Seoul (3/5)
Asia Tour go East (1/5) – Tokyo (2/5) – Seoul (3/5) – Hong Kong (4/5) – Dubai (5/5)
Inhaltsverzeichnis
Flug von Tokyo nach Seoul
Seoul (서울)
Mitten in der Nacht – genauer gesagt um 1:30 Uhr Ortszeit – begann unser Reisetag am Tokyo City Air Terminal. Von dort brachte uns der Airport Express Bus zum Narita International Airport, wo wir gegen 2:45 Uhr im Terminal 3 ankamen. Und ganz ehrlich: Für einen internationalen Flughafen in einer Metropole war es erstaunlich still. Kein Trubel, keine Hektik – einfach nichts los.
Zu Fuß machten wir uns auf den rund 800 Meter langen Weg zum Terminal 2 – menschenleer, fast schon surreal. Dort hieß es warten, bis uns um 5 Uhr ein Shuttle weiter zum Terminal 1 brachte. Erst ab 7 Uhr konnten wir schließlich einchecken – unterstützt von einer äußerst freundlichen Mitarbeiterin von Asiana Airlines. Um 9 Uhr hob unser Flug dann endlich ab.
Um 11 Uhr: Landung in Seoul – endlich angekommen! Schon um 13 Uhr ging es weiter mit dem Airport Express Bus 6011 Richtung Innenstadt, mit Ziel nahe dem Changdeokgung Palace. Kleiner Tipp: Den Namen sollte man sich gut merken – sonst steigt man schnell an der falschen Haltestelle aus.
Den restlichen Weg zum ibis Ambassador Seoul Insadong legten wir zu Fuß zurück. Zwei hilfsbereite Damen bestätigten uns unterwegs per iPhone den richtigen Weg – dank kostenlosem WLAN überall in der Stadt. Da wirkt Deutschland fast wie eine WLAN-Wüste im Vergleich.
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel zog es uns wieder hinaus: ein erster Spaziergang entlang des Cheonggyecheon Stream bis zur City Hall, vorbei am Lotte Hotel Seoul und weiter zum Hotel President Seoul.
Ein kleiner Abstecher zur DMZ Travel Agency endete eher chaotisch – falsche Agentur, keine Unterlagen dabei, kann passieren. Also weiter zur Touristeninformation.
Zum Abschluss des Tages gab es Abendessen im Viertel Gwangcheong-dong – ganz authentisch koreanisch, mit Speisekarte ausschließlich auf Koreanisch. Die Verständigung? Eine Mischung aus Händen, Füßen und einem spontanen Dolmetscher vom Nebentisch.
Und ja – ein Cappuccino bei Starbucks musste dann doch noch sein. Danach ging es zurück ins Hotel – ein langer, aber erlebnisreicher erster Tag in Seoul.
Seoul – Gyeonybokgung Palace
Zwischen Planung, Palästen und Protesten – ein Tag in Seoul
Der Tag begann mit einem Frühstück im Paris Cafe direkt neben unserem Hotel. Leider war das Preis-Leistungs-Verhältnis eher ausbaufähig.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Seoul City Tour. Von zuhause aus hatten wir bereits eine DMZ-Tour für Dienstag gebucht und bezahlt – nur leider ohne Bestätigung. Die Adresse klang zunächst kompliziert, entpuppte sich vor Ort aber als überraschend einfach: Im 5. Stock, Raum 507, mitten im Viertel Insadong – und damit ganz in der Nähe unseres Hotels.
Vor Ort wurde alles schnell geklärt. Eine freundliche Mitarbeiterin bestätigte unsere Buchung und wies uns direkt in die Besonderheiten der Tour ein. Schließlich geht es in eine militärische Sperrzone. Die Regeln sind entsprechend strikt: Hemd mit Kragen statt T-Shirt, festes Schuhwerk, Kameraobjektiv maximal 90 mm – und beim Fotografieren von Personen gilt: erst fragen, dann klicken.
Ein kurzer Exkurs zur Stadt selbst: Seoul zählt rund 11 Millionen Einwohner, die Metropolregion sogar über 25 Millionen – damit gehört sie nach Tokio zu den größten Ballungsräumen der Welt. Die Stadt ist in 25 Bezirke („Gu“) unterteilt, die wiederum aus über 500 Vierteln („Dong“) bestehen.
Gut vorbereitet ging es weiter: Wir besorgten uns eine T-Money Card – das perfekte Ticket für den Nahverkehr. Einmal aufladen, am Gate auflegen, und schon öffnen sich die Schranken. Einfacher kann Subway fahren kaum sein.
Unser erstes Ziel war der beeindruckende Gyeongbokgung Palace. Die weitläufige Anlage erinnerte uns ein wenig an die Verbotene Stadt in Peking – majestätisch, weitläufig und voller Geschichte.
Danach schlenderten wir durch das charmante Bukchon Hanok Village mit seinen kleinen Gassen und traditionellen Häusern. Doch dann setzte Regen ein – also ab in die Subway und weiter zur City Hall.
Dort erwartete uns ein völlig anderes Bild: ein massives Polizeiaufgebot rund um die Seoul Plaza. Tausende Polizisten sicherten ein sogenanntes „Freedom Festival“, während gleichzeitig Demonstranten protestierten. Die Stimmung war angespannt – einige besonders aggressive Teilnehmer wurden direkt vor unseren Augen von der Polizei abgeführt. Auch die Presse war zahlreich vertreten. Ein intensives, fast schon überwältigendes Erlebnis.
Nachdem wir uns durch die Menschenmengen gearbeitet hatten, besuchten wir den Deoksugung Palace – eine ruhige, fast schon friedliche Oase im Kontrast zum Trubel zuvor.
Zum Abschluss spazierten wir entlang des Cheonggyecheon Stream – ein wunderschön angelegter Bach mitten in der Stadt – bis ins Viertel Gwangcheong-dong. Dort ließen wir den Tag bei einem authentischen koreanischen Abendessen ausklingen. Und diesmal: einfach richtig lecker!
Seoul – Changdeok Palace
Heute starteten wir entspannt mit einem Frühstück im Hotel in den Tag – das Paris Cafe hatte uns dann doch etwas enttäuscht.
Anschließend machten wir uns zu Fuß auf zu einem kleinen Round-Trip durch die Stadt: Erst zum Changdeokgung Palace – beeindruckend, aber auch mit Menschenmassen ohne Ende. Danach ging es weiter zum ruhigeren Changgyeonggung Palace. Zwischendurch checkten wir noch die Abfahrt unseres Airport-Busses 6011 für Mittwoch.
Weiter führte uns der Weg nach Bukchon Hanok Village mit seinen wunderschönen Gassen, bevor wir über die breite Sejong-daero schlenderten – einst eine große Paradestraße. Eine kleine Pause gönnten wir uns bei Hollys Coffee.
Frisch gestärkt liefen wir entlang des Cheonggyecheon Stream bis zum lebhaften Gwangjang Market, danach weiter zum Tapgol Park. Durch das quirlig-verwinkelte Myeong-dong – fast wie ein Labyrinth – ging es schließlich zurück Richtung Hotel.
Abends stand Essen im „New Yorker“ in Bukchon auf dem Plan – gut, aber auch recht teuer. Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns noch ein Bier und einen Mojito – ein gelungener Ausklang nach einem langen, erlebnisreichen Tag.
Seoul – Südberg – Mainstation – Design Plaza
Heute begann der Tag erneut ganz entspannt mit einem Frühstück im Hotel.
Vom Hotel aus ging es zur Anguk Station – praktischerweise gleich mit Poststelle. Von dort brachte uns die Subway weiter nach Myeong-dong. Zu Fuß liefen wir anschließend zur Seilbahnstation und ließen uns gemütlich mit der Cable Car auf den Namsan hinauftragen.
Oben angekommen thront der N Seoul Tower über der Stadt. Leider war die Sicht ziemlich trüb, sodass wir uns die Auffahrt auf die Aussichtsplattform sparten. Dennoch konnte man die gewaltigen Ausmaße der Metropolregion zumindest erahnen – und stellte einmal mehr fest, wie beschaulich dagegen doch Tamm ist.
Weiter ging es zur Seoul Station. Der moderne Neubau beeindruckt – groß, klar strukturiert und absolut einer Weltstadt würdig. Von hier starten die Hochgeschwindigkeitszüge (KTX), vergleichbar mit unseren ICEs, die mit bis zu 300 km/h durchs Land fahren. Interessant: Der Bahnhof ist als Sackbahnhof angelegt.
Vor dem Bahnhof dann ein ganz anderes Bild – Demonstrationen scheinen in Seoul zum Alltag zu gehören. Entsprechend groß war das Polizeiaufgebot. Gemeinsam mit einem Neuseeländer rätselten wir, worum es hier eigentlich ging – so ganz klar wurde es uns nicht.
Mangels Alternative ging es mitten durch die Demo weiter zum Namdaemun Gate und Richtung Post Tower. Im Zickzackkurs schlängelten wir uns anschließend durch den Namdaemun Market – ein lebendiger, typisch koreanischer Markt.
Mit der Subway-Linie 4 fuhren wir weiter ins Viertel Dongdaemun zur beeindruckenden Dongdaemun Design Plaza – hier trifft futuristisches Design auf koreanische Tradition.
Am Abend zog es uns wieder zu unserem „Stamm-Koreaner“ im Gwangsu-dong-Viertel. Die Speisekarte? Ausschließlich auf Koreanisch. Zum Glück halfen Bilder – und ein freundlicher Dolmetscher vom Nebentisch. Übrigens: Bier heißt hier „Maegju“.
Morgen steht ein ganz besonderes Ziel auf dem Programm: die DMZ!
Seoul – Nordkorea
DMZ Tour – Besuch von Panmunjeom (JSA)!
Heute führte uns unsere Reise an einen der wohl eindrucksvollsten und zugleich bedrückendsten Orte unserer gesamten Asienreise: an die Grenze zu Nordkorea.
Die koreanische Halbinsel ist bis heute geteilt – im Norden das kommunistische Nordkorea, im Süden das demokratische Südkorea. Dazwischen verläuft die Korean Demilitarized Zone (DMZ), ein mehrere Kilometer breiter, streng bewachter Grenzstreifen. Kaum ein anderer Ort auf der Welt macht die Spannungen des Kalten Krieges bis heute so greifbar.
Gebucht hatten wir die „DMZ Tour 2 Korea JSA (Panmunjeom)“ bereits Wochen zuvor – unkompliziert und zuverlässig. Startpunkt war das Hotel President Seoul, ein zentraler Treffpunkt für viele dieser Touren. Pünktlich ging es los – aufgeteilt auf zwei Busse: einer für chinesischsprachige Gäste, der andere für japanischsprachige Reisende sowie internationale Besucher mit englischer Führung. Unsere beiden Reiseleiterinnen begleiteten uns kompetent und erklärten alles sehr anschaulich.
Erster Halt war der Imjingak Park. Hier wurde die Geschichte der Teilung bereits spürbar: Stacheldrahtzäune, Mahnmale und die Freedom Bridge, über die einst Kriegsgefangene in den Süden zurückkehrten. Während wir dort eine kurze Mittagspause einlegten, wurde einem bewusst, wie nah man der Grenze bereits war.
Nach einem ersten Kontrollpunkt folgte die Passkontrolle – ab hier änderte sich die Atmosphäre deutlich. Militär war allgegenwärtig, entlang der Straßen zogen sich Zäune und Wachtürme. Fotografieren war streng untersagt. Die Szenerie erinnerte stark an die frühere innerdeutsche Grenze.
Im Camp Bonifas erhielten wir ein ausführliches Briefing per Präsentation: Verhaltensregeln, Sicherheitsanweisungen – und auch der Hinweis auf mögliche Risiken. Ein Formular mussten wir unterschreiben, das bestätigte, dass im Ernstfall keine Haftung übernommen wird. Spätestens hier wurde einem klar, dass dies kein gewöhnlicher Ausflug ist.
Anschließend stiegen wir in militärische Busse um – nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Kameras waren erlaubt, jedoch mit Einschränkungen, und auch hier galt: Fotografieren nur, wenn es ausdrücklich gestattet wurde.
Dann der Moment, auf den alles hinauslief: Panmunjom – die Joint Security Area.
Streng organisiert und in Zweierreihen betraten wir zügig eine der berühmten blauen Baracken. Und dort, mitten im Raum, verlief sie: die Grenze. Ein schlichter Tisch, eine Linie – und doch trennt sie zwei völlig unterschiedliche Welten. Ein Schritt nach vorne, und wir standen tatsächlich auf nordkoreanischem Boden. Ein surrealer, fast unwirklicher Moment.
Fotografieren war hier erlaubt – allerdings ausschließlich in Richtung Norden. Nach dem Verlassen der Baracke stellten wir uns in Reih und Glied auf, fast militärisch, und konnten die nordkoreanische Seite betrachten: ein Gebäude, ein regungslos stehender Soldat – alles wirkte angespannt, kontrolliert, still.
Weiter ging es mit dem Militärbus vorbei am sogenannten „Axtmord-Denkmal“, das an einen tragischen Zwischenfall erinnert, bis zur Bridge of No Return. Dieser Ort steht symbolisch für eine endgültige Entscheidung – wer sie einst überquerte, kehrte nie zurück.
Nach all diesen Eindrücken fuhren wir zurück zum Visitor Center und schließlich wieder nach Seoul.
Am Ende dieses Tages bleibt ein Gefühl, das sich schwer beschreiben lässt: eine Mischung aus Faszination, Beklemmung und tiefer Nachdenklichkeit. Diese Grenze ist nicht nur eine Linie auf der Karte – sie ist Realität, Geschichte und Gegenwart zugleich.
Wir haben es erlebt – und sind dankbar dafür.
Tschüss Seoul – eine faszinierende Stadt mit herzlichen Menschen.
Und nun heißt es: Auf nach Hong Kong.
Fazit Seoul:
Bester Nahverkehr – Wahnsinn diese Sauberkeit – Toiletten sehr sauber, reichlich vorhanden und alle umsonst – Freundliche Menschen jederzeit Hilfsbereit – Fast nur neue Autos auf der Straße, modern, modern, …
Tolle Stadt, tolle Menschen – Gerne wieder!!!
