110 Kilometer, knackige Anstiege, Regenschauer, badischer Wein und jede Menge gute Laune.
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Bissinger 08-„All (Rad)Stars“ waren wieder auf Achse
Die „All(Rad)Stars“ des FSV 08 Bietigheim-Bissingen waren wieder unterwegs. Diesmal führte ihre dreitägige Radtour ins Kinzigtal und in den Schwarzwald. Ausgangspunkt war Gengenbach, eine ideale Mischung aus sportlicher Herausforderung, Landschaft, Kultur und badischer Gastfreundschaft.
Quartier bezog die 13-köpfige Gruppe im Stadthotel Pfeffermühle. Gengenbach an der Kinzig ist ein malerischer Weinort der Ortenau und bekannt für seine historische Altstadt sowie das „weltgrößte Adventskalenderhaus“. Zur Weihnachtszeit verwandeln sich die Fenster des rund 200 Jahre alten Rathauses in einen kunstvollen Adventskalender.
Bevor die Räder zum Einsatz kamen, stand die „erste Etappe“ auf dem Programm. Eine Weinprobe bei der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg. Caroline Buß führte die Gruppe mit viel Charme und beeindruckendem Fachwissen durch die Welt der badischen Weine. Die „All(Rad)Stars“ bestanden die genussvolle Prüfung natürlich mit Bravour.
Dabei erfuhren sie auch Interessantes über den Weinbau. Baden ist nach Rheinhessen und der Pfalz das drittgrößte deutsche Weinbaugebiet. Die Ortenau mit dem Kinzigtal rund um Gengenbach ist dabei das bedeutendste Weinanbaugebiet Badens. Wie vielerorts steht der Weinbau jedoch vor großen Herausforderungen. Statt mehrerer hundert Winzerfamilien bewirtschaften heute noch rund 120 Weinbauern, vielfach im Nebenerwerb, die Reben. Zukunftshoffnungen liegen unter anderem auf sogenannten PIWI-Rebsorten. Souvignier Gris, Solaris oder Regent sind widerstandsfähiger und sollen einen umweltfreundlicheren, klimaresistenteren und wirtschaftlicheren Weinbau ermöglichen.
Entlang der Kinzig nach Haslach
Am zweiten Tag ging es endlich aufs Rad. Nach einem kräftigen Regenschauer am Morgen führte die zweite Etappe entlang der Kinzig durch Wiesen und sehenswerte Orte bis nach Haslach. Die historische Altstadt mit ihren engen Gassen, Fachwerkhäusern und dem Marktplatz lud zur Pause ein. Bei Kaffee und Kuchen genoss die Gruppe das besondere Flair der Stadt. Ein Teilnehmer hatte wegen des Wetters die Bahn bis Alpirsbach genommen und stieß von dort wieder zu den anderen.
Zum Abschluss machte die Gruppe noch einen Abstecher kinzigabwärts zum Schloss Ortenberg. Am Abend wurde im Winzerstüble regionale Küche genossen und natürlich über die Erlebnisse des Tages gefachsimpelt.
Steigungen bis 15 Prozent
Die dritte und letzte Etappe wurde zum sportlichen Höhepunkt. Entlang der Kinzig ging es zunächst nach Biberach. Eine Streckensperrung sorgte für zusätzliche Spannung und einige „Ortungsaufgaben“ bis der richtige Weg Richtung Seelbach gefunden war.
Vorbei an beeindruckenden Schwarzwaldhöfen führte die Strecke zur Ludwigsäule auf 384 Metern Höhe. Danach wartete ein echter Härtetest. Steigungen von mehr als 15 Prozent und rund 280 Höhenmeter auf kurzer Strecke verlangten den Radlern einiges ab. Einige schafften die steilsten Passagen nur mit Schiebehilfe.
Die Mühe wurde mit herrlichen Ausblicken auf die Burgruine Hohengeroldseck sowie ins Kinzig- und Schuttertal belohnt. Die lange Abfahrt nach Seelbach genoss die Gruppe anschließend in geschlossener Formation.
Nach Kaffee und Kuchen ging es bei inzwischen hohen Temperaturen weiter nach Lahr. Von dort führte eine flache Strecke über Hofweier und Elgersweier zurück nach Gengenbach. Geschafft, aber zufrieden, erreichten die „All(Rad)Stars“ ihren Ausgangspunkt.
Beim Abendessen im Wirtshaus 1974 in der Pfeffermühle wurden die Erlebnisse der Tagestour bei entsprechend „hitzigen“ Worten noch einmal zum Besten gegeben. Eine Nachtwächterführung durch Gengenbach mit interessanten Geschichten über die Stadt bildete den Abschluss.
Teamwork auch abseits der Strecke
Eine solche Tour will gut organisiert sein. Besonderer Dank galt deshalb Berthold Veigel, der gemeinsam mit Gerhard Fötschl und Hans Reiss die Routenplanung und logistische Koordination übernahm.
Dank der Unterstützung des Autohauses Weller stand ein Transporter zur Verfügung. Private Pkw mit Radtransportausrüstung und die Deutsche Bahn ergänzten den Transport. So konnten Fahrräder und Teilnehmer flexibel an- und abreisen.
Zur Gruppe gehörten Gerhard Fötschl, Bärbel und Walter Christ, Brigitta Dunkelmann und Klaus Wirkner, Christa und Berthold Veigel, Rita und Rainer Daffner, Hedda und Helmut „Buffy“ Meyle sowie Inge und Hans Reiss.
„Thank you for travelling with Deutsche Bahn“
Auch die Rückreise am vierten Tag hatte noch eine Überraschung parat. Berthold und Christa Veigel sowie Inge und Hans Reiss bekamen die Unwägbarkeiten der Deutschen Bahn zu spüren. Wegen einer Streckensperrung fielen Züge zwischen Karlsruhe und Stuttgart für rund drei Stunden aus.
Der passende Kommentar: „Thank you for travelling with Deutsche Bahn.“
Sport, Genuss und Geselligkeit
Die „Kinzig-Schutter-Tour“ bot trotz Regen und sommerlicher Hitze alles, was eine gelungene „All(Rad)Stars“-Ausfahrt ausmacht. Sportliche Herausforderungen, herrliche Landschaften, kulturelle Eindrücke, gutes Essen und Trinken – und vor allem viel Spaß in der Gruppe.
Die Bissinger Nullachter bewiesen einmal mehr, dass beim gemeinsamen Radeln nicht nur die Kilometer zählen. Teamgeist, gute Organisation und das gesellige Miteinander machen den besonderen Reiz der Touren aus.
Die nächste große Ausfahrt im kommenden Jahr ist deshalb bereits fest eingeplant. Bis dahin stehen zahlreiche regionale Touren rund um Bietigheim-Bissingen auf dem Programm, selbstverständlich weiterhin mit kulinarischen Zwischenstopps und geselligen Runden.
