahrt freuten wir uns darauf, die Umgebung zu erkunden und den Tag ganz entspannt auf uns wirken zu lassen.
Unser erstes Ziel war Carmel-by-the-Sea, ein kleiner, ausgesprochen malerischer Küstenort, der uns mit seinen hübschen Häusern, gepflegten Gärten und verwinkelten Straßen sofort gefiel. Carmel wirkt beinahe wie eine Kulisse aus einem Film: Viele Gebäude sind individuell gestaltet, die kleinen Geschäfte und Galerien laden zum Bummeln ein und überall spürt man die Nähe zum Pazifik. Ein Spaziergang durch den Ort machte schnell deutlich, warum Carmel zu den bekanntesten und schönsten Küstenorten Kaliforniens zählt.
Von dort aus besuchten wir die Mission San Carlos Borromeo del Río Carmelo. Die historische Missionskirche gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Region und vermittelt einen Eindruck von der spanischen Vergangenheit Kaliforniens. Die Anlage strahlt eine besondere Ruhe aus. Zwischen den alten Mauern, dem Innenhof und den sorgfältig gepflegten Gärten konnten wir uns gut vorstellen, wie weit zurück die Geschichte dieses Ortes reicht.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages war anschließend der berühmte 17-Mile-Drive. Die Panoramastraße führt entlang der spektakulären Pazifikküste und zählt sicherlich zu den schönsten Küstenstraßen Kaliforniens. Immer wieder boten sich uns fantastische Ausblicke auf das tiefblaue Meer, zerklüftete Felsen und kleine Buchten. Der Wind vom Pazifik und das Rauschen der Brandung machten die Fahrt zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Natürlich durfte auch der berühmte Lone Cypress nicht fehlen – einer der bekanntesten Bäume Kaliforniens. Einsam steht die alte Zypresse auf einem Felsen über dem Meer und trotzt dort seit vielen Jahren Wind und Wetter. Der Anblick war genau das, was wir uns von der kalifornischen Küste vorgestellt hatten: dramatische Felsen, wogende Wellen und darüber der weite Himmel.
Unterwegs gab es immer wieder Möglichkeiten anzuhalten und die Landschaft zu genießen. Wir konnten uns kaum sattsehen an den wechselnden Küstenpanoramen. Mal führte die Straße durch grüne Landschaften und vorbei an prächtigen Häusern, dann wieder direkt an der Steilküste entlang. Besonders beeindruckend war die Kombination aus wilder Natur und der gepflegten Umgebung der berühmten Golfplätze und Villen entlang der Strecke.
Am späten Nachmittag kehrten wir schließlich nach Monterey zurück. Nach den vielen Eindrücken des Tages hatten wir nun ordentlich Hunger und machten uns auf den Weg zum Fisherman’s Wharf. Hier herrschte eine ganz andere, lebhafte Atmosphäre. Restaurants, kleine Geschäfte und Souvenirläden reihten sich aneinander, und aus den Lokalen strömten verführerische Düfte nach frischem Fisch und Meeresfrüchten.
Für uns war es der perfekte Abschluss eines abwechslungsreichen Tages. Bei einem gemütlichen Essen am Fisherman’s Wharf konnten wir die Erlebnisse noch einmal Revue passieren lassen. Carmel, die historische Mission und vor allem die spektakuläre Küstenlandschaft des 17-Mile-Drive hatten diesen Tag zu einem der schönsten Abschnitte unserer Kalifornienreise gemacht.
Fahrt von Monterey nach Redondo Beach (LA) – CA 1
Heute stand eine richtig lange Etappe auf unserem Reiseplan: Von Monterey nach Redondo Beach bei Los Angeles sollte es gehen – immer entlang der legendären kalifornischen Küste auf dem Highway 1. Rund 370 Meilen, also knapp 600 Kilometer, lagen vor uns. Eine Strecke, für die wir uns ausreichend Zeit genommen hatten. Und wie wir bald feststellen sollten, war nicht allein das Ziel interessant – eigentlich war die gesamte Fahrt das Erlebnis.
Schon kurz hinter Monterey wurde klar, warum der Highway 1 zu den berühmtesten Straßen der USA gehört. Die Straße schlängelte sich durch eine spektakuläre Küstenlandschaft, während neben uns der Pazifik lag. Mal führte die Route hoch oben an den Klippen entlang, dann wieder durch grüne Täler und vorbei an einsamen Buchten. Hinter jeder Kurve schien ein neuer Ausblick zu warten.
Immer wieder konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, anzuhalten. Schließlich wollten wir die Landschaft nicht nur aus dem Autofenster betrachten. An den zahlreichen Aussichtspunkten boten sich fantastische Panoramen über die zerklüftete Küste und das tiefblaue Meer. Die Brandung schlug unten gegen die Felsen, und der Wind vom Pazifik brachte die typische salzige Meeresluft mit sich.
Besonders eindrucksvoll war der Abschnitt durch Big Sur. Hier zeigte sich die kalifornische Küste von ihrer wildesten Seite. Schroffe Felsen, steile Abhänge, dichte Vegetation und immer wieder spektakuläre Blicke hinunter auf den Pazifik machten die Fahrt zu einem echten Höhepunkt unserer Reise. Der Highway schien sich förmlich an die Berge zu klammern.
Natürlich kostete uns die wunderschöne Landschaft auch einiges an Zeit. Bei einer solchen Strecke ist man ständig versucht, den nächsten Aussichtspunkt anzusteuern oder noch schnell ein Foto zu machen. So kamen die Meilen zwar langsam, aber dafür mit vielen unvergesslichen Eindrücken zusammen.
370 Meilen – oder eine Tankfüllung! Das war unser persönlicher Merksatz für diesen Tag. Unser Nissan erwies sich dabei als erstaunlich genügsamer Reisebegleiter. Während die Landschaft draußen ständig wechselte, spulten wir Kilometer um Kilometer ab. Von der rauen Küste rund um Big Sur ging es allmählich weiter nach Süden. Die Umgebung wurde zunehmend trockener und die ersten Anzeichen der Großstadtregion von Los Angeles rückten näher.
Je weiter wir nach Süden kamen, desto deutlicher veränderte sich auch der Verkehr. Aus der eher ruhigen Küstenfahrt wurde langsam eine Fahrt durch dichter besiedelte Gegenden. Nach vielen Stunden auf dem Highway 1 erreichten wir schließlich Redondo Beach, einen Küstenort im Großraum Los Angeles.
Hinter uns lagen rund 370 Meilen und ein kompletter Tag auf Kaliforniens wohl berühmtester Küstenstraße. Die Strecke war lang, teilweise anstrengend und durch die vielen Fotostopps sicher nicht die schnellste Verbindung nach Los Angeles. Aber genau das machte sie aus. Der Highway 1 ist eben keine Straße, die man möglichst schnell hinter sich bringen möchte – hier ist ganz klar der Weg das Ziel.
Und so werden wir uns an diese lange Fahrt nicht wegen der vielen Kilometer erinnern, sondern vor allem wegen der spektakulären Ausblicke, des Pazifiks an unserer Seite und des Gefühls, mitten durch eine der beeindruckendsten Küstenlandschaften Kaliforniens gefahren zu sein.
Fahrt von Redondo Beach (LA) nach San Diego
Heute hieß es wieder Abschied nehmen von Redondo Beach und weiter in Richtung Süden. Unser nächstes großes Ziel war San Diego, ganz im Süden Kaliforniens und nur wenige Kilometer von der mexikanischen Grenze entfernt. Eigentlich lag eine vergleichsweise überschaubare Strecke vor uns – doch natürlich wollten wir Los Angeles nicht einfach links liegen lassen. Ein kleiner Abstecher nach Hollywood und zum Griffith Observatory musste einfach sein.
„Kleiner Abstecher“ klingt allerdings etwas verharmlosend. Für gerade einmal 20 Meilen benötigten wir rund zwei Stunden! Der Verkehr in Los Angeles zeigte uns einmal mehr, dass Entfernungen hier nicht unbedingt etwas über die benötigte Fahrzeit aussagen. Stop-and-go, volle Straßen und immer wieder zähfließender Verkehr machten aus den wenigen Meilen eine kleine Geduldsprobe. Aber schließlich waren wir ja im Urlaub und hatten Zeit – zumindest redeten wir uns das ein.
Unser erster Stopp war Hollywood. Schon die Namen der Straßen und Plätze versprühten ein ganz besonderes Flair. Hier dreht sich alles um Film, Fernsehen und die großen Stars. Natürlich durfte ein Blick auf den berühmten Hollywood Walk of Fame nicht fehlen. Überall erinnerten Sterne auf dem Gehweg an Schauspieler, Musiker und andere Persönlichkeiten, die Hollywood geprägt haben. Zwischen Touristen, Souvenirgeschäften und den zahlreichen berühmten Sehenswürdigkeiten herrschte reges Treiben.
Von Hollywood aus machten wir uns anschließend auf den Weg zum Griffith Observatory. Die Fahrt hinauf führte uns aus dem Trubel der Stadt heraus und in die grünen Hügel oberhalb von Los Angeles. Schon während der Auffahrt konnten wir immer wieder erste Blicke auf die riesige Metropole erhaschen.
Oben angekommen, erwartete uns schließlich ein wirklich beeindruckendes Panorama. Vom Griffith Observatory aus lag Los Angeles weit unter uns. Die Stadt schien sich schier endlos auszubreiten – ein riesiges Häusermeer, durchzogen von Straßen und Highways. Bei guter Sicht konnte man den Blick weit über die Metropole schweifen lassen. Besonders faszinierend war der Kontrast: Hier oben herrschte vergleichsweise viel Ruhe, während sich unten eine der größten und geschäftigsten Städte der USA ausbreitete.
Natürlich durfte auch der berühmte Hollywood-Schriftzug nicht fehlen. Von den Aussichtspunkten rund um das Observatory bot sich uns ein schöner Blick auf die weißen Buchstaben in den Hollywood Hills. Ein Motiv, das man sich als Kalifornien-Reisender einfach nicht entgehen lassen kann.
Nach diesem Abstecher hieß es endgültig: Weiter nach San Diego! Wir verließen Los Angeles und folgten der Küste in Richtung Süden. Mit jedem Kilometer entfernten wir uns weiter vom Großstadttrubel. Die Fahrt war zwar weiterhin von viel Verkehr geprägt, doch langsam stellte sich wieder das Gefühl einer richtigen Rundreise ein: neue Straßen, neue Landschaften und ein neues Ziel vor Augen.
Nach unserer Ankunft in San Diego machten wir uns noch auf den Weg in die Altstadt. Und dort wartete eine ganz besondere Überraschung auf uns. Zwischen historischen Gebäuden, kleinen Geschäften und gemütlichen Restaurants fühlte es sich plötzlich an, als wären wir in eine völlig andere Zeit versetzt worden. Die spanisch-mexikanischen Einflüsse waren überall spürbar und verliehen der Stadt einen ganz eigenen Charakter.
Nach den vielen Eindrücken des Tages waren wir uns schnell einig: San Diego gefällt uns! Die Kombination aus Großstadt, Küste, angenehmem Klima und historischer Altstadt machte auf uns einen ausgesprochen sympathischen Eindruck.
Unser erstes Fazit fiel deshalb eindeutig aus:
San Diego ist absolut eine Reise wert!
Und das Beste daran: Wir hatten gerade erst angefangen, die Stadt zu entdecken.
San Diego – Ein Tag voller Entdeckungen
Nach unserem ersten positiven Eindruck von San Diego wollten wir die Stadt heute genauer kennenlernen. Also machten wir uns auf zu einem ausgedehnten Rundgang durch die Stadt. San Diego präsentierte sich dabei von ganz unterschiedlichen Seiten: maritimes Kalifornien, historische Viertel, prächtige Parkanlagen und natürlich jede Menge amerikanisches Großstadtleben. Schnell wurde klar, dass die Stadt deutlich mehr zu bieten hat, als wir zunächst erwartet hatten.
Mit der Fähre nach Coronado
Unser Tag begann am Wasser. Mit der Fähre setzten wir über nach Coronado, der bekannten Halbinsel direkt gegenüber der Innenstadt von San Diego. Schon die Überfahrt war ein kleines Erlebnis. Vom Wasser aus eröffnete sich uns ein wunderbarer Blick zurück auf die Skyline der Stadt. Die Hochhäuser wirkten aus dieser Perspektive noch beeindruckender, während im Hintergrund der blaue Himmel und der Pazifik eine perfekte kalifornische Kulisse bildeten.
Auf der anderen Seite angekommen, konnten wir die besondere Atmosphäre von Coronado genießen. Der Ort wirkt wesentlich ruhiger und beschaulicher als die Innenstadt. Besonders bekannt ist das berühmte Hotel del Coronado, ein imposantes historisches Gebäude direkt am Strand. Schon von außen ist das Hotel ein echter Blickfang. Anschließend blieb natürlich noch Zeit für einen Spaziergang und den Blick auf den weitläufigen Strand. Das Rauschen des Pazifiks, die Palmen und das angenehme Wetter – genau so hatten wir uns Kalifornien vorgestellt.
Old Gaslamp Quarter
Zurück in San Diego führte unser Weg anschließend in das Old Gaslamp Quarter. Das historische Viertel liegt mitten im Herzen der Innenstadt und hat einen ganz eigenen Charme. Prächtige historische Häuser stehen hier neben modernen Gebäuden, und in den Straßen reihen sich Restaurants, Bars, Cafés und kleine Geschäfte aneinander.
Besonders schön fanden wir die historischen Fassaden und die vielen Details, die an das San Diego vergangener Zeiten erinnern. Gleichzeitig herrschte überall reges Leben. Menschen waren unterwegs, Straßenmusiker sorgten für Unterhaltung und aus den Restaurants drangen die unterschiedlichsten Düfte. Ein schöner Kontrast zum eher ruhigen Vormittag auf Coronado.
Balboa Park
Von dort ging es weiter zum Balboa Park, einem der bekanntesten Wahrzeichen San Diegos. Schon beim Betreten des Parks waren wir von seiner Größe und der aufwendig gestalteten Architektur beeindruckt. Weitläufige Grünanlagen, Palmen, Blumenbeete, Brunnen und prachtvolle Gebäude machten den Park zu einem echten Erlebnis.
Wir schlenderten ohne großes Ziel durch die Anlage und ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Immer wieder entdeckten wir neue schöne Ecken und interessante Gebäude. Der Balboa Park ist weit mehr als nur eine Grünanlage – hier befinden sich zahlreiche Museen, kulturelle Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten. Man könnte vermutlich mehrere Tage dort verbringen und hätte trotzdem noch längst nicht alles gesehen.
Besonders faszinierend fanden wir das Zusammenspiel aus Natur und Architektur. Die spanisch beeinflussten Gebäude mit ihren Türmen, Bögen und reich verzierten Fassaden gaben dem Park ein beinahe märchenhaftes Aussehen. Dazu das kalifornische Wetter – ein perfekter Ort, um einfach ein wenig zu bummeln und die Stadt einmal aus einer ruhigeren Perspektive zu erleben.
Santa Fe Depot
Auf unserem weiteren Rundgang kamen wir auch am Santa Fe Depot vorbei, dem historischen Hauptbahnhof von San Diego. Das Gebäude ist nicht nur ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, sondern selbst eine Sehenswürdigkeit. Die beeindruckende Architektur erinnert an die spanische Vergangenheit der Region und bildet einen interessanten Kontrast zu den modernen Gebäuden der Innenstadt.
Auch hier zeigte sich wieder, wie vielfältig San Diego ist. Moderne Großstadt und historische Architektur liegen teilweise nur wenige Schritte voneinander entfernt.
Zum Abschluss: Cheesecake Factory
Nach all den Kilometern, die wir inzwischen zu Fuß zurückgelegt hatten, machte sich langsam der Hunger bemerkbar. Für den kulinarischen Abschluss unseres San-Diego-Tages entschieden wir uns für die Cheesecake Factory.
Schon die riesige Speisekarte war fast eine kleine Herausforderung – die Auswahl an Gerichten und natürlich die unzähligen Cheesecake-Varianten waren beeindruckend. Nach einem langen Tag voller Eindrücke war es genau das Richtige, in Ruhe etwas zu essen und dabei den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen.
Unser Fazit nach diesem Tag war eindeutig: San Diego hat uns endgültig überzeugt. Die Stadt verbindet auf wunderbare Weise Meer und Strand, Geschichte und moderne Architektur, entspannte kalifornische Lebensart und Großstadtflair. Besonders die Mischung aus Coronado, Gaslamp Quarter und Balboa Park hat uns gefallen.
Und so ging ein abwechslungsreicher Tag zu Ende – mit müden Füßen, vielen Fotos und der Erkenntnis, dass San Diego definitiv zu den Höhepunkten unserer Kalifornienreise gehört.
Fahrt von San Diego nach Las Vegas
Nach den erlebnisreichen Tagen in San Diego hieß es heute wieder einmal: Koffer packen, Auto beladen und weiter zum nächsten Ziel! Vor uns lag eine längere Etappe durch Kalifornien und die Wüste Nevadas – rund 340 Meilen, also etwa 550 Kilometer, bis nach Las Vegas.
Und noch etwas konnten wir heute vermelden: Wir sind wieder zurück in der Internetwelt! Während unseres Aufenthalts im Hotel in Las Vegas hatten wir nämlich zunächst unfreiwillig eine kleine digitale Auszeit eingelegt. Das Management unseres Hotels, dem Treasure Island, wollte doch tatsächlich satte 29 Dollar pro Tag für WLAN haben – und das versteht sich natürlich zusätzlich zum Zimmerpreis! Da war für uns schnell klar: So wichtig war uns das Internet dann doch nicht. Wir übten uns kurzerhand im Internetverzicht und genossen stattdessen die Reise ganz ohne ständige Verbindung zur Außenwelt.
340 Meilen Richtung Las Vegas
Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg. Unser Nissan war schnell beladen, und dann ging es los. Die ersten Kilometer führten uns noch durch die Umgebung von San Diego, doch schon bald wurde die Landschaft zunehmend karger. Wir entfernten uns immer weiter von der Pazifikküste und näherten uns der Wüste.
Die Fahrt selbst verlief erstaunlich entspannt. Die gesamte Strecke von San Diego bis Las Vegas konnten wir auf einem Highway zurücklegen. Und das Beste daran: keine Baustellen, kein Stau und kein zähes Stop-and-go! Gerade nach unseren bisherigen Erfahrungen mit dem Verkehr rund um Los Angeles wussten wir diesen Luxus besonders zu schätzen.
Bei einer Strecke von rund 340 Meilen war das natürlich eine angenehme Überraschung. Statt ständig auf die Bremslichter des Vordermanns schauen zu müssen, konnten wir einfach Kilometer um Kilometer abspulen und die sich ständig verändernde Landschaft beobachten.
Je weiter wir uns von San Diego entfernten, desto deutlicher wurde der Wechsel der Landschaft. Die sattgrünen Bereiche rund um die Küste verschwanden nach und nach, und die Umgebung wurde immer trockener und karger. Schließlich waren wir mitten in der Wüstenlandschaft unterwegs. Weite, offene Flächen, kaum Vegetation und am Horizont die Berge – ein völlig anderes Kalifornien als das, das wir in Monterey oder San Diego kennengelernt hatten.
Willkommen in Las Vegas!
Am frühen Nachmittag war es dann soweit: Las Vegas war erreicht!
Unser GPS übernahm die Führung und führte uns direkt auf den Las Vegas Boulevard. Ein Teil dieser Straße ist weltweit unter einem Namen bekannt: The Strip. Und genau dort lag unser Hotel – das Treasure Island.
Schon bei der Anfahrt war klar, dass Las Vegas etwas völlig anderes war als alles, was wir bisher auf unserer Reise erlebt hatten. Plötzlich tauchten riesige Hotels, gewaltige Leuchtreklamen und spektakuläre Gebäude vor uns auf. Alles schien größer, bunter und auffälliger zu sein als anderswo. Die Wüste war verschwunden – stattdessen standen wir mitten in einer künstlich erschaffenen Glitzerwelt.
Nach dem Einchecken blieb zunächst etwas Zeit, uns von der langen Fahrt zu erholen. Doch natürlich konnten wir nicht widerstehen und machten uns später auf, den berühmten Strip zu erkunden.
Las Vegas bei Nacht – schrill, verrückt, einfach anders
Und am Abend zeigte Las Vegas dann endgültig, was es kann.
Sobald die Sonne unterging, erwachte der Strip erst richtig zum Leben. Überall blinkten und leuchteten riesige Reklametafeln, Hotels präsentierten ihre spektakulären Fassaden und aus den Casinos drang Musik. Menschenmassen waren unterwegs, Taxis und Limousinen schoben sich durch den Verkehr und an jeder Ecke gab es etwas Neues zu sehen.
Schrill. Crazy. Einfach verrückt.
Anders kann man unseren ersten Eindruck kaum beschreiben. Las Vegas ist eine Stadt, die offensichtlich nach dem Motto funktioniert: Je größer, auffälliger und verrückter, desto besser. Riesige Themenhotels, künstliche Sehenswürdigkeiten, Casinos und Lichtshows reihten sich entlang des Strip aneinander.
Wir liefen ein gutes Stück den Boulevard entlang und ließen die unglaubliche Kulisse auf uns wirken. Einerseits faszinierend, andererseits war uns das Ganze schon nach kurzer Zeit fast ein wenig zu viel. Die Stadt wirkt wie eine riesige Bühne, auf der rund um die Uhr gespielt wird.
Unser persönliches Urteil fiel deshalb ziemlich schnell:
Las Vegas – einmal gesehen, das sollte eigentlich genügen!
Natürlich wollten wir uns die berühmte Stadt nicht entgehen lassen, und der Besuch war definitiv ein Erlebnis. Aber im Vergleich zu den landschaftlichen Höhepunkten unserer bisherigen Reise hatte Las Vegas für uns einen ganz anderen Charakter. Während uns die Küste, die Nationalparks und die Natur Kaliforniens wirklich begeistert hatten, wirkte Las Vegas auf uns vor allem laut, künstlich und spektakulär.
Trotzdem gehört Las Vegas natürlich zu einer Reise durch den Westen der USA einfach dazu. Und so konnten wir am Ende des Tages zumindest sagen: Wir waren da – mitten auf dem berühmten Las Vegas Strip!
Las Vegas – Ausflug nach Death Valley
Heute stand ein ganz besonderes Highlight unserer Reise auf dem Programm: ein Ausflug ins Death Valley. Von Las Vegas aus ging es früh am Morgen auf eine rund 300 Meilen lange Tour – hin und zurück. Für deutsche Verhältnisse klingt das zunächst nach einer gewaltigen Strecke für einen Tagesausflug. In den USA sieht man das allerdings etwas entspannter. Dort gehören solche Entfernungen bei einer Rundreise durch den Westen einfach dazu. Schließlich ist der Weg das Ziel – und davon sollte es heute jede Menge geben.
Unser Plan war, das Death Valley einmal komplett von Norden nach Süden zu durchqueren. Schon die Anfahrt machte deutlich, dass wir uns auf einen ganz besonderen Landschaftsabschnitt zubewegten. Die Umgebung wurde immer trockener und karger, die Vegetation nahm ab und die Landschaft wirkte zunehmend unwirtlich. Weite, menschenleere Flächen und beeindruckende Bergketten begleiteten uns auf unserem Weg.
Der Name Death Valley – Tal des Todes – klingt zunächst ziemlich bedrohlich. Und tatsächlich gehört das Tal zu den extremsten Landschaften Nordamerikas. Gleichzeitig ist es aber gerade diese lebensfeindliche, bizarre Umgebung, die einen Besuch so faszinierend macht. Kilometerweit nichts als Wüste, Felsen, Salzflächen und Berge – und darüber ein scheinbar endloser Himmel.
Badwater – tiefster Punkt Nordamerikas
Einer unserer wichtigsten Stopps war Badwater Basin. Hier befindet sich mit rund 85,5 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt Nordamerikas.
Schon die Landschaft rund um Badwater war beeindruckend. Vor uns erstreckte sich eine riesige, helle Salzfläche, die sich scheinbar endlos durch das Tal zog. Die weiße Oberfläche bildete einen starken Kontrast zu den dunklen Bergen ringsum. Man fühlt sich dort tatsächlich ein wenig wie auf einem anderen Planeten.
Und natürlich machte sich auch die Hitze bemerkbar. Hier erreichten wir mit 96 °F den Hitzerekord unserer bisherigen USA-Reise.
96 Grad Fahrenheit – das klingt für europäische Ohren zunächst nach einer unglaublichen Temperatur. Zum Glück mussten wir nicht lange rätseln, wie viel das in Celsius bedeutet.
Eine kleine mathematische Exkursion: °C = (°F − 32) × 5 ÷ 9
Also:
96 − 32 = 64
64 ÷ 9 = 7,1
7,1 × 5 ≈ 35,5 °C
Damit hatten wir also ungefähr 35,5 °C erreicht.
Für die schnelle Überschlagsrechnung unterwegs gibt es natürlich auch eine etwas vereinfachte Methode:
96 − 32 = 64
64 ÷ 2 = 32
32 × 1,1 ≈ 35,2 °C
Passt also erstaunlich gut!
Obwohl knapp 36 °C zunächst vielleicht gar nicht nach einer extremen Hitze klingen, muss man bedenken, dass wir uns mitten in einer riesigen Wüstenlandschaft befanden. Die Sonne brannte vom Himmel, Schatten war Mangelware und die trockene Luft machte die Umgebung noch unwirtlicher. Dazu kam die Erkenntnis, dass das Death Valley durchaus noch ganz andere Temperaturen erreichen kann. Unser „Hitzerekord“ war also eher ein Vorgeschmack.
Durch das Tal des Todes
Die Fahrt durch das Death Valley war für uns vor allem landschaftlich ein Erlebnis. Immer wieder veränderte sich die Umgebung. Mal führte die Straße durch breite, offene Täler, dann wieder zwischen steilen Berghängen hindurch. Die Farben reichten von hellem Sand und Weiß über verschiedene Braun- und Rottöne bis hin zu dunklem Grau der Felsen.
Und das Faszinierende daran: Diese Landschaft wirkte fast menschenleer. Keine Ortschaften, kaum Häuser und teilweise über viele Kilometer nur Straße, Wüste und Berge. Gerade diese Weite vermittelte uns einen Eindruck davon, wie groß und ursprünglich der Westen der USA sein kann.
Wir legten natürlich immer wieder Fotostopps ein. Schließlich fährt man nicht jeden Tag durch das Death Valley. Hinter jeder Kurve wartete ein neuer Blick auf eine Landschaft, die mit den Küstenregionen Kaliforniens überhaupt nicht vergleichbar war.
Nach der Durchquerung des Tals ging es schließlich wieder zurück in Richtung Las Vegas. Hinter uns lagen rund 300 Meilen, zahlreiche Eindrücke und eine Landschaft, die wir so schnell nicht vergessen würden.
Und dann war da noch das Tanken …
Ein kleines Abenteuer wartete allerdings noch auf uns: das Tanken in den USA.
Während die Umrechnung von Fahrenheit in Celsius mit etwas Mathematik noch einigermaßen problemlos zu bewältigen war, wurde es an der Tankstelle plötzlich etwas komplizierter. Andere Einheiten, andere Abläufe und eine Zapfsäule, die sich nicht ganz so bedienen ließ, wie wir es von Deutschland gewohnt waren.
Aber dazu später mehr …
Für heute blieb vor allem ein Fazit: Das Death Valley ist toll und unbedingt sehenswert! Die gewaltige Landschaft, die endlosen Weiten und das Gefühl, mitten durch eine der extremsten Regionen Nordamerikas zu fahren, machten diesen Tagesausflug zu einem weiteren Höhepunkt unserer Reise.
Und nach knapp 300 Meilen zurückgelegter Strecke waren wir am Abend auch ziemlich froh, wieder in unserem Hotel in Las Vegas angekommen zu sein.
Las Vegas – Ausflug zum Hoover Dam und das Abenteuer Tanken
Nach unserem Ausflug ins Death Valley stand heute das nächste große Ziel in der Umgebung von Las Vegas auf dem Programm: der Hoover Dam. Die gewaltige Staumauer am Colorado River gehört zu den beeindruckendsten Bauwerken im Südwesten der USA und ist von Las Vegas aus bequem zu erreichen.
Schon die Fahrt dorthin war interessant. Je weiter wir uns von Las Vegas entfernten, desto stärker veränderte sich die Landschaft. Statt blinkender Hotels und riesiger Casinos sahen wir wieder die typische Wüstenlandschaft Nevadas: karge Berge, trockene Ebenen und jede Menge Sonne.
Der Hoover Dam – ein Bauwerk der Superlative
Als wir schließlich am Hoover Dam ankamen, waren wir von den gewaltigen Ausmaßen beeindruckt. Die riesige Staumauer hält den Colorado River zurück und bildet den bekannten Lake Mead, einen der größten künstlich angelegten Stauseen der USA.
Heute ist der Hoover Dam vor allem eine beeindruckende Sehenswürdigkeit und ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Für uns war allerdings auch seine Verbindung zu Las Vegas interessant. Ohne den Hoover Dam und die damit verbundene Versorgung der Region mit Wasser und Strom hätte sich Las Vegas vermutlich nicht so entwickelt, wie wir es heute kennen.
Der Bau des Damms in den 1930er-Jahren fiel in eine Zeit, in der Las Vegas noch eine vergleichsweise kleine Wüstenstadt war. Die riesige Baustelle zog damals Tausende Arbeiter in die Region. Mit ihnen kamen Geld, Unterhaltung und natürlich auch die ersten großen Vergnügungsangebote. So wird der Hoover Dam oft als einer der Faktoren genannt, die zur Entwicklung von Las Vegas beitrugen.
Unser Gedanke dazu war deshalb ziemlich passend:
Hoover Dam – irgendwie auch ein Ursprung von Las Vegas und seiner Spielhöllen!
Beim Blick von der Staumauer hinunter in die Tiefe konnte man sich kaum vorstellen, welche gewaltigen Mengen Wasser hier zurückgehalten werden. Der Kontrast zwischen dem tiefblauen Wasser des Lake Mead und der kargen Wüstenlandschaft ringsum war beeindruckend.
Nach dem Besuch des Hoover Dam machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Las Vegas. Und damit kamen wir zu einem Thema, das auf einer USA-Autoreise zwangsläufig immer wieder eine Rolle spielt: das Tanken.
Das Abenteuer Tanken
Wir hatten ja bereits angekündigt, dass wir mit den amerikanischen Maßeinheiten so unsere kleinen Herausforderungen hatten. Nachdem wir uns mit Meilen, Fahrenheit und Gallonen beschäftigt hatten, stand nun die nächste Rechenaufgabe auf dem Programm.
Unser Nissan hatte insgesamt 380 Meilen zurückgelegt. An der Tankstelle in Las Vegas tankten wir 9 Gallonen Benzin – zum Preis von 3,99 Dollar pro Gallone.
Und nun die entscheidende Frage:
Wie viel Liter Benzin benötigte unser Nissan auf 100 Kilometer?
Also erst einmal wieder umrechnen. Eine amerikanische Gallone entspricht ungefähr 3,785 Litern.
9 Gallonen × 3,785 Liter = 34,1 Liter
Die gefahrenen 380 Meilen entsprechen ungefähr:
380 × 1,609 = 611 Kilometer
Jetzt können wir ausrechnen, wie viel Benzin unser Nissan auf 100 Kilometer verbraucht hat:
34,1 Liter ÷ 611 Kilometer × 100 = ca. 5,6 Liter pro 100 Kilometer
Gar nicht schlecht für unseren Nissan!
Allerdings gab es bei den Benzinpreisen eine interessante Überraschung. Wir hatten nämlich nicht immer für 3,99 Dollar pro Gallone getankt. An einer anderen Tankstelle bekamen wir das Benzin sogar für 2,79 Dollar pro Gallone.
Da merkt man erst einmal, wie stark die Preise auch innerhalb der USA schwanken können. Und im Vergleich zu den deutschen Benzinpreisen jener Zeit erschien uns der Preis pro Gallone zunächst ausgesprochen günstig – bis man sich wieder daran erinnerte, dass eine Gallone fast vier Liter enthält.
Damit hatten wir auf unserer Reise inzwischen schon einiges gelernt: Meilen in Kilometer, Fahrenheit in Celsius und Gallonen in Liter. Eine USA-Reise ist eben nicht nur landschaftlich interessant, sondern manchmal auch eine kleine mathematische Fortbildung.
Am Ende des Tages waren wir um eine beeindruckende Sehenswürdigkeit und eine weitere Tankstellen-Erfahrung reicher. Der Hoover Dam hatte uns mit seinen gewaltigen Dimensionen beeindruckt – und unser Nissan hatte einmal mehr bewiesen, dass er ein zuverlässiger Begleiter für unsere Reise durch den amerikanischen Westen war.
Und eines stand fest: Bei den amerikanischen Maßeinheiten würden wir noch einiges zu lernen haben!
Fahrt von Las Vegas durch den Zion National Park zum Bryce Canyon
Heute hieß es Abschied nehmen von Las Vegas. Die grellen Lichter, riesigen Hotels und das hektische Treiben des Strip lagen hinter uns. Vor uns lag nun ein völlig anderes Amerika: gewaltige Landschaften, rote Felsen, tiefe Schluchten und unberührte Natur.
Unser Ziel für heute waren gleich zwei absolute Höhepunkte des amerikanischen Südwestens: der Zion National Park und anschließend der Bryce Canyon.
Schon während der Fahrt wurde die Landschaft immer spektakulärer. Je weiter wir uns von Las Vegas entfernten, desto mehr verschwanden die Spuren der Großstadt. Statt Casinos und Leuchtreklamen bestimmten nun Berge, Wüstenlandschaften und gewaltige Felsformationen das Bild. Wir konnten kaum glauben, wie schnell sich die Landschaft verändert hatte.
Zion National Park
Der Zion National Park empfing uns mit einer Landschaft, die uns sofort beeindruckte. Gewaltige Felswände ragten links und rechts der Straße empor und schienen den Himmel fast zu berühren. Die unterschiedlichen Rot-, Braun- und Cremetöne der Felsen leuchteten in der Sonne und bildeten einen faszinierenden Kontrast zum tiefblauen Himmel.
Die Straße führte mitten durch diese imposante Landschaft. Immer wieder mussten wir anhalten, um die gewaltigen Felsformationen auf uns wirken zu lassen und natürlich auch fotografisch festzuhalten. Dabei kam man sich angesichts dieser Dimensionen beinahe winzig vor.
Besonders beeindruckend war die Fahrt durch die engen Schluchten. Während wir uns langsam durch den Park bewegten, veränderte sich der Blickwinkel ständig. Hinter jeder Kurve wartete eine neue Felsformation, ein anderer Blick auf die Schlucht oder ein weiterer spektakulärer Aussichtspunkt.
Nach den Tagen in Las Vegas war dieser Wechsel geradezu wohltuend. Statt künstlicher Welten und blinkender Reklamen gab es nun nur noch Natur – und was für eine!
Weiter zum Bryce Canyon
Doch unser Tag war noch lange nicht vorbei. Nach dem Zion National Park ging es weiter in Richtung Bryce Canyon.
Mit jedem Kilometer veränderte sich die Landschaft erneut. Die Straße führte uns immer höher hinauf, und auch die Temperaturen wurden spürbar angenehmer. Wir waren fasziniert davon, wie abwechslungsreich die Landschaft des amerikanischen Westens auf vergleichsweise kurzer Strecke sein kann.
Dann erreichten wir schließlich den Bryce Canyon.
Was wir dort sahen, lässt sich eigentlich kaum mit Worten beschreiben.
Vor uns lag ein riesiges Amphitheater voller bizarrer Felsnadeln, Säulen und Türme. Die sogenannten Hoodoos standen dicht an dicht und leuchteten in den unterschiedlichsten Rot-, Orange- und Brauntönen. Die Formen wirkten so ungewöhnlich, dass man fast den Eindruck bekam, jemand hätte hier eine riesige Landschaft aus Sandstein modelliert.
Wir standen lange am Aussichtspunkt und versuchten, die Szenerie überhaupt richtig zu erfassen. Je länger man hinsah, desto mehr Details entdeckte man. Zwischen den Felsnadeln verliefen tiefe Schluchten, Schatten wanderten über die Felsen und das Licht ließ die Farben ständig anders erscheinen.
Nach den vielen Eindrücken des Tages fiel uns für diese Landschaft eigentlich nur ein passender Kommentar ein:
„Ohne Worte – simply magnificent!“
Und genau so war es.
Der Zion National Park und der Bryce Canyon waren für uns ein völlig anderes Erlebnis als Las Vegas. Hier musste nichts blinken, nichts laut sein und nichts künstlich spektakulär wirken. Die Natur selbst hatte die größte Show inszeniert.
Nach der Fahrt durch diese beeindruckenden Landschaften waren wir uns sicher: Dieser Tag gehörte zu den absoluten Höhepunkten unserer Reise durch den amerikanischen Westen. Die Bilder, die wir unterwegs gemacht hatten, würden uns später immer wieder an diese unglaublichen Felslandschaften erinnern.
Und während wir am Abend unseren nächsten Reiseabschnitt planten, war uns klar: Im Südwesten der USA warteten noch viele weitere Naturwunder auf uns.
Red Canyon – Glen Canyon Dam – Grand Canyon
Nach den beeindruckenden Erlebnissen im Zion National Park und am Bryce Canyon ging unsere Reise weiter durch eine Landschaft, die uns immer wieder aufs Neue staunen ließ. Heute standen gleich mehrere außergewöhnliche Ziele auf unserem Programm: der Red Canyon, der Glen Canyon Dam und schließlich der wohl bekannteste Canyon überhaupt – der Grand Canyon.
Schon die Fahrt durch den Süden Utahs war ein Erlebnis für sich. Die Landschaft präsentierte sich in immer neuen Farben und Formen. Rote Felsen, weite Ebenen und bizarre Felsformationen begleiteten uns auf unserem Weg. Man konnte eigentlich ständig irgendwo anhalten und fotografieren. Hinter jeder Kurve schien bereits das nächste beeindruckende Motiv zu warten.
Red Canyon – der kleine Bruder des Bryce Canyon
Unser erster Stopp war der Red Canyon. Schon der Name ist Programm: Gewaltige rote Felsformationen säumten die Straße und leuchteten in der Sonne in kräftigen Rot-, Orange- und Brauntönen.
Der Red Canyon wird manchmal als „kleiner Bruder“ des Bryce Canyon bezeichnet – und tatsächlich gibt es gewisse Ähnlichkeiten. Allerdings wirkt die Landschaft hier etwas ursprünglicher und weniger überlaufen. Die roten Felswände und Türme standen wie riesige Skulpturen entlang der Straße.
Wir konnten uns kaum sattsehen an den Formen und Farben. Besonders faszinierend war das Zusammenspiel von Sonne und Schatten. Je nach Lichteinfall wirkten die Felsen plötzlich völlig anders. Ein kurzer Stopp wurde deshalb schnell zu einem längeren Aufenthalt – schließlich wollte man keine dieser beeindruckenden Ansichten einfach vorbeiziehen lassen.
Glen Canyon Dam
Weiter ging es in Richtung Glen Canyon. Unser nächstes Ziel war der Glen Canyon Dam, eine gewaltige Staumauer am Colorado River. Am Carl Hayden Visitor Center konnten wir uns zunächst über das Bauwerk und seine Geschichte informieren.
Der Anblick des Damms war beeindruckend. Die gewaltige Betonmauer spannt sich über den Glen Canyon und staut den Colorado River zum Lake Powell auf. Die Dimensionen des Bauwerks waren kaum zu erfassen. Oben auf der Staumauer standen wir und blickten hinunter in die Tiefe, während sich auf der anderen Seite der riesige Lake Powell ausbreitete.
Besonders faszinierend fanden wir den Kontrast zwischen der technischen Meisterleistung und der Natur ringsum. Der Colorado River hat hier über Millionen von Jahren eine spektakuläre Landschaft geschaffen – und mitten hinein wurde dieses gewaltige Bauwerk gesetzt.
Vom Besucherzentrum aus konnten wir uns einen guten Überblick über den Glen Canyon Dam verschaffen. Wieder einmal zeigte sich, welche gewaltigen Dimensionen in den USA möglich sind. Nach dem Hoover Dam war dies bereits der zweite riesige Staudamm unserer Reise – und doch wirkte auch dieser wieder ganz anders.
Weiter zum Grand Canyon
Doch unser eigentliches Tagesziel wartete noch auf uns: der Grand Canyon.
Allein der Name weckt schon bestimmte Vorstellungen. Trotzdem waren wir gespannt, ob die Realität tatsächlich mit den Bildern und Beschreibungen mithalten konnte. Nach unserer bisherigen Reise durch die spektakulären Landschaften des amerikanischen Südwestens waren die Erwartungen jedenfalls hoch.
Als wir schließlich am Grand Canyon ankamen und zum ersten Aussichtspunkt gingen, war zunächst einmal Staunen angesagt.
Vor uns öffnete sich plötzlich eine gewaltige Schlucht, deren Dimensionen jede Vorstellung sprengten. Der Blick reichte über unzählige Felsschichten, tiefe Einschnitte und weit entfernte Felswände. Der Colorado River, der diese Landschaft über Millionen von Jahren geformt hat, war von oben teilweise kaum zu erkennen.
Man steht dort oben und versucht automatisch, die Größe des Canyons irgendwie zu begreifen. Doch genau das gelingt kaum. Die Entfernungen wirken unwirklich, die gegenüberliegenden Felswände erscheinen gleichzeitig nah und unglaublich weit entfernt.
Die Farben des Grand Canyon waren dabei mindestens genauso beeindruckend wie seine Größe. Je nach Licht schimmerten die Felsen in Rot, Orange, Braun, Violett und Gold. Überall zeigten sich unterschiedliche Gesteinsschichten, die von der langen geologischen Geschichte dieser Landschaft erzählen.
Wir wechselten von einem Aussichtspunkt zum nächsten und konnten uns kaum entscheiden, welcher Blickwinkel der schönste war. Immer wieder blieben wir einfach stehen und schauten hinaus in diese gewaltige Landschaft.
Nach den vielen spektakulären Eindrücken der vergangenen Tage – Zion, Bryce Canyon, Red Canyon und Glen Canyon – setzte der Grand Canyon schließlich noch einmal einen ganz besonderen Höhepunkt.
Eigentlich konnten wir unsere Eindrücke wieder nur mit den Worten zusammenfassen, die uns schon am Bryce Canyon in den Sinn gekommen waren:
„Ohne Worte – simply magnificent!“
Und tatsächlich: Für manche Landschaften fehlen einem einfach die passenden Worte. Der Grand Canyon gehört für uns definitiv dazu.
Die gewaltige Größe, die Farben, die Tiefe und die schiere Kraft der Natur machten diesen Besuch zu einem Erlebnis, das uns noch lange begleiten sollte. Unser Roadtrip durch den amerikanischen Westen hatte inzwischen so viele unglaubliche Landschaften zu bieten, dass wir uns langsam fragten, ob überhaupt noch eine Steigerung möglich war.
Die Antwort sollte uns auf den nächsten Etappen unserer Reise noch überraschen.
Fahrt vom Grand Canyon nach Monument Valley
Nach den überwältigenden Eindrücken am Grand Canyon hieß es heute wieder: Koffer packen, ins Auto steigen und weiterfahren. Unser nächstes Ziel lag noch tiefer im Herzen des amerikanischen Südwestens – das legendäre Monument Valley.
Allein die Namen dieser beiden Orte versprechen schon eine außergewöhnliche Reiseetappe. Hinter uns lag der gewaltige Grand Canyon, vor uns eine Landschaft, die wir bisher vor allem aus Westernfilmen kannten. Und tatsächlich sollte die Fahrt dorthin zu einem weiteren Höhepunkt unserer Rundreise werden.
Durch das Land der roten Felsen
Schon kurz nach dem Verlassen des Grand Canyon veränderte sich die Landschaft. Die gewaltigen Schluchten und tief eingeschnittenen Täler wichen nach und nach einer weitläufigen, offenen Landschaft. Die Straße zog sich scheinbar endlos durch das Land, und am Horizont tauchten immer wieder Tafelberge und einzelne Felsformationen auf.
Je weiter wir nach Osten kamen, desto stärker wurde der Eindruck, mitten durch eine Kulisse aus einem alten Western zu fahren. Rote Erde, trockene Ebenen, vereinzelte Büsche und bizarre Felsen bestimmten das Landschaftsbild. Die Weite war beeindruckend. Man konnte kilometerweit sehen, ohne eine größere Ortschaft zu entdecken.
Immer wieder hielten wir an, um die Landschaft zu fotografieren. Dabei wurde uns bewusst, wie unterschiedlich die Natur des amerikanischen Südwestens auf relativ kurzen Strecken sein kann. Noch am Grand Canyon standen wir an einer gewaltigen Schlucht, nun fuhren wir durch eine fast menschenleere Wüstenlandschaft.
Und natürlich waren wir gespannt auf das, was uns am Ende der Strecke erwartete.
Monument Valley – die Westernkulisse wird Realität
Dann war es endlich soweit: Die ersten markanten Felsformationen des Monument Valley tauchten am Horizont auf.
Schon aus der Entfernung waren die gewaltigen roten Felstürme zu erkennen, die scheinbar mitten aus der flachen Wüstenlandschaft emporragen. Genau diese Landschaft hatten wir unzählige Male auf Bildern und in Filmen gesehen. Jetzt standen wir tatsächlich selbst davor.
Der Anblick war einfach überwältigend.
Die berühmten Felsformationen wirkten in der Realität noch beeindruckender als auf Fotos. Die riesigen Sandsteinmonumente ragten hunderte Meter über die Ebene und leuchteten je nach Sonnenstand in unterschiedlichen Rot- und Orangetönen. Dazwischen erstreckte sich eine scheinbar endlose Weite.
Man fühlt sich dort sofort in einen Western versetzt. Es fehlte eigentlich nur noch ein einsamer Cowboy, der auf seinem Pferd am Horizont auftaucht.
Besonders faszinierend war der Kontrast zwischen der flachen Ebene und den gewaltigen Felsen. Die einzelnen Monolithen wirken dadurch noch mächtiger. Die berühmten Formationen wie West Mitten Butte, East Mitten Butte und Merrick Butte gehören zu den bekanntesten Motiven des Monument Valley – und nun konnten wir sie mit eigenen Augen sehen.
Wir ließen uns Zeit, die Aussicht zu genießen. Natürlich wurden unzählige Fotos gemacht, denn bei einer solchen Kulisse fällt es schwer, die Kamera überhaupt wieder wegzulegen. Gleichzeitig gab es aber auch Momente, in denen wir einfach nur dastanden und schauten.
Die Sonne stand über den roten Felsen, die Schatten wurden länger und die Farben immer intensiver. Das Licht veränderte die Landschaft beinahe minütlich. Aus Orange wurde Rot, aus Rot ein tiefes Braun, und die langen Schatten verliehen den Felsen noch mehr Tiefe.
Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise
Nach dem Bryce Canyon, Zion National Park, Glen Canyon und Grand Canyon hatten wir eigentlich gedacht, dass die beeindruckenden Landschaften langsam nicht mehr zu toppen wären.
Doch wieder einmal wurden wir eines Besseren belehrt.
Das Monument Valley besitzt eine ganz eigene Atmosphäre. Während der Grand Canyon durch seine gewaltige Tiefe beeindruckt, fasziniert das Monument Valley durch seine Weite und die einzigartigen Felsmonumente. Die Landschaft wirkt gleichzeitig gewaltig und unglaublich still.
Und wieder fanden wir eigentlich nur die passenden Worte, die uns schon bei den vorherigen Etappen begleitet hatten:
„Ohne Worte – simply magnificent!“
Mehr musste man dazu eigentlich nicht sagen.
Die Fahrt vom Grand Canyon zum Monument Valley war nicht einfach nur eine weitere Strecke auf unserer Rundreise. Sie war eine Reise durch eine Landschaft, die wir bisher nur aus Filmen kannten und die nun plötzlich Realität geworden war.
Wir waren inzwischen tief im Herzen des amerikanischen Westens angekommen – und genau hier entstand für uns endgültig das Gefühl, auf einer echten Roadtrip-Reise durch die große Weite Amerikas unterwegs zu sein.
Und während wir am Abend auf die roten Felsen zurückblickten, war eines sicher: Diesen Tag und diesen Anblick würden wir so schnell nicht vergessen.
Monument Valley – Auf der Schotterpiste durch das Tal der roten Felsen
Nach dem grandiosen ersten Eindruck vom Monument Valley wollten wir die berühmte Landschaft natürlich nicht nur von einem Aussichtspunkt aus betrachten. Wir wollten mitten hinein in diese faszinierende Welt aus roten Felsen, endlosen Weiten und den gewaltigen Sandsteinmonumenten.
Doch bevor es losgehen konnte, stand zunächst einmal der Eintritt auf dem Programm. 20 Dollar wurden für den Besuch des Monument Valley fällig. Wir zückten selbstverständlich unseren „Beauty Annual Pass“, mit dem wir während unserer Reise bereits einige Nationalparks besucht hatten. In unserer Vorstellung war die Sache damit eigentlich erledigt.
War sie aber nicht.
Die Kassiererin war offensichtlich überhaupt nicht begeistert, als wir ihr den Pass präsentierten. Wir bekamen einen ziemlich deutlichen Anschiss – schließlich, so erklärte sie uns, stehe doch auf dem Kassenhäuschen ganz eindeutig, dass dieser Pass hier nicht akzeptiert werde.
Nun ja – ganz eindeutig war das aus unserer Sicht allerdings nicht.
Das Problem war nicht, dass wir das Schild absichtlich ignoriert hätten. Die entsprechende Schrift war einfach dermaßen ausgeblichen, dass man sie beim besten Willen kaum noch lesen konnte. Wir standen also vor dem Kassenhäuschen, schauten uns das verblasste Schild an und mussten feststellen: Wenn man es nicht erkennen kann, hilft auch der beste Wille nichts.
Also zahlten wir die 20 Dollar und konnten schließlich weiterfahren. Die kleine Auseinandersetzung war damit schnell vergessen – denn was uns anschließend erwartete, entschädigte uns mehr als genug.
Der zweite „17-Mile-Drive“
Im Monument Valley wartete nämlich unser ganz persönlicher „17-Mile-Drive“ auf uns.
Warum wir ihn so nannten? Ganz einfach: Die Strecke durch das Monument Valley ist ungefähr 17 Meilen lang. Nach unserem ersten 17-Mile-Drive entlang der kalifornischen Küste bei Monterey hatten wir nun also einen zweiten entdeckt – allerdings konnte der Unterschied kaum größer sein.
Während wir in Kalifornien auf einer gepflegten Küstenstraße unterwegs gewesen waren, ging es hier über eine unbefestigte Schotterpiste mitten durch die Wüstenlandschaft.
Und das war durchaus ein Erlebnis!
Kaum hatten wir die asphaltierte Straße verlassen, begann unser Nissan ordentlich zu arbeiten. Die Piste war staubig und teilweise holprig, und wir wurden kräftig durchgeschüttelt. Doch an Umkehren war natürlich nicht zu denken. Schließlich wollten wir die berühmten Felsformationen aus nächster Nähe erleben.
Die etwa 17 Meilen lange Strecke führte mitten durch die spektakuläre Landschaft des Monument Valley. Immer wieder öffneten sich neue Perspektiven auf die gewaltigen Sandsteinfelsen. Die bekannten Monolithen ragten majestätisch aus der flachen Ebene empor und wirkten aus nächster Nähe noch beeindruckender als vom Aussichtspunkt.
Mitten durch die Westernkulisse
Während wir langsam über die Schotterpiste fuhren, fühlten wir uns tatsächlich wie in einem Westernfilm. Die Landschaft war so typisch für den amerikanischen Südwesten, dass man fast erwartete, jeden Moment einen Cowboy zu sehen, der hoch zu Ross um die nächste Felsformation bog.
Die roten Felsen leuchteten in der Sonne, der Staub wirbelte hinter unserem Nissan auf und weit und breit war kaum etwas von moderner Zivilisation zu sehen.
Hier war die Landschaft der eigentliche Star.
An zahlreichen Stellen hielten wir an, stiegen aus und genossen einfach den Blick. Die riesigen Felsmonumente änderten ihre Wirkung ständig, je nachdem, aus welcher Richtung wir sie betrachteten. Mal wirkten sie wie mächtige Türme, dann wieder wie gewaltige Mauern oder bizarre Skulpturen.
Besonders faszinierend war die absolute Weite. Zwischen den einzelnen Felsformationen lagen riesige Entfernungen, und der Blick konnte ungehindert über die rote Wüstenlandschaft schweifen. Dazu der tiefblaue Himmel – eine perfekte Kulisse für diesen Abschnitt unserer Reise.
Eine besondere Art von „17-Mile-Drive“
Unser zweiter 17-Mile-Drive hatte also mit dem ersten nur den Namen und die Länge gemeinsam. Statt Pazifik, Klippen und Zypressen gab es diesmal rote Felsen, Wüstenstaub und eine holprige Schotterpiste.
Und genau das machte ihn so besonders.
Die Fahrt war zwar deutlich anstrengender als eine normale Straßenfahrt, aber sie vermittelte uns das Gefühl, wirklich mitten in der Landschaft zu sein und nicht nur daran vorbeizufahren.
Nach rund 17 Meilen hatten wir die Strecke schließlich bewältigt. Unser Nissan war inzwischen ordentlich eingestaubt, wir selbst ebenfalls ein wenig durchgeschüttelt – aber dafür hatten wir jede Menge beeindruckende Bilder und Erinnerungen im Gepäck.
Der kleine Ärger an der Kasse war längst vergessen. Angesichts dieser Landschaft waren die 20 Dollar Eintritt letztlich gut investiert.
Und unser persönliches Fazit zum Monument Valley?
Einfach gigantisch – und der zweite „17-Mile-Drive“ unserer Reise definitiv einer der außergewöhnlichsten!
Fahrt von Monument Valley nach Moab
Nach unserem eindrucksvollen Besuch im Monument Valley hieß es wieder Abschied nehmen von den roten Felsen und der faszinierenden Westernkulisse. Unser nächstes Ziel war Moab im Bundesstaat Utah. Doch auch heute sollte die Fahrt nicht einfach nur eine Verbindung zwischen zwei Orten sein – die Landschaft entlang der Strecke war erneut ein Erlebnis für sich.
Vorbei am Monument Valley
Nachdem wir das Monument Valley verlassen hatten, konnten wir noch einmal einen letzten Blick auf die gewaltigen Felsformationen werfen. Die roten Sandsteinmonumente wurden langsam kleiner und verschwanden schließlich hinter uns. Trotzdem änderte sich die Landschaft kaum: Weite, trockene Ebenen, rote Erde und immer wieder markante Felsen begleiteten uns auf unserem Weg.
Es war faszinierend zu sehen, wie sich die Landschaft langsam veränderte. Aus den bekannten Monolithen des Monument Valley wurden nach und nach neue Felsformationen. Die Straße führte scheinbar endlos durch die Weite Utahs. Immer wieder tauchten einzelne Felsen am Horizont auf, die aussahen, als hätte jemand sie mitten in die Wüste gestellt.
Wir waren inzwischen tief im Südwesten der USA unterwegs – und genau diese endlosen Weiten machten den besonderen Reiz unserer Reise aus. Kaum Verkehr, kaum Häuser und immer wieder diese unglaublichen Ausblicke. Man konnte kilometerweit schauen und bekam trotzdem nicht das Gefühl, die Landschaft vollständig erfassen zu können.
Moab und der Arches National Park
Unser Ziel war Moab, eine kleine Stadt in Utah, die vor allem als Ausgangspunkt für einige der spektakulärsten Nationalparks der Region bekannt ist. Für uns stand heute der Arches National Park auf dem Programm.
Schon die Fahrt in den Park war beeindruckend. Die Landschaft wurde wieder deutlich felsiger und die roten Sandsteinformationen dominierten zunehmend das Bild. Überall ragten gewaltige Felswände und bizarre Formationen aus der Landschaft.
Und dann entdeckten wir die ersten natürlichen Steinbögen.
Der Name Arches National Park ist Programm: Hier befinden sich Tausende natürliche Felsbögen, die im Laufe von Millionen Jahren durch Wind, Wasser, Frost und Erosion entstanden sind. Was die Natur hier geschaffen hat, wirkt teilweise so unwirklich, dass man kaum glauben kann, dass diese Formen tatsächlich ohne menschliches Zutun entstanden sind.
Eine Landschaft wie aus einer anderen Welt
Wir fuhren tiefer in den Park hinein und kamen aus dem Staunen kaum heraus. Die roten und orangefarbenen Sandsteinfelsen leuchteten in der Sonne und bildeten einen faszinierenden Kontrast zum tiefblauen Himmel.
Immer wieder gab es Aussichtspunkte und kurze Wege zu besonders spektakulären Formationen. Natürlich konnten wir auch hier nicht einfach vorbeifahren. Kaum tauchte ein besonders beeindruckender Felsen vor uns auf, wurde angehalten und fotografiert.
Besonders spannend war der Gedanke, dass diese Landschaft einem ständigen Wandel unterliegt. Wind und Wetter arbeiten unermüdlich an den Felsen weiter. Was heute ein gewaltiger Bogen ist, kann in ferner Zukunft vielleicht völlig anders aussehen – oder irgendwann ganz verschwunden sein.
Delicate Arch – das Wahrzeichen Utahs
Ein Höhepunkt des Besuchs war natürlich der Blick auf den berühmten Delicate Arch, den wohl bekanntesten Steinbogen Utahs. Der freistehende Bogen ist zu einem echten Wahrzeichen des Bundesstaates geworden und findet sich auf zahlreichen Bildern und Souvenirs wieder.
Vor dem Original zu stehen, war natürlich etwas ganz anderes, als ihn auf einem Foto zu sehen. Die Größe und die Lage des Bogens inmitten der weitläufigen Landschaft waren beeindruckend. Wieder einmal standen wir vor einer dieser Naturformationen, bei denen man unwillkürlich länger stehen bleibt und einfach nur schaut.
Nach den Erlebnissen im Zion National Park, Bryce Canyon, Grand Canyon und Monument Valley hatte man eigentlich das Gefühl, schon alles gesehen zu haben. Doch der Arches National Park bewies uns erneut, dass der Südwesten der USA immer noch eine Überraschung bereithält.
Am Ende des Tages machten wir uns auf den Weg nach Moab. Im Gepäck hatten wir wieder unzählige Fotos und einen weiteren Tag voller spektakulärer Landschaften.
Rote Felsen, gewaltige Bögen und endlose Weite – der amerikanische Südwesten hatte uns weiterhin fest im Griff.
Fahrt von Moab nach Dillon, Colorado – durch die Rocky Mountains
Nach den spektakulären roten Felslandschaften rund um Moab hieß es heute wieder Abschied nehmen von Utah. Unser nächstes Ziel lag bereits im Nachbarstaat Colorado – und damit erwartete uns ein völlig neuer Abschnitt unserer Reise. Statt Wüste und Sandstein sollte es nun hoch hinaus gehen: in die Rocky Mountains.
Schon auf den ersten Kilometern nach Moab veränderte sich die Landschaft. Die roten Felsen, die uns in den vergangenen Tagen begleitet hatten, wurden langsam weniger und machten einer immer grüner werdenden Landschaft Platz. Vor uns lagen die gewaltigen Rocky Mountains, und je näher wir ihnen kamen, desto beeindruckender wurde das Panorama.
Colorado – die Rocky Mountains
Dann war es soweit: Wir erreichten Colorado.
Was für ein Unterschied zu den Landschaften, durch die wir bisher gefahren waren! Nach den heißen und trockenen Wüstenregionen des Südwestens erwartete uns nun eine geradezu paradiesische Bergwelt. Grüne Täler, dichte Wälder, schneebedeckte Gipfel und klare Gebirgsbäche bestimmten nun das Landschaftsbild.
Wir konnten uns kaum sattsehen.
Die Rocky Mountains präsentierten sich an diesem Tag von ihrer schönsten Seite. Die gewaltigen Berge ragten majestätisch in den Himmel, während sich die Straße durch die Täler und immer höher hinauf ins Gebirge schlängelte. Immer wieder gab es spektakuläre Ausblicke, bei denen wir am liebsten sofort angehalten hätten.
Traumhaft schön!!!
Nach den roten Felsen des Monument Valley und der Wüstenlandschaft Utahs fühlte sich diese Umgebung fast wie eine andere Welt an. Besonders beeindruckend war der Wechsel der Vegetation. Je höher wir kamen, desto dichter wurden die Wälder und desto häufiger entdeckten wir Schneereste an den Berghängen.
Aspen
Unsere Route führte uns auch durch Aspen, einen der bekanntesten Wintersportorte der USA. Der Ort ist vor allem für seine luxuriösen Hotels, exklusiven Geschäfte und natürlich für seine Wintersportgebiete bekannt.
Auch im Sommer war Aspen ausgesprochen sehenswert. Die Berge rund um den Ort bildeten eine fantastische Kulisse, und überall war zu spüren, dass wir uns in einer der bekanntesten Ferienregionen Colorados befanden.
Doch viel Zeit zum Verweilen hatten wir nicht – unser Tagesziel Dillon lag noch vor uns.
Über den Independence Pass
Ein besonderer Höhepunkt der Fahrt war die Überquerung des Independence Pass. Die Passstraße führte uns hoch hinauf in die Rocky Mountains. Je weiter wir nach oben kamen, desto spektakulärer wurden die Ausblicke.
Die Straße wurde schmaler und kurvenreicher, während die Landschaft gleichzeitig immer beeindruckender wurde. Hohe Berggipfel, tiefe Täler und Schneefelder begleiteten uns. Wir waren inzwischen in einer Höhe unterwegs, die man als Flachlandbewohner nicht unbedingt gewohnt ist.
Und dann passierte etwas, das uns ziemlich deutlich daran erinnerte, dass wir uns tatsächlich mitten im Hochgebirge befanden.
Nach der Abfahrt vom Independence Pass kam es zu einem Lawinenabgang.
Plötzlich zeigte sich die Natur von ihrer unberechenbaren Seite. Ein Ereignis, das man nicht unbedingt auf einer normalen Autofahrt erwartet – und das uns gleichzeitig bewusst machte, mit welchen Naturgewalten man in den Rocky Mountains rechnen muss.
Nach diesem kleinen Schreck setzte sich unsere Fahrt schließlich fort. Die Landschaft blieb spektakulär, und wir waren froh, den Pass sicher hinter uns gelassen zu haben.
Sapphire Point – Panorama über das Dillon Reservoir
Ein weiterer Höhepunkt des Tages war unser Halt am Sapphire Point. Der Aussichtspunkt machte seinem Namen alle Ehre. Von hier oben bot sich uns ein wirklich traumhafter Blick über die umliegende Bergwelt und das Dillon Reservoir.
Das tiefblaue Wasser des Stausees lag eingebettet zwischen den Bergen. Rundherum erstreckten sich bewaldete Hänge, während im Hintergrund die Gipfel der Rocky Mountains in den Himmel ragten.
Wir standen eine ganze Weile dort und genossen einfach diesen Ausblick. Nach den vielen Kilometern im Auto war dieser Stopp eine willkommene Gelegenheit, die Beine zu vertreten und die Landschaft ganz in Ruhe auf uns wirken zu lassen.
Traumhaft schön!
Die Kombination aus blauem Wasser, grünen Wäldern und den mächtigen Bergen im Hintergrund war ein perfektes Beispiel dafür, warum Colorado zu den landschaftlich schönsten Regionen der USA gehört.
Abendessen in Breckenridge
Am Abend erreichten wir schließlich Breckenridge, einen weiteren bekannten Ort in den Rocky Mountains. Hier erwartete uns nicht nur eine wunderschöne Bergkulisse, sondern auch ein gemütlicher Tagesabschluss.
Wir trafen uns zum Abendessen mit Kay und Al. Nach einem langen und ereignisreichen Fahrtag war es schön, den Abend gemeinsam bei gutem Essen und netten Gesprächen ausklingen zu lassen.
Dabei konnten wir noch einmal die Eindrücke des Tages Revue passieren lassen: die Fahrt von Moab durch die sich verändernde Landschaft, der Übergang nach Colorado, die majestätischen Rocky Mountains, Aspen, der Independence Pass, der unerwartete Lawinenabgang und schließlich der fantastische Blick vom Sapphire Point auf das Dillon Reservoir.
Was für ein Tag!
Nach den vielen roten Felsen und Wüstenlandschaften der vergangenen Tage hatte sich die Landschaft nun komplett verändert. Colorado und die Rocky Mountains waren für uns eine völlig neue, aber mindestens genauso beeindruckende Seite des amerikanischen Westens.
Unser Urteil war deshalb schnell gefällt:
Colorado – traumhaft schön!!!
Ausflug mit Kay und Al – Colorado – Silverthorne, Vail, Redcliff, Dillon
Heute stand ein ganz besonderer Ausflug auf unserem Reiseprogramm. Gemeinsam mit Kay und Al wollten wir die nähere Umgebung ihrer neuen Heimat Silverthorne erkunden. Nach den vielen Kilometern, die wir in den vergangenen Tagen auf eigene Faust durch den amerikanischen Westen gefahren waren, war es schön, diesmal mit Einheimischen unterwegs zu sein. Sie konnten uns Ecken zeigen, die man als normaler Tourist wahrscheinlich leicht übersehen würde.
Unser Tagesziel war eine kleine Rundfahrt durch die faszinierende Bergwelt Colorados. Auf dem Programm standen unter anderem Vail, Minturn und Redcliff – Orte, an denen sich die Geschichte des amerikanischen Westens bis heute spüren lässt. Dazu kamen beeindruckende Berglandschaften, kleine historische Orte und natürlich jede Menge Gelegenheit zum Erzählen und Staunen.
Es sollte ein richtig schöner Tag werden.
Vail – Luxus in den Rocky Mountains
Unser erster größerer Halt war Vail, einer der bekanntesten Wintersportorte der USA. Schon bei der Anfahrt beeindruckte uns die Lage des Ortes. Eingebettet in die gewaltigen Rocky Mountains, wirkt Vail wie ein Ferienort aus dem Bilderbuch.
Im Sommer zeigte sich die Stadt allerdings von einer ganz anderen Seite als im Winter. Statt Skifahrern waren Wanderer, Radfahrer und Urlauber unterwegs. Die gepflegten Häuser, Blumen und die typische alpine Architektur verliehen dem Ort einen fast europäischen Charakter.
Für uns war der Besuch in Vail aber nicht nur wegen des Ortes selbst etwas Besonderes. Hier trafen wir uns mit Hans, dem Sohn von Kay und Al. So wurde aus einem normalen Zwischenstopp gleichzeitig ein kleines Familientreffen. Es war schön, mitten in den Rocky Mountains zusammenzukommen und ein wenig Zeit miteinander zu verbringen.
Nach einem gemeinsamen Rundgang und einigen Gesprächen ging es weiter. Schließlich wollten wir noch mehr von der Umgebung kennenlernen.
Minturn und Redcliff – wo der Wilde Westen noch lebt
Von Vail aus fuhren wir weiter nach Minturn und anschließend in Richtung Redcliff. Schon unterwegs änderte sich die Atmosphäre deutlich.
Während Vail gepflegt, modern und touristisch geprägt ist, wirkten die kleineren Orte entlang unserer Strecke wesentlich ursprünglicher. Hier konnte man noch etwas von dem alten Colorado spüren – von der Zeit, als Bergbau, Goldsucher und Abenteurer das Leben in den Rocky Mountains bestimmten.
Besonders Redcliff hatte es uns angetan. Der kleine historische Ort liegt spektakulär in den Bergen und vermittelt tatsächlich den Eindruck, als wäre hier ein Stück des alten Wilden Westens erhalten geblieben.
Rund um Redcliff erinnern alte Gebäude und Relikte an die Zeit des Bergbaus. Heute geht es hier wesentlich ruhiger zu. Touristenströme sucht man vergeblich, und gerade das machte den Ort für uns so interessant.
Wir hatten das Gefühl, ein Colorado abseits der großen Touristenattraktionen zu entdecken. Keine riesigen Hotels, keine künstlichen Themenwelten – stattdessen alte Häuser, Berge, Geschichte und viel Ruhe.
Hier hatte der Wilde Westen tatsächlich noch ein Zuhause.
Eine Ghosttown mitten in den Rocky Mountains
Auf unserer Tour kamen wir auch an Mintum vorbei und konnten einen Eindruck von einer der für Colorado typischen verlassenen bzw. historischen Siedlungen gewinnen. Solche Ghosttowns erzählen eine ganz eigene Geschichte.
Was einst durch den Bergbau entstanden war und Menschen Arbeit und Hoffnung gebracht hatte, wurde mit dem Niedergang der Minen teilweise wieder verlassen. Heute erinnern nur noch alte Gebäude und Spuren an die Menschen, die hier einst lebten.
Gerade solche Orte machten unsere Fahrt so abwechslungsreich. Hinter jeder Kurve wartete eine andere Geschichte – und gleichzeitig sorgten die gewaltigen Berge dafür, dass selbst die kleinen Ortschaften eine beeindruckende Kulisse hatten.
Zurück nach Silverthorne
Am Nachmittag kehrten wir schließlich nach Silverthorne zurück. Hier konnten wir bei den Grabensteins noch etwas Zeit verbringen und die Eindrücke des Tages auf uns wirken lassen.
Silverthorne gefiel uns als Heimat von Kay und Al ausgesprochen gut. Der Ort liegt mitten in der Bergwelt Colorados und ist von zahlreichen Gipfeln und Wäldern umgeben. Für uns war es schön zu sehen, in welcher Umgebung die beiden nun lebten.
Nach all den Sehenswürdigkeiten der vergangenen Tage war dieser Besuch gleichzeitig ein schöner persönlicher Teil unserer Reise. Nicht nur die Landschaft, sondern vor allem die gemeinsame Zeit machte diesen Tag besonders.
Familienabend in Dillon
Zum Abschluss trafen wir uns am Abend in Dillon mit der Familie Grabenstein. Auch Anna und Hans mit Diane waren dabei.
Nach einem erlebnisreichen Tag durch die Rocky Mountains war das gemeinsame Abendessen in Dillon genau der richtige Abschluss. Bei gutem Essen und angeregten Gesprächen konnten wir noch einmal auf die Erlebnisse des Tages zurückblicken.
Von Vail über Minturn und Redcliff bis nach Silverthorne hatten wir ganz unterschiedliche Facetten Colorados kennengelernt. Wir hatten moderne Ferienorte gesehen, historische Bergbausiedlungen entdeckt und Landschaften erlebt, die einfach überwältigend waren.
Aber vor allem war es schön, diesen Tag gemeinsam mit Kay und Al und später mit der ganzen Familie zu verbringen.
Unser Fazit fiel deshalb eindeutig aus:
Es war einfach grandios!
Die Kombination aus traumhafter Landschaft, dem Hauch des Wilden Westens und der gemeinsamen Zeit mit Freunden und Familie machte diesen Ausflug zu einem ganz besonderen Erlebnis unserer Reise durch den amerikanischen Westen.
Ausflug mit Kay und Al – Colorado – Rocky Mountain National Park (RMNP)
Heute stand leider schon unser letzter gemeinsamer Ausflug mit Kay und Al auf dem Programm. Die vergangenen Tage hatten uns Colorado von seiner schönsten Seite gezeigt, und nun wollten wir noch einmal einen ganz besonderen Höhepunkt erleben: den Rocky Mountain National Park.
Gemeinsam machten wir uns von Dillon aus auf den Weg. Schon die Fahrt zum Nationalpark war ein Erlebnis. Je näher wir den gewaltigen Bergen kamen, desto beeindruckender wurde die Landschaft. Hohe Gipfel, dichte Wälder, klare Bergseen und weite Täler begleiteten uns. Immer wieder mussten wir einfach stehen bleiben, um die Aussicht zu genießen.
Und dann lag er vor uns – der Rocky Mountain National Park.
Rocky Mountain National Park – grandios!
Der Name hält, was er verspricht. Der Nationalpark ist eine gewaltige Bergwelt mit imposanten Gipfeln, tiefen Tälern und einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt. Nach den roten Felsen und Wüstenlandschaften Utahs und Arizonas erlebten wir hier wieder eine völlig andere Seite des amerikanischen Westens.
Die Straße führte uns immer höher hinauf in die Berge. Mit zunehmender Höhe veränderte sich die Landschaft. Die Wälder wurden niedriger, die Vegetation spärlicher und schließlich öffneten sich immer wieder fantastische Blicke auf die umliegenden Gipfel.
Überall boten sich Fotomotive. Mal ragten schneebedeckte Berge in den blauen Himmel, dann lag tief unter uns ein grünes Tal. Dazu die klare Bergluft und die unglaubliche Ruhe – ein herrlicher Gegensatz zu den hektischen Städten, die wir zu Beginn unserer Reise besucht hatten.
Grandios!!!
Wir konnten sehr gut verstehen, warum dieser Nationalpark zu den beliebtesten Naturgebieten der USA gehört.
Holzwarth Historic Site – ein Stück Pioniergeschichte
Während unseres Aufenthalts besuchten wir auch die Holzwarth Historic Site. Hier bekamen wir einen Eindruck davon, wie Menschen vor rund hundert Jahren in dieser abgelegenen Bergregion gelebt haben.
Die historischen Gebäude vermitteln ein erstaunlich authentisches Bild vom Leben der damaligen Zeit. Einfachste Hütten, Gebrauchsgegenstände und die ursprüngliche Umgebung lassen erahnen, wie beschwerlich das Leben in den Rocky Mountains einst gewesen sein muss.
Heute wirkt die Landschaft idyllisch und friedlich. Damals war sie allerdings alles andere als einfach zu bewirtschaften. Die Menschen mussten mit der Natur leben und sich den Bedingungen der Berge anpassen.
Für uns war dieser Besuch eine schöne Ergänzung zur grandiosen Landschaft des Nationalparks. Man sah die Rocky Mountains nun nicht nur als beeindruckende Kulisse, sondern bekam gleichzeitig einen Eindruck davon, wie die Menschen diese Gegend einst erschlossen und bewohnt haben.
Grand Lake – Wildwest-Atmosphäre am See
Nach unserem Besuch im Nationalpark ging es weiter nach Grand Lake. Schon bei der Ankunft hatten wir das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben.
Der Ort wirkte auf uns tatsächlich wie eine kleine Stadt aus dem Wilden Westen. Alte Häuser, historische Fassaden und kleine Geschäfte säumten die Straßen. Man konnte sich gut vorstellen, wie es hier vor etwa hundert Jahren zugegangen sein muss.
Natürlich kamen dabei auch unsere Gedanken an die Geschichten aus den alten Westernfilmen auf. Shootouts waren hier früher wohl an der Tagesordnung – na ja, zumindest vor rund 100 Jahren!
Heute geht es in Grand Lake natürlich wesentlich friedlicher zu. Der Ort liegt wunderschön am gleichnamigen See und ist von den Bergen des Rocky Mountain National Park umgeben. Die Kombination aus historischem Ortsbild, See und Bergkulisse machte den Besuch zu einem weiteren Höhepunkt unseres Tages.
Wir schlenderten durch den Ort, schauten uns die alten Gebäude an und ließen die besondere Atmosphäre auf uns wirken. Es war ein schöner Abschluss unseres Besuchs im Nationalpark.
Zurück nach Silverthorne und Dillon
Langsam mussten wir uns wieder auf den Rückweg machen. Über die Bergstraßen ging es zurück in Richtung Silverthorne und Dillon. Dabei konnten wir noch einmal die Landschaft genießen, die uns in den vergangenen Tagen so begeistert hatte.
Der Gedanke, dass dies bereits unser letzter gemeinsamer Ausflug mit Kay und Al sein sollte, stimmte uns allerdings ein wenig wehmütig. Die beiden hatten uns in den vergangenen Tagen ihre neue Heimat gezeigt und uns viele Orte nähergebracht, die wir auf eigene Faust wahrscheinlich gar nicht entdeckt hätten.
Abschied im Pug Ryan’s
Zum Abschluss unseres Aufenthalts trafen wir uns noch einmal im Pug Ryan’s in Dillon. Bei einem gemütlichen Abend ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren – und natürlich wurde auch auf die schöne gemeinsame Zeit angestoßen.
Wir hatten gemeinsam so viel erlebt: die Fahrt durch die Rocky Mountains, Vail, Redcliff, Silverthorne, den Dillon-Stausee und nun als krönenden Abschluss den Rocky Mountain National Park und Grand Lake.
Es war nicht nur die beeindruckende Landschaft, die diese Tage für uns so besonders gemacht hatte. Es waren vor allem die gemeinsamen Erlebnisse, die Gespräche und die Gastfreundschaft von Kay und Al.
Deshalb an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich:
Vielen Dank, Kay und Al, für die tollen Tage, eure Gastfreundschaft und die vielen beeindruckenden Eindrücke von Colorado und den Rocky Mountains, die wir mit nach Hause nehmen durften!
Many Thanks!!
Wir werden diese Tage und die gemeinsame Zeit in den Rocky Mountains noch lange in Erinnerung behalten. Und eines steht für uns fest: Colorado hat uns begeistert – und wir haben mit Kay und Al zwei wunderbare Menschen als ganz besondere Begleiter auf diesem Abschnitt unserer Reise erlebt.
Fahrt von Dillon/Silverthorne nach Denver
Heute hieß es leider Abschied nehmen von Dillon und Silverthorne. Nach den wunderschönen Tagen in Colorado fiel uns dieser Abschied nicht leicht. Die beeindruckende Berglandschaft, die vielen gemeinsamen Ausflüge mit Kay und Al und vor allem die ausgesprochen herzliche Gastfreundschaft der Familie Grabenstein hatten diesen Abschnitt unserer Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Wir verließen den Ort deshalb mit einer gehörigen Portion Wehmut. Gleichzeitig lag mit Denver bereits unser nächstes Reiseziel vor uns – und damit wieder eine ganz andere Seite Colorados.
Ein letzter Vormittag in Dillon
Bevor wir endgültig aufbrachen, wollten wir den Vormittag noch ganz in Ruhe genießen. Nach einem gemütlichen Frühstück im Arapahoe Café & Pub Down Under blieb noch Zeit für einen Spaziergang am Lake Dillon.
Der See lag ruhig zwischen den Bergen, und die vertraute Kulisse der Rocky Mountains bildete noch einmal eine wunderschöne Abschiedskulisse. Das Wetter war herrlich, die Luft klar und die Berge spiegelten sich teilweise im Wasser.
Wir ließen uns Zeit und genossen die letzten Stunden in dieser Umgebung. Irgendwie wollte keiner so recht daran denken, dass wir bald wieder im Auto sitzen und weiterfahren würden.
Doch gegen 13:00 Uhr war es schließlich soweit: Koffer verstauen, Abschied nehmen und los!
Über Frisco nach Denver
Unsere Route führte uns zunächst nach Frisco. Dort legten wir noch einen kurzen Einkaufsstopp ein und deckten uns mit allem ein, was wir für die nächsten Etappen unserer Reise benötigten.
Anschließend ging es auf die I-70, die uns weiter in Richtung Denver führte.
Die Fahrt war landschaftlich noch einmal ausgesprochen reizvoll. Nach wie vor begleiteten uns die Rocky Mountains, und immer wieder öffneten sich fantastische Ausblicke auf die gewaltigen Bergketten. Gleichzeitig merkten wir, dass wir uns langsam aus der Hochgebirgsregion entfernten.
Die Landschaft veränderte sich allmählich. Die Berge wurden weiter und weiter, und wir näherten uns wieder einer größeren Stadt. Nach den ruhigen Tagen in Dillon war das schon ein deutlicher Kontrast.
Lookout Mountain – Blick über Colorado
Auf dem Weg nach Denver legten wir noch einen Zwischenstopp am Lookout Mountain ein. Der Aussichtspunkt bot uns einen letzten spektakulären Blick über die Landschaft.
Von hier oben konnten wir weit über die Umgebung schauen. Die Straßen und Orte wirkten von oben winzig, während sich die Landschaft scheinbar endlos bis zum Horizont erstreckte.
Für uns war dieser Stopp gleichzeitig ein schöner Abschied von den Rocky Mountains. Wir hatten in den vergangenen Tagen so viele fantastische Aussichten erlebt, und doch fiel es schwer, sich an dieser Bergwelt sattzusehen.
Ankunft in Denver
Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Denver, die Hauptstadt Colorados.
Nach der Ruhe und Natur der vergangenen Tage war die Großstadt zunächst ein deutlicher Wechsel. Statt Bergseen, Wäldern und Gipfeln erwarteten uns nun Straßen, Hochhäuser und deutlich mehr Verkehr.
Nachdem wir in unserem Hotel eingecheckt und unser Gepäck verstaut hatten, wollten wir natürlich nicht den restlichen Tag im Hotel verbringen. Also machten wir uns noch einmal auf den Weg, um einen ersten Eindruck von Denver zu bekommen.
Mit dem Bus fuhren wir in Richtung Civic Center und anschließend zur bekannten 16th Street Mall.
Die 16th Street Mall ist eine lange Fußgängerzone mitten im Zentrum von Denver. Hier herrschte am Abend deutlich mehr Leben als in den kleinen Orten der Rocky Mountains. Geschäfte, Restaurants und Cafés reihten sich aneinander, Menschen waren unterwegs und überall gab es etwas zu entdecken.
Nach den vielen Tagen in der Natur war es interessant, nun wieder mitten im Stadtleben zu stehen.
Ein wehmütiger Abschied
Trotz der neuen Eindrücke konnten wir den Tag nicht ganz ohne Wehmut beenden. Der Abschied von Dillon und der Familie Grabenstein war uns deutlich schwerer gefallen, als wir gedacht hatten.
Die Tage in Colorado waren für uns ein ganz besonderer Teil der Reise gewesen. Wir hatten nicht nur fantastische Landschaften gesehen, sondern Colorado durch Kay und Al aus einer ganz persönlichen Perspektive kennenlernen dürfen.
Nun wartete Denver auf uns – und damit der nächste Abschnitt unserer Reise.
Aber eines war uns schon bei der Ankunft klar:
Die Rocky Mountains und die herzliche Gastfreundschaft der Familie Grabenstein würden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Denver – Streifzug durch die Stadt
Nach den beeindruckenden Tagen in den Rocky Mountains stand heute wieder einmal eine Stadt auf unserem Reiseprogramm: Denver, die Hauptstadt des Bundesstaates Colorado.
Nach unserer Ankunft waren wir zunächst gespannt, wie uns Denver gefallen würde. Schließlich hatten wir in den vergangenen Tagen die grandiose Natur Colorados kennengelernt und waren inzwischen ziemlich verwöhnt, was spektakuläre Landschaften anging. Umso größer war die Überraschung:
Denver ist überraschend schön!
Die Stadt wirkte auf uns ausgesprochen lebendig, gleichzeitig aber angenehm entspannt. Breite Straßen, moderne Gebäude, historische Fassaden und großzügige Plätze wechselten sich ab. Dazu im Hintergrund immer wieder die Silhouette der Rocky Mountains – eine Kulisse, die natürlich nicht jede amerikanische Großstadt zu bieten hat.
Mit dem Bus ins Zentrum
Für unsere Erkundungstour nutzten wir den öffentlichen Nahverkehr. Mit dem Bus 83/L kamen wir bequem direkt zum Civic Center. Die Fahrt kostete damals 2,25 Dollar pro Person und Strecke und war damit eine unkomplizierte und vergleichsweise günstige Möglichkeit, vom Hotel ins Zentrum zu gelangen.
So konnten wir das Auto einmal stehen lassen und Denver ganz entspannt zu Fuß erkunden.
Am Civic Center angekommen, waren wir sofort mitten im Herzen der Stadt. Rund um den großzügig angelegten Platz befinden sich zahlreiche wichtige Gebäude und Sehenswürdigkeiten. Gleichzeitig herrschte dort eine angenehme Mischung aus Geschäftsleuten, Touristen und Einheimischen.
Von hier aus starteten wir unseren Streifzug durch die Innenstadt.
Unterwegs durch Denver
Wir ließen uns einfach treiben und erkundeten die Stadt ohne einen allzu strengen Zeitplan. Gerade das machte den Spaziergang so angenehm. Immer wieder entdeckten wir interessante Gebäude, kleine Plätze und Straßen, die zum Weitergehen einluden.
Denver überraschte uns mit einer gelungenen Mischung aus moderner Großstadt und historischem Charme. Zwischen den modernen Hochhäusern fanden sich immer wieder ältere Gebäude mit aufwendig gestalteten Fassaden. Dazu kamen zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Cafés.
Besonders schön fanden wir, dass die Stadt trotz ihrer Größe nicht so hektisch wirkte, wie wir es von anderen amerikanischen Metropolen kannten.
Colorado State Capitol
Natürlich durfte bei unserem Stadtrundgang ein Besuch des Colorado State Capitols nicht fehlen. Das imposante Gebäude ist Sitz der Regierung des Bundesstaates Colorado und gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Denvers.
Schon von außen beeindruckt das Capitol mit seiner repräsentativen Architektur. Die goldglänzende Kuppel fällt sofort ins Auge und ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.
Beim Rundgang durch die Umgebung konnten wir uns einen guten Eindruck von der Bedeutung des Gebäudes machen. Gleichzeitig bot sich von hier aus immer wieder ein schöner Blick auf die Skyline von Denver.
Mit etwas Glück und guter Sicht lassen sich von verschiedenen Punkten der Stadt sogar die gewaltigen Gipfel der Rocky Mountains erkennen. So erinnerte uns auch mitten in der Stadt immer wieder etwas daran, dass die Berge ganz in der Nähe liegen.
Denver zu Fuß entdecken
Nach dem Besuch des Capitols setzten wir unseren Spaziergang durch die Innenstadt fort. Wir genossen es, einfach durch die Straßen zu schlendern und die Atmosphäre der Stadt auf uns wirken zu lassen.
Nach den vielen Tagen, an denen wir mit unserem Mietwagen durch die Weiten des amerikanischen Westens gefahren waren, war es eine willkommene Abwechslung, einmal ohne Auto unterwegs zu sein.
Denver gefiel uns dabei immer besser. Die Stadt wirkte sauber, modern und lebendig, ohne dabei ihren eigenen Charakter zu verlieren.
Unser erster Eindruck vom Vortag hatte sich damit eindeutig bestätigt:
Denver ist überraschend schön!
Die Stadt hatte uns deutlich mehr zu bieten, als wir zunächst erwartet hatten. Besonders die Kombination aus urbanem Leben und der gewaltigen Bergkulisse der Rocky Mountains im Hintergrund machte Denver für uns zu einem interessanten und abwechslungsreichen Zwischenstopp auf unserer Reise.
Am Abend waren wir uns einig: Es hatte sich gelohnt, Denver nicht einfach nur als Übernachtungsstation zu betrachten, sondern sich die Zeit zu nehmen, die Stadt zu Fuß und mit dem Bus zu erkunden.
Heimflug mit Stopover in London
Nun war es leider soweit: Unsere Reise durch den amerikanischen Westen neigte sich dem Ende entgegen. Nach all den beeindruckenden Erlebnissen hieß es Koffer packen, Abschied nehmen und die Heimreise antreten.
Wenn wir auf die vergangenen Wochen zurückblickten, konnten wir eigentlich nur zu einem Ergebnis kommen:
Es war ein wunderschöner und ausgesprochen erlebnisreicher Urlaub!
Wir hatten unglaublich viel gesehen und erlebt – von den pulsierenden Straßen San Franciscos über die spektakuläre Pazifikküste, Monterey und den Highway 1 bis nach Los Angeles und San Diego. Danach ging es weiter in die Wüstenlandschaften von Las Vegas, ins Death Valley und zum Hoover Dam. Zion National Park, Bryce Canyon, Grand Canyon, Monument Valley und Arches National Park folgten, bevor wir schließlich die gewaltigen Rocky Mountains in Colorado erreichten.
Eine Reise voller Gegensätze: Pazifik und Wüste, rote Felsen und grüne Berglandschaften, Großstädte und einsame Weiten. Und eigentlich hätten wir an vielen Orten noch viel länger bleiben können.
Die Gastfreundschaft der Amerikaner
Was uns neben den vielen Landschaften und Sehenswürdigkeiten besonders beeindruckt hat, war einmal mehr die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Amerikaner.
Wir haben uns während der gesamten Reise sehr willkommen gefühlt. Immer wieder begegneten uns Menschen, die hilfsbereit, offen und freundlich waren. Gerade auf einer so langen Rundreise ist das etwas, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Ein ganz besonderes Kapitel unserer Reise war dabei unser Treffen mit der Familie Grabenstein in Colorado.
Ein ganz besonderes Wiedersehen
Das Treffen mit Kay und Al und ihren Kindern Anna und Hans sowie Diane war für uns zweifellos einer der persönlichsten und schönsten Teile der Reise.
Die gemeinsamen Tage in Colorado waren etwas ganz Besonderes. Kay und Al zeigten uns ihre neue Heimat und nahmen uns mit auf Ausflüge, die wir allein wahrscheinlich so nicht erlebt hätten.
Gemeinsam erkundeten wir die wunderschöne Bergwelt der Rocky Mountains, fuhren durch Vail, Minturn und Redcliff und besuchten den Rocky Mountain National Park. Wir sahen historische Orte, gewaltige Berggipfel, klare Seen und Landschaften, die uns immer wieder aufs Neue begeistert haben.
Dabei ging es natürlich nicht nur um Sehenswürdigkeiten. Es war vor allem die gemeinsame Zeit, die diese Tage so wertvoll machte. Viel erzählen, lachen, gemeinsam unterwegs sein und einfach eine gute Zeit haben – genau das sind die Erinnerungen, die von einer Reise am längsten bleiben.
Und natürlich gehörten auch unsere gemeinsamen Abende dazu.
„Das nächste Beer war immer das Beste!“
Die gemütlichen Abschlüsse unserer Ausflüge im Pug Ryan’s in Dillon waren schon fast ein kleines Ritual. Nach einem langen Tag in den Rocky Mountains trafen wir uns dort, ließen die Erlebnisse noch einmal Revue passieren und stießen gemeinsam an.
Dabei galt eine ganz einfache Regel:
Das nächste Beer war immer das Beste!
Und so wurde aus dem einen Bier schnell noch ein weiteres – schließlich musste man ja sicherstellen, dass das „nächste“ tatsächlich wieder das beste war.
Diese Abende gehören für uns genauso zu Colorado wie die grandiose Landschaft. Es sind gerade diese persönlichen Momente, die eine Reise von einer schönen Rundfahrt zu einem wirklich besonderen Erlebnis machen.
Und dann hieß es Abschied nehmen …
Irgendwann kommt leider auch bei der schönsten Reise der Moment, an dem man Abschied nehmen muss.
Mit vielen Bildern im Kopf, unzähligen Fotos auf der Kamera und einer Menge schöner Erinnerungen machten wir uns schließlich auf den Weg zum Flughafen.
Der Heimflug führte uns zunächst mit einem Stopover in London zurück nach Europa. Nach den langen Flügen über den Atlantik war der Zwischenstopp eine willkommene Gelegenheit, noch einmal durchzuatmen, bevor es endgültig nach Hause ging.
Während wir unterwegs waren, gingen uns sicher noch einmal viele Stationen unserer Reise durch den Kopf. Die Golden Gate Bridge, der Highway 1, die Küste von Big Sur, San Diego, Las Vegas, der Grand Canyon, Monument Valley und schließlich die Rocky Mountains.
So viele Eindrücke in nur einer Reise!
Der amerikanische Westen – wir kommen bestimmt irgendwann wieder!
Unser Fazit
Am Ende bleibt vor allem eines: Dankbarkeit für eine fantastische Reise.
Wir haben unglaubliche Landschaften gesehen, interessante Städte kennengelernt, viele Kilometer zurückgelegt und unzählige Eindrücke gesammelt. Aber noch wichtiger sind die Begegnungen und persönlichen Erlebnisse, die diese Reise geprägt haben.
Ganz besonders werden uns die gemeinsamen Tage mit Kay, Al, Anna, Hans und Diane in Erinnerung bleiben.
Vielen Dank für eure Gastfreundschaft, die gemeinsamen Ausflüge, die vielen schönen Gespräche und natürlich die besten „Beers“ in Dillon!
Mit vielen Fotos, noch mehr Erinnerungen und dem Gefühl, eine ganz besondere Reise erlebt zu haben, ging es schließlich wieder nach Hause.
Danke an Discovery
Ein besonderer Dank gilt auch dem Reisebüro Discovery. Die Empfehlungen für unsere Reiseziele und Unterkünfte waren ausgesprochen gut, und auch bei der Organisation hat alles hervorragend funktioniert.
Flüge, Mietwagen, Hotels und Resorts – alles hat super geklappt.
Gerade bei einer so umfangreichen Rundreise mit vielen verschiedenen Stationen ist eine gute Planung Gold wert. Wir mussten uns unterwegs kaum Gedanken über organisatorische Probleme machen und konnten uns ganz auf die Reise und die vielen Erlebnisse konzentrieren.
Resümee
Nun ist sie also zu Ende – unsere Reise durch den amerikanischen Westen. Wenn wir auf die vergangenen Wochen zurückblicken, können wir kaum glauben, wie viele Kilometer wir dabei tatsächlich zurückgelegt haben.
Mehr als 3.000 Meilen standen am Ende auf dem Tacho. Wir sind über Freeways und Highways gefahren, durch Großstädte und kleine Ortschaften, entlang der Pazifikküste, durch Wüsten und rote Felslandschaften und schließlich hinein in die grandiose Bergwelt der Rocky Mountains.
Unser Nissan hat uns dabei zuverlässig begleitet – über lange Highways, kurvenreiche Bergstraßen und sogar über die eine oder andere staubige Schotterpiste.
Und dann war da noch das Tanken …
Insgesamt mussten wir auf unserer Reise neunmal tanken. Und damit schließt sich auch der kleine Kreis zu unserer früheren Rechenaufgabe:
9 Gallonen – 330 Meilen – 27 Dollar
Wie war das noch einmal mit der Berechnung des Verbrauchs?
Eine amerikanische Gallone entspricht etwa 3,785 Litern.
9 Gallonen ergeben also:
9 × 3,785 = ca. 34,1 Liter
Die gefahrenen 330 Meilen entsprechen ungefähr:
330 × 1,609 = ca. 531 Kilometer
Damit ergibt sich für unseren Nissan:
34,1 Liter ÷ 531 Kilometer × 100 = ca. 6,4 Liter pro 100 Kilometer
Für unsere vielen Berg- und Wüstenkilometer eigentlich gar kein schlechter Wert!
Und nun noch die Frage nach dem Benzinpreis:
Für die 9 Gallonen haben wir 27 Dollar bezahlt.
27 Dollar ÷ 9 Gallonen = 3,00 Dollar pro Gallone
Eine Gallone enthält etwa 3,785 Liter, also:
3,00 ÷ 3,785 = ca. 0,79 Dollar pro Liter
Wenn man sich die heutigen europäischen Benzinpreise vor Augen führt, klingt das fast unglaublich günstig. Allerdings muss man natürlich berücksichtigen, dass die Preise während unserer Reise teilweise deutlich schwankten. Wir hatten schließlich sowohl für 2,79 Dollar als auch für 3,99 Dollar pro Gallone getankt.
Aber genau solche kleinen Rechenaufgaben gehörten irgendwie zum Abenteuer USA dazu. Meilen, Gallonen, Fahrenheit und Dollar – nach einigen Wochen hatten wir uns schon fast daran gewöhnt.
Was bleibt?
Was bleibt nach mehr als 3.000 Meilen?
Vor allem unzählige Erinnerungen.
An San Francisco und die Golden Gate Bridge. An die spektakuläre Küstenstraße Highway 1 und Big Sur. An Monterey und Carmel, Los Angeles und San Diego. An das völlig verrückte Las Vegas, das beeindruckende Death Valley und den gewaltigen Hoover Dam.
An die roten Felsen von Zion und Bryce Canyon, die schier unglaubliche Größe des Grand Canyon, die Westernkulisse des Monument Valley und die faszinierenden Steinbögen im Arches National Park.
Und natürlich an Colorado: an die traumhaften Rocky Mountains, Dillon und Silverthorne, Vail, den Rocky Mountain National Park – und ganz besonders an die wunderschönen gemeinsamen Tage mit Kay und Al und ihrer Familie.
Wir haben auf dieser Reise nicht nur unglaublich viel gesehen, sondern auch viele schöne Begegnungen und gemeinsame Momente erlebt. Genau das macht eine Reise im Nachhinein so wertvoll.
Wir kommen wieder!!
Denn der amerikanische Westen hat uns mit seiner unglaublichen Vielfalt, seinen gewaltigen Landschaften und seiner besonderen Atmosphäre begeistert.
Bis dahin bleibt uns nur noch der Abschied:
Goodbye, USA!
Goodbye, American West!
Und vielleicht heißt es irgendwann wieder:
Koffer packen, Nissan übernehmen und los – auf die nächste Reise durch den Westen!
